Die wichtigsten deutschen IT-Persönlichkeiten

Die Hall of Fame der IT

20.02.2015
Von 
Heinrich Vaske ist Editorial Director von COMPUTERWOCHE und CIO. Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung beider Medienmarken - im Web und in den Print-Titeln. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte und moderiert Veranstaltungen.

Marco Börries, NumberFour AG

Der Deutsche, der Bill Gates die Stirn bot - das ist wohl die Schlagzeile, die hängen bleibt, wenn man an Börries denkt. Mit 16 Jahren gründete der Lüneburger nach einem offensichtlich sehr inspirierenden Besuch im Silicon Valley sein erstes Unternehmen Star Division.

Das Startup, für das er die Schule schmiss, entwickelte zunächst die Textverarbeitung StarWriter und dann die anderen Komponenten von Star Office. Das Kalkül, eine preiswerte Alternative zu Microsoft Office herauszubringen, ging auf, die Software wurde rund 25 Millionen Mal verkauft. Star Office, dessen Open-Source-Version OpenOffice heute weit verbreitet ist, orientierte sich an Microsoft Office, war jedoch billiger. Außerdem verstand Börries früh, dass manche Anwender nicht in der Windows-Welt gefangen sein wollen, und legte Versionen für andere Betriebssysteme vor.

Marco Börries, NumberFour AG
Marco Börries, NumberFour AG

Das zweite Standbein von Börries war damals StarFinanz, ein Joint Venture mit der Deutschen Sparkassen Organisation, in dessen Rahmen die Online-Banking-Software "StarMoney" entwickelt wurde. 1999 verkaufte Börries Star Division an Sun Microsystems und blieb dort als Vice President of Desktop & Webtop Software bis 2001 im Unternehmen. Dann verließ er Sun und stieg auch aus dem Banken-Joint Venture StarFinanz aus.

Noch im Sommer desselben Jahres gründete Börries Verdisoft, ein Startup, das die Plattform "ConnectedLife" für die Datenintegration von Computern und mobilen Endgeräten ins Leben rief - laut Börries vergleichbar mit Apples iCloud. Yahoo wurde aufmerksam, übernahm VerdiSoft im Jahr 2005 und machte Börries zum Chef der Mobile-Sparte. Beim Internet-Konzern blieb der Norddeutsche bis 2009 - dann zog es ihn und seine Familie zurück nach Deutschland.

Sein heutiges Unternehmen, NumberFour AG in Berlin, konnte bereits 38 Millionen Dollar an Venture Capital einwerben. Geplant ist eine Cloud-basierende Business-Plattform (Platform as a Service) auf der Branchenanbieter individuelle SaaS-Dienste anbieten sollen. Zu den Investoren gehören übrigens zwei weitere Mitglieder unserer Hall of Fame: Andreas von Bechtolsheim und Lars Hinrichs.