Die wichtigsten deutschen IT-Persönlichkeiten

Die Hall of Fame der IT

20.02.2015
Von 
Heinrich Vaske ist Editorial Director von COMPUTERWOCHE und CIO. Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung beider Medienmarken - im Web und in den Print-Titeln. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte und moderiert Veranstaltungen.

Johannes Nill, AVM Computersysteme Vertriebs GmbH

Mit seiner unorthodoxen und pragmatischen Art Probleme zu lösen, und dennoch in der hartumkämpften Branche Telekommunikation einer der erfolgreichsten zu sein, ist der heute 57-Jahre alte Nill weit über die ITK-Industrie bekannt geworden. So entwickelt der Berliner Informatiker mit seinem mittelständischen Unternehmen AVM (Audiovisuelles Marketing) die Hard- und Software seiner Produkte für den Breitbandzugang selbst und lässt zudem noch hierzulande fertigen. Auch Wachstum um jeden Preis scheint ihn weniger zu interessieren als Produkte, die die technikbegeisterte Kundschaft oft staunen lassen.

Johannes Nill, AVM Computersysteme Vertriebs GmbH
Johannes Nill, AVM Computersysteme Vertriebs GmbH

Noch als Informatikstudent an der Technischen Universität Berlin (TU) gründete er Mitte der 1980er Jahre kurz nach dem Herüberschwappen der ersten PCs aus den USA mit den beiden Kommilitonen Peter Faxel und Jörg-Detlef Gebert sowie dem Schulfreund Ulrich Müller-Albring das Unternehmen AVM.

Heute leitet Nill gemeinsam mit Faxel und Müller-Albring die Geschäfte, Gebert ist als Entwicklungsleiter an Bord. Ihre Vision war es, die damals neue ISDN-Technologie universell nutzbar zu machen. Die Fritzcard und später die Fritzbox sind mittlerweile auch IT-Laien ein Begriff.

Die vier Jungunternehmer hatten Ende der 1980er-Jahre schnell Erfolg bei großen Geschäftskunden wie der Datev oder beim Telekommunikationszweig der Deutschen Bundespost.

Ein weiterer Meilenstein war danach die Einführung der Marke "Fritz" mit einer Karte, die relativ preisgünstig die Datenkommunikation via ISDN mit 64 kbit/s nach Hause brachte. Der Name Fritz steht für "komplizierte Technik, die wir möglichst einfach und verständlich zum Kunden bringen wollen", wie es Nill einmal formulierte. Es folgte auf der CeBIT 2004 die erste rote Fritzbox, die zu Hause oder im Büro den Breitbandzugang per DSL sichert und über die man zugleich telefonieren kann. Fast im Jahrestakt lieferte AVM weitere Innovationen rund um die Box - unter anderem kombiniert mit schnurlosem Telefon, mit WLAN oder mit Netzwerkspeicher. Die Früchte der Arbeit: Mit weit über 50 Prozent Marktanteil hierzulande ist AVM Marktführer.