Die wichtigsten deutschen IT-Persönlichkeiten

Die Hall of Fame der IT

20.02.2015
Von 
Heinrich Vaske ist Editorial Director von COMPUTERWOCHE und CIO. Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung beider Medienmarken - im Web und in den Print-Titeln. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte und moderiert Veranstaltungen.

Klaus Straub, BMW Group

2006 wurde er CIO des Jahres, fünf Jahre später sogar CIO der Dekade, die höchste Auszeichnung, die einem IT-Chef in der deutschen IT-Szene zuteil wurde. Der damalige Audi-CIO Straub, der 2012 dann zum Konkurrenten BMW wechselte, wurde vor allem für vier Qualitäten ausgezeichnet, die ihre Gültigkeit bis heute nicht verloren haben.

Klaus Straub, BMW Group
Klaus Straub, BMW Group

Er gilt als:

a) ein solider Handwerker. Er war in seiner Branche der erste, der ein integriertes System für Finanzen, Accounting, Controlling und Einkaufsprozessen eingeführt hatte. Das war ein vierjähriges Projekt ohne viel Glamour, mit dem man nur wenig Ruhm ernten kann, und bei dem zudem der ROI nur schwer nachzurechnen ist.

b) erfahren und immer noch jung. Obwohl erst Anfang 50 hat er mehrere berufliche Stationen absolviert, in denen er Verantwortung für Prozess-Management, Change Management und Applikationsentwicklung bekam. Und er war noch nicht einmal 40, als er seinen ersten CIO-Posten übernahm. Wenn man überhaupt einen Makel an seinem Lebenslauf finden kann, dann höchstens den, dass er wenig Auslandserfahrung hat.

c) sehr gut vernetzt in der Community. Straub sucht aktiv den Austausch mit seinen Kollegen. Er hat sich auch schon als Vorstand für reine IT-Netzwerke eingesetzt, in denen zum Beispiel über ITIL geredet wird. Das sind dann die weniger prestigeträchtigen Jobs, die er aber auch nicht scheut.

d) innovativ. Seine Kollegen loben ihn dafür, dass er sich sehr aufgeschlossen gegenüber Erneuerungen zeigt. Schon 2006 bei der Preisverleihung zum CIO des Jahres stand das Thema Innovations-Management im Vordergrund. Sein Credo damals: Der CIO müsse die Moderatorenrolle zwischen Fachbereich und IT spielen können, denn nur an dieser Stelle entstünden die Innovationen. Vier Jahre später gehörte er dann sicherlich zu den Pionieren, die in einem Konzern in einigen Abteilungen das iPad einsetzten; und 2012 weihte er ein neues Rechenzentrum ein, mit dem er ein Drittel Energie einsparen konnte.

Seit dem 1. April 2012 arbeitet Straub nun als Verantwortlicher für Organisationsentwicklung, Strategie und Prozess-Management bei BMW - direkt unterhalb des Vorstands. Hier kümmert er etwa um die Gestaltung interner Standards und Richtlinien und soll die innovativen IT-Themen vorantreiben.