Die wichtigsten deutschen IT-Persönlichkeiten

Die Hall of Fame der IT

20.02.2015
Von 
Heinrich Vaske ist Editorial Director von COMPUTERWOCHE und CIO. Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung beider Medienmarken - im Web und in den Print-Titeln. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte und moderiert Veranstaltungen.

Prof. August-Wilhelm Scheer, Universität Saarbrücken

Nimmermüder Wissenschaftler mit Praxisbezug: Hat über 20 Professoren ausgebildet und die Gründung von mehr als 20 Firmen aus der Forschung unterstützt. IT made in Germany ist sein großes Anliegen.

Prof. August-Wilhelm Scheer, Universität Saarbrücken
Prof. August-Wilhelm Scheer, Universität Saarbrücken

Der 1941 geborene IT-Tausendsassa promoviert 1972 an der Universität Hamburg zum Thema "Kosten- und kapazitätsorientierte Ersatzpolitik bei stochastisch ausfallenden Produktionsanlagen". Zwei Jahre später folgt seine Habilitation zum Thema Projektsteuerung. 1975 wird Scheer Direktor des Instituts für Wirtschaftsinformatik im Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz an der Universität des Saarlandes - und bleibt 30 Jahre im Amt. Mit ARIS entwickelt der vielfach ausgezeichnete und hochdotierte Wissenschaftler eine weltweit eingesetzte Methode zum Geschäftsprozessmanagement.

Scheer forscht, lehrt, schreibt Bücher, gründet Firmen (IDS Scheer AG, 1984), absolviert einen Börsengang (IDS Scheer, 1999), erhält zahlreiche Auszeichnungen (Ehrendoktorwürden, Saarländischer Verdienstorden, Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, Forschungspreise), sitzt in vielen hochkarätigen Gremien (Gesellschaft für Informatik, Forschungsunion Wirtschaft - Wissenschaft des Bundesforschungsministeriums), lehnt einen Ministerposten ab, dirigiert von 2007 bis 2011 den Branchenverband Bitkom und verkauft 2009 sein auf SAP-Beratung spezialisiertes Unternehmen IDS Scheer gewinnbringend an die Software AG.

An den Ruhestand denkt Scheer noch lange nicht. Für seine Beteiligungsgesellschaft hat er ehrgeizige Pläne, will in den nächsten fünf bis zehn Jahren die Unternehmen der Scheer Group auf einen "aggressiven Wachstumspfad" lenken und einen Gesamtumsatz von 100 Millionen Euro mit über 500 Mitarbeitern realisieren. Er sitzt weiterhin in der Jury des IT-Wettbewerbs "CIO des Jahres" von COMPUTERWOCHE und CIO Magazin und bewertet Unternehmensprojekte. Und weil das nicht genug ist, geht der passionierte Saxophonspieler regelmäßig mit seiner Band auf Tour.