Social Media Recruitment

Wie Instagram & Co. die Personalsuche erleichtern

23.03.2020
Von 
Social Media-Expertin bei GermanPersonnel
Neben Xing und LinkedIn erreichen Unternehmen Bewerber längst auch über „private“ Netzwerke wie Instagram oder Facebook. Dabei gilt es für Arbeitgeber, die Kandidaten auch richtig anzusprechen.

Es reicht nicht mehr aus, Bewerber ausschließlich über klassische Jobbörsen anzusprechen. Immer weniger Kandidaten sind aktiv auf Jobsuche. Die gute Nachricht lautet: Die Zahl der latent Wechselwilligen steigt kontinuierlich, und genau diese Zielgruppe erreicht man mit Social Media Recruitment (auch bekannt als Social Hiring oder Social Recruiting). Was Social Media auszeichnet: Der Nutzer bekommt den Inhalt in Form von Posts angezeigt. Der Algorithmus dahinter erkennt aus den Profilangaben sowie dem Verhalten des Nutzers auf der Plattform, ob ein Inhalt für ihn interessant sein könnte oder nicht.

Personalsuche per Instagram? Wir sagen Ihnen, unter welchen Voraussetzungen das eine gute Idee ist.
Personalsuche per Instagram? Wir sagen Ihnen, unter welchen Voraussetzungen das eine gute Idee ist.
Foto: Look Studio - shutterstock.com

Wer als Arbeitgeber seine Stellenausschreibungen über Social Media verbreitet, erhöht seine Reichweite sowie die Chance, eine größere Zahl von Bewerbern zu erreichen. Die Schaltung von bezahlten Kampagnen und die damit zusammenhängenden Targeting-Optionen machen soziale Netzwerke wie Instagram und Facebook für Recruiter besonders attraktiv.

Instagram - die neue Jobbörse?

Um offene Stellen erfolgreich zu besetzen, sollte der Recruiting-Mix auf die Wunschkandidaten abgestimmt sein. Entscheidend dabei ist, dass diese Maßnahmen individuell zugeschnitten und am besten auch auf die passiven und latent wechselwilligen Kandidaten abgestimmt sind. Auf welchen Kanälen Arbeitgeber im Rahmen ihrer Personalsuche aktiv werden sollten, hängt vor allem von ihrer Zielgruppe ab.

Facebook ist beispielsweise - gemessen an der Anzahl der Nutzer - die größte Social-Media-Plattform in Deutschland. Rund 30 Millionen potenzielle Kandidaten könnten darüber erreicht werden. Dennoch sind nicht alle Altersstufen, Tätigkeitsfelder und Branchen gleichermaßen vertreten. Instagram etwa weist eine völlig andere und deutlich jüngere Zielgruppe als Facebook aus und ist für die Personalsuche mittlerweile ein interessanter Kanal geworden - insbesondere in Sachen Employer Branding. Potenzielle Kandidaten lassen sich mit Foto- und Videoinhalten emotional erreichen. Unternehmen können damit dem Bedürfnis der heutigen Bewerber gerechter werden. Neben Fotos ist das Posten von Videos ein wichtiger Bestandteil der Plattform und enthält für beruflich aktive Mitarbeiter mit hoher Follower-Zahl interessante Möglichkeiten, Job-Interessenten auf die eigene Website zu leiten.

Bezüglich der richtigen Recruiting-Maßnahmen steht und fällt alles mit dem Wissen über die gewünschten Kandidaten. Folgende Fragen sollte man sich dabei unbedingt stellen:

  • Wie sollen die Bewerber sein?

  • Was sollen sie mitbringen?

  • Wo sind sie aktiv?

  • Auf welchen Social-Media-Kanälen sind sie zu finden?

Wenn Personaler das wissen, können sie die Stellenanzeige und auch die Werbebotschaften entsprechend formulieren. Gerade passive Kandidaten - man denke nur an Softwareentwickler - sind nur mit der richtigen Botschaft zu erreichen. Diese sollte den Wunsch auslösen, sich näher mit dem Unternehmen zu beschäftigen und sich zu bewerben.

Social Media Recruitment ist vielfältig

Neben der Möglichkeit, einen Link zur Stellenanzeige auf der eigenen Karriereseite zu posten und diesen in einer Kampagne zu bewerben, bietet zum Beispiel Facebook mit "Facebook for Jobs", eigene Recruiting-Lösungen. Hier können Unternehmen direkt Stellenanzeigen erstellen und verbreiten sowie zusätzlich bewerben. Wer auf eine solche Stellenanzeige auf Facebook klickt, kann sich direkt von Facebook aus auf die Stelle bewerben ohne die Seite zu verlassen. Die hinterlegten persönliche Angaben zur Berufserfahrung werden, genauso wie bei Xing oder Linkedin, von der Plattform selbst gezogen.

Active Sourcing, die Direktansprache von Kandidaten, eignet sich als weitere Recruiting-Maßnahme für Social Media. Auf Business-Netzwerken wie Xing oder Linkedin ist diese Art der Ansprache schon sehr verbreitet.

Social Recruiting - Employer Branding macht Bewerber

Um sein Employer Brand adäquat zu präsentieren, sollten Unternehmen bei der Personalsuche über soziale Netzwerke auf einen professionellen Auftritt achten. So selbstverständlich das klingen mag, so schwer tun sich die Firmen gerade in diesem Punkt, professionell zu agieren. "Private" Kanäle wie Facebook, Instagram oder YouTube bieten sich an, um die eigene Attraktivität als Arbeitgeber hervorzuheben. Die Einbindung der Mitarbeiter in Employer-Branding-Maßnahmen stärkt dabei nicht nur die Bindung zwischen Belegschaft und Unternehmen. Denn die Mitarbeiter sind vor allem wichtige Markenbotschafter. Wichtig dabei ist, dass die transportierten Botschaften authentisch sind, denn: Bewerber lassen sich nicht austricksen und werden das Unternehmen bei nächstbester Gelegenheit verlassen, wenn die Realität mit nicht mit den Versprechungen übereinstimmt.

Fakt ist, dass die Zahl der aktiv suchenden Job-Kandidaten nicht mehr den Personalbedarf der Unternehmen abdeckt. Personaler müssen mit ihren Angeboten also zwangsläufig auch passive und wechselwillige Kandidaten erreichen und dazu die ganze Bandbreite der sozialen Netzwerke nutzen. Das ist sowohl kostenlos, als auch in Form von bezahlten Kampagnen möglich. Social-Media-Kanäle bieten Unternehmen die Möglichkeit, ihre Inhalte - und dazu zählen auch Stellenanzeigen - zielgruppenspezifisch auszuspielen. Für die Personaler sind diese sogenannten Targeting-Optionen optimal, da sich die Streuverluste klassischer Werbemaßnahmen minimieren und sich so auch das Budget viel besser einsetzen lässt. Nichtsdestotrotz ist Social Media Recruitment nur ein Teil der Personal- und Mitarbeitersuche, die verschiedene Maßnahmen umfassen sollte. (mp/fm)