Beispiel Gameforge

Auch Spielefirmen müssen sich im Recruiting anstrengen

22.10.2019
Von 
Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting sowie Social Media im Berufsleben.
Auch Spieleentwickler suchen sehr gute Programmierer und Projektleiter. Cool allein reicht schon lange nicht, die anspruchsvollen Mitarbeiter erwarten vor allem eine wertschätzende Unternehmenskultur wie das Beispiel Gameforge zeigt.

Eigentlich sollte man meinen, dass eine gutgehende Spielefirma wie Gameforge es nicht nötig hat, sich besonders stark um den Nachwuchs zu engagieren, schließlich, so die allgemeine Wahrnehmung, möchten doch die meisten Jungs in einer Spielefirma arbeiten, ihr Hobby zum Beruf machen. Und genau gegen dieses (Vor)urteil kämpft Tomas Burck, seines Zeichens Vice President Customer Care and HR und seit 13 Jahren, also fast seit der Gründung der Karlsruher Firma dabei. "Wir sind ein Softwareunternehmen", darauf legt Burck wert, und Entwickler müssten gute bis sehr gute Programmierkenntnisse mitbringen.

Natürlich profitiere sein Unternehmen davon, dass es als Spieleentwickler unter dem IT-Nachwuchs als cooler Laden gelte, was aber nicht bedeute, dass man sich in puncto Recruiting und auch Mitarbeiterbindung nicht einiges einfallen lassen müsse. Heißt, dass seine Personaler die ganze Bandbreite der Recruiting-Instrumente nutzen - von Hochschulkontaktmessen über Anzeigen auf Jobportalen bis hin zum Active Sourcing, also der direkten Ansprache.

Gameforge profitiert zwar davon, dass es als Spieleentwickler unter dem IT-Nachwuchs als cooler Laden gilt. Trotzdem muss Tomas Burck beim Recruiting auf einige Instrumente zurückgreifen: Kontaktmessen, Anzeigen und Active Sourcing sind Wege um junge Entwickler zu erreichen.
Gameforge profitiert zwar davon, dass es als Spieleentwickler unter dem IT-Nachwuchs als cooler Laden gilt. Trotzdem muss Tomas Burck beim Recruiting auf einige Instrumente zurückgreifen: Kontaktmessen, Anzeigen und Active Sourcing sind Wege um junge Entwickler zu erreichen.
Foto: Gorodenkoff - shutterstock.com

Besonders gute Erfahrungen habe man in letzter Zeit mit eigenen Videos gemacht, in der sich das Team vorstellt, das den künftigen Kollegen sucht. Was Spielefirmen vom klassischen deutschen Mittelstand unter anderem unterscheidet, ist die internationale Zusammensetzung der Belegschaft - aus 25 Ländern rekrutieren sich zum Beispiel die Gameforge-Mitarbeiter. Besonders freut sich Burck darüber, wenn es gelingt, Entwickler aus den USA anzuheuern. Selbst der CTO komme aus Amerika. "Karlsruhe ist nunmal nicht die erste Adresse, wo ein Entwickler hinziehen will", Berlin sei auch aufgrund der vielen Startups der Favorit der meisten jungen Entwickler. Wichtig sei, die Bewerber bis in die badische Hauptstadt zu lotsen, so Burck. Dann ließen sich die Kandidaten von der hohen Lebensqualität dieser Stadt überzeugen. Trotz der internationalen Belegschaft fühle man sich sehr wohl als Teil der Region Karlsruhe und wolle dieser "was zurückgeben". Zum Beispiel beim jährlich stattfindenden Weihnachtsmarkt für die Mitarbeiter und deren Familien, bei dem Geld für karitative Einrichtungen gesammelt wird, oder mit Spenden an den Gaming-Aid-Verein. Außerdem sponsert Gameforge regionale Veranstaltungen wie die Schlosslichtspiele.

Tomas Burck, Vice President Customer Care and HR muss sich bei Gameforge in puncto Recruiting einiges einfallen lassen: "Karlsruhe ist nunmal nicht die erste Adresse, wo ein Entwickler hinziehen will." Deshalb freut er sich umso mehr, wenn es gelingt, Entwickler aus den USA anzuheuern.
Tomas Burck, Vice President Customer Care and HR muss sich bei Gameforge in puncto Recruiting einiges einfallen lassen: "Karlsruhe ist nunmal nicht die erste Adresse, wo ein Entwickler hinziehen will." Deshalb freut er sich umso mehr, wenn es gelingt, Entwickler aus den USA anzuheuern.
Foto: Gameforge

Burck ist aber vor allem stolz darauf, was seine Mitarbeiter in Umfragen berichten: "Wenn man sie fragt, was Gameforge besonders macht, finden sich auf den ersten Plätzen immer die großartigen Kollegen und der Umgang miteinander." Die Unternehmenskultur sei "das Betriebssystem" des Unternehmens, es gebe nichts, was "grundlegender für den Unternehmenserfolg wäre". Und damit Mitarbeiter zu so einer positiven Einschätzung kämen, müsse man einiges bieten. Natürlich fehle nicht das kostenlose gesunde Frühstück, auch das Mittagessen und die Getränke seien gratis. Aber all das nütze nichts, so Burcks Erfahrungen, wenn die Rahmenbedingungen und die interessanten Aufgaben und spannenden Projekte fehlten. Besonders gut kommt die Vertrauensarbeitszeit an, dass jeder möglichst flexibel arbeiten kann. Und zu dieser Flexibilität gehöre, weil man "selbst als Spielefirma in die Jahre kommt" ein Eltern-Kind-Arbeitszimmer. Jeder Mitarbeiter kann also seinen Nachwuchs in die Firma mitbringen, wenn es mit der Betreuung grad nicht klappt.