Celonis

Process Mining - die nächste Stufe

15.10.2020
Von 
Heinrich Vaske ist Editorial Director von COMPUTERWOCHE und CIO. Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung beider Medienmarken - im Web und in den Print-Titeln. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte und moderiert Veranstaltungen.
Der Münchner Process-Mining-Spezialist Celonis hat seine Produkte unter der Dachmarke „Execution Management System“ zusammengeführt und seinen Plattformansatz weiterentwickelt.
Celonis-Kunden sollen Kernprozesse künftig systemübergreifend überwachen können.
Celonis-Kunden sollen Kernprozesse künftig systemübergreifend überwachen können.
Foto: Alf Manciagli - shutterstock.com

Das Execution Management System erweitert die Process-Mining-Technologie des Unternehmens um weitere Anwendungen, Instrumente und einen App-Store. Die Vision der Gründer ist es, einen intelligenten Layer zu schaffen, den große Kunden über ihre vielfältigen Business-Systeme von Firmen wie SAP, Oracle oder Salesforce legen können. So sollen sie ihre wichtigsten Kernprozesse wie etwa Order-to-Delivery systemübergreifend überwachen und Störungen zunehmend automatisiert beseitigen können.

Celonis Execution Management System - das steckt drin

Das Execution Management System besteht aus bekannten und neuen Produkten. Es teilt sich auf in drei Komponenten:

  • Die "Execution Instruments" entsprechen dem, was bisher als Process-Mining-Analytics-Anwendungen bekannt war: Es geht dabei um Werkzeuge, mit denen Prozessexperten die Qualität ihrer Kernprozesse messen und Unregelmäßigkeiten aufdecken können.

  • Die "Execution Applications" dienen zunächst der Realtime-Überwachung von Prozessen und dem Verständnis dafür, welche "Execution Gaps" für Unternehmen besonders bedrohlich werden könnten. Diese Apps bringen außerdem Ansätze zur Beseitigung von Prozessstörungen mit, indem sie Routinevorgänge automatisieren und zuständige Mitarbeiter benachrichtigen. Celonis hat seine bereits vorhandenen Anwendungen für Opportunity Management, Accounts Payable und Accounts Receivable in das Portfolio dieser Execution Applications einsortiert.

  • Neu ist der dritte Baustein, das "Development Studio", mit dem Kunden und Partner eigene Anwendungen und Instrumente zur Prozessoptimierung bauen beziehungsweise beisteuern können. Gegenüber der COMPUTERWOCHE spricht Chief Product Officer Hala Zeine von einer Low-Code-Entwicklungsumgebung, mit der die Apps auf einfache Weise geschrieben werden könnten.

Im Store finden sich bereits die ersten drei Partner-Apps: Camelot ITLab hat "Demand Driven Material Requirements Planning (MRP) Value Mining" beigesteuert, ein Tool zur Optimierung der Materialplanung in einer Lieferkette. Von Protiviti stammt "Controls Excellence" für bessere Finanz- und Controlling-Prozesse und Zailution ist mit "Value Added Tax" für die Überprüfung von Rechnungsläufen an Bord.

Mit Integromat hat Celonis zudem ein Unternehmen aus Prag zugekauft, das auf Anwendungsintegration spezialisiert ist und damit ein wichtiger Baustein im Bereich der automatisierten Prozessintegration werden soll. Integromat bringt mehr als 500 System- und Anwendungskonnektoren mit in die Ehe und soll Celonis dabei unterstützen, den Schritt in Richtung Automatisierung schneller zu gehen.

Celonis gehört zu den erfolgreichsten Startups in der deutschen ITK-Szene. Das rund 850 Mitarbeiter starke Unternehmen wird nach einer Series-C-Finanzierung im vergangenen Jahr mit rund 2,1 Milliarden Euro bewertet.