Cyber Risk Jobs

"Technologien müssen gelebt werden"

23.04.2020
Von 
Maximiliane Piontek ist Studentin und freie Mitarbeiterin der Redaktion COMPUTERWOCHE bei der IDG Communications Media AG.
Ellen Dankworth ist Senior Managerin im Bereich Cyber Risk bei Deloitte. Sie und ihr Team arbeiten täglich daran, die Risiken der Digitalisierung zu identifizieren und zu bewerten, um ihren Kunden Handlungsempfehlungen zum Schutz ihrer Daten vor Cyber-Kriminellen zu geben.

Was ist Ihr Hintergrund und wie kamen Sie zu Deloitte?

Dankworth: Im Gegensatz zum vermeintlichen "Cyber-Stereotypen" habe ich nicht Informatik, sondern Business Administration studiert. Zu Deloitte kam ich im Jahr 2013, als mein fachlicher Schwerpunkt noch im Bereich Enterprise Content Management und damit in der Digitalisierung von Prozessen lag. Schon damals habe ich mich mit der Schnittmenge aus regulatorischen Anforderungen einerseits und der technischen Lösungsumsetzung andererseits befasst - der Aspekt der Informationssicherheit hat im Laufe der Zeit allerdings drastisch an Relevanz hinzugewonnen.

Ellen Dankworth, Deloitte: "Ich arbeite mit meinem Team in verschiedenen Projekten kontinuierlich daran, bestehende Methoden weiterzuentwickeln, neue Technologien zu analysieren und die Organisationsstrukturen der Kunden so auszurichten, dass sie den aktuellen Herausforderungen von Cyber Security gewachsen sind."
Ellen Dankworth, Deloitte: "Ich arbeite mit meinem Team in verschiedenen Projekten kontinuierlich daran, bestehende Methoden weiterzuentwickeln, neue Technologien zu analysieren und die Organisationsstrukturen der Kunden so auszurichten, dass sie den aktuellen Herausforderungen von Cyber Security gewachsen sind."
Foto: Deloitte

Wie sieht ein typischer Arbeitsalltag für Sie aus?

Dankworth: Ich habe mich inzwischen auf Cloud Security und die Automotive Industry spezialisiert - beides hochdynamische Themenfelder. Die steigende Digitalisierung und Vernetzung der Fahrzeuge, der Aufbau von "Connected Backends" auf Cloud-Basis und nicht zuletzt auch neue Regularien zur Cyber Security von Fahrzeugen führen dazu, dass sich für mich kein Arbeits-"Alltag" einstellt. Das ist gleichzeitig das Spannende an meinem Job: Ich arbeite mit meinem Team in verschiedenen Projekten kontinuierlich daran, bestehende Methoden weiterzuentwickeln, neue Technologien zu analysieren und die Organisationsstrukturen der Kunden so auszurichten, dass sie den aktuellen Herausforderungen von Cyber Security gewachsen sind.

Sie arbeiten am Puls der Digitalisierung. Welche Trends erwarten Sie in den nächsten Jahren?

Dankworth: Ich erwarte, dass die Nutzung von Cloud-Technologien in verschiedenster Form noch einmal drastisch zunehmen wird - nicht nur in der klassischen Enterprise IT, sondern auch im Bereich der industriellen Systeme. Hier werden Unternehmen vor eine große Herausforderung gestellt, Cyber Security in die genutzten Cloud Services zu integrieren und Transparenz über dezentral genutzte Cloud Services zu bewahren. Im Automobilsektor wird die Vernetzung von Fahrzeugen weiter zunehmen und die Herausforderungen für Over-The-Air Software Updates werden vermehrt in den Fokus rücken - nicht zuletzt aufgrund der neuen Cyber Security Regulierung der UN Economic Commission for Europe (ECE).

Muss man Hacker sein, um im Bereich Cyber Risk zu arbeiten? Wie setzt sich Ihr Team zusammen?

Dankworth: Absolut nicht! Natürlich spielt Technologie in unserer täglichen Arbeit eine große Rolle, allerdings sind in unserem Team von Informatikern über Marketing-Experten bis hin zu Ingenieuren und Betriebswirtschaftlern die unterschiedlichsten akademischen Fachrichtungen vertreten. Genau das ist auch notwendig, wenn wir Cyber Security ganzheitlich für unsere Kunden umsetzen wollen: Neben technischen Lösungen spielt immer auch die Wirtschaftlichkeit eine Rolle, Technologien müssen außerdem von den Mitarbeitern gelebt werden.