Tools für Migrationsprojekte

Schritt für Schritt zu Windows 7

06.07.2011
Von 
Bernd Reder ist freier Journalist mit den Schwerpunkten Netzwerke, IT und Telekommunikation in München.

Migrationsstrategie erarbeiten

Steht fest, wie viele Systeme und Programme auf Windows 7 migriert werden sollen, wird eine Planung erarbeitet. Zunächst sollten Testläufe mit einer kleineren Zahl von Clients durchgeführt werden, etwa in einer Außenstelle. Zudem ist es notwendig, eine möglichst exakte Aufwandsplanung aufzustellen. Sie sollte darüber Aufschluss geben, wie lange die Umstellung dauert und welche Ressourcen dafür abgestellt werden müssen. Die schließt die Arbeitsleistung der IT-Abteilung mit ein, zudem den finanziellen Aufwandfür das Aufrüsten oder den Kauf von Rechnern. Hinzu kommen die Ausgaben für Migrations-Tools, Beratungsleistungen und eventuell eines Client-Management-Systems. Ebenfalls zu berücksichtigen ist der Nutzungsausfall von Systemen, auf denen die Installation durchgeführt wird und die den Mitarbeitern zeitweise nicht zur Verfügung stehen.

Häufig wird bei Migrationsprojekten zudem der "menschliche Faktor" übersehen. Während jüngere Mitarbeiter den Umstieg auf eine neue Systemsoftware begrüßen, sind ältere Kollegen häufig skeptisch. Sie fürchten, dass sich durch die Einführung eines neuen Betriebssystems gewohnte Arbeitsabläufe ändern. Hinweise auf die Vorteile der Umstellung und Hilfsmaßnahmen wie Schulungen helfen dabei, solche Vorbehalte zu zerstreuen.

Auch das Management muss für die Migration gewonnen werden. Dies ist keine leichte Aufgabe. Denn nach Angaben der Beratungsgesellschaft Gartner kostet die Migration eines PCs von XP auf Windows 7 umgerechnet zwischen 1200 und 1400 Euro. Darin eingeschlossen sind Hardware-Upgrades für diejenigen Systeme, welche die Anforderungen nicht erfüllen, die Personalkosten der IT-Abteilung und Ausgaben für neue Software.

Welche Windows-7-Version die richtige ist?

Viele kleinere Unternehmen verzichten darauf, spezielle PCs für Unternehmenskunden zu ordern. Oft greifen sie auf Produkte eines Discounters zurück. Auf solchen Systemen ist häufig Windows 7 Home Premium vorinstalliert. Im Vergleich zur Professional-, Enterprise-und Ultimate-Ausgabe fehlen dieser Version jedoch Funktionen, die für den Betrieb im Unternehmen wichtig sind. Dazu zählt der Support von Netzwerk-Domänen. Zudem unterstützen Professional, Enterprise und Ultimate den Windows-XP-Modus. Dies ist für Unternehmen wichtig, die alte Anwendungen einsetzen, die nicht unter Windows 7 laufen.

Zudem bietet Home Premium nur eingeschränkte Funktionen zum Sichern und Wiederherstellen der Betriebssystemumgebungen. Auch die Festplatten-Verschlüsselung Bitlocker fehlt. Allerdings ist dieses Programm nur in den teuersten Windows-7-Versionen "Ultimate" und "Enterprise" integriert.

Eine weitere Frage, die Umsteiger auf Windows 7 beantworten müssen: Soll es die 32- oder die 64-Bit-Version sein? Eine eindeutige Antwort gibt es nicht. Für die 64-Bit-Ausgabe spricht, dass sie mehr Arbeitsspeicher ansprechen kann (mehr als 4 GByte). Bestimmte Anwendungen, vor allem Grafik- und CAD/CAM-Programme wie etwa Adobe Photoshop, arbeiten zudem unter 64 Bit schneller. Bei Standard-Anwendungen wie Office-Paketen oder E-Mail-Programmen ist kein Leistungsunterschied zu erkennen. "Zukunftssicherer" ist allerdings die 64-Bit-Version. Doch auch in diesem Fall gilt: Im Vorfeld prüfen, ob die vorhandene oder neue Applikationen auch mit 64 Bit zurechtkommen. Gleiches gilt für die Hardware. Nicht für alle Systeme stehen 64-Bit-taugliche Treiber zur Verfügung, auch wenn Windows 7 eine deutlich bessere Treiberunterstützung bietet als Vista.

Eine Liste der Hard- und Software, die mit Windows 7 zusammenarbeitet, hat Microsoft im Windows-7-Kompatibilitätscenter veröffentlicht.