Arbeitgeber-Ranking

Bewerber zieht es stärker zu Konzernen

24.03.2021
Von 
Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting sowie Social Media im Berufsleben.
Der Mittelstand verliert in der Corona-Krise deutlich an Anziehungskraft bei Bewerbern. Auch Familienunternehmen fallen in der Kandidaten-Gunst zurück.
Konzerne sind für Bewerber in der Krise attraktiver als mittelständische und kleine Unternehmen.
Konzerne sind für Bewerber in der Krise attraktiver als mittelständische und kleine Unternehmen.
Foto: Andrey Popov - shutterstock.com

Vor allem junge Menschen finden mittelständische Arbeitgeber zunehmend unattraktiver. Von ihnen wollen sich derzeit zwar immer noch gut ein Viertel bei kleinen und mittelständischen Arbeitgebern (KMU) bewerben, allerdings entspricht das einem Rückgang von 19 Prozent im Vergleich zum Juni des letzten Jahres. Auch die Attraktivität von Familienunternehmen ist rückläufig und fällt um acht Prozent auf 20 Prozent. Zum Vergleich: Der Anreiz im Konzern zu arbeiten, stieg bei Hochschulabsolventen im gleichen Zeitraum um 14 Prozent auf 58 Prozent an. Dies sind Ergebnisse aus dem aktuellen Corona HR Monitor des Trendence-Instituts für den im Schnitt monatlich 2.000 Menschen befragt werden.

Aber nicht nur bei Studierenden verliert der Mittelstand an Zugkraft, auch berufserfahrene Mitarbeiter wenden sich verstärkt anderen Arbeitgebertypen zu. So fiel der Anteil von Kandidaten mit akademischem Hintergrund, die mittelständische Arbeitgeber interessant finden, um sieben Prozent auf 27 Prozent. Bei nichtakademischen Fachkräften sank er um sechs Prozent. Profiteure dieser Entwicklung sind auch hier die Konzerne. Diese finden derzeit fast sechs von zehn Studierende (58 Prozent) passend, was einem Anstieg von 14 Prozent entspricht. Bei berufserfahrenen Kandidaten bleibt die Popularität der Konzerne im Vergleich zur Mitte des letzten Jahres hoch und steigt um ein Prozentpunkt auf 49 Prozent.

Jobsicherheit ist am wichtigsten

"Konzernen wird vielfach eine große Jobsicherheit als Attraktivitätsmerkmal zugeschrieben. Und die liegt derzeit besonders hoch im Kurs", so Robindro Ullah, Geschäftsführer von Trendence zu den Ergebnissen. Und das Thema Jobsicherheit habe zu Beginn diesen Jahres das Gehalt als Top-Treiber der Arbeitgeberwahl abgelöst. "Konzerne stehen durch ihre gefestigten Strukturen, die ein Garant für eine deutlich höhere Resilienz in Krisenzeiten sind, genau in diesem Trend und werden so als reizvollere Arbeitgeber wahrgenommen", so Ullah.

Einzig Schüler und Schülerinnen finden Arbeitgeber aus dem Mittelstand heute attraktiver als noch vor einem halben Jahr. Derzeit würde sich jeder Fünfte von ihnen bei einem mittelständischen Betrieb bewerben - das bedeutet ein Anstieg um sieben Prozent. Der große Gewinner in der Gunst der jüngsten Bewerber ist indes der Öffentliche Dienst - den finden insgesamt 45 Prozent der Schüler als Arbeitgeber ansprechend, elf Prozent mehr als noch im Juni 2020. Auch Startups sind für 23 Prozent (+ fünf Prozent) der Befragten eine berufliche Option für ihre Zukunft.

Insgesamt geben gemäß der Trendence-Zahlen 39 Prozent der Berufserfahrenen an, im Zeitraum der Pandemie ihre Arbeitgeberpräferenz geändert zu haben. Bei den Studierenden gaben dies 34 Prozent der Befragten an und bei nichtakademischen Fachkräften 30 Prozent. Besonders hoch im Kurs stehen Arbeitgeber aus der Pharma-Industrie, IT-Unternehmen sowie Beratungsunternehmen.

Zur Studie

Trendence ist ein unabhängige Beratungs- und Marktforschungsunternehmen und liefert Analysen und Daten rund um die Themen Employer Branding, Personalmarketing, Recruiting sowie weiteren HR-Disziplinen. Neben den jährlich erscheinenden Barometerstudien und Arbeitgeber-Rankings setzt Trendence auch Studien für internationale Konzerne, Mittelstand, Startups und öffentliche Institutionen um.