Podcast mit Gartner-Analyst Renè Büst

Was deutsche Unternehmen über die Cloud wissen müssen

09.08.2022
Von 
Heinrich Vaske ist Editorial Director von COMPUTERWOCHE, CIO und CSO sowie Chefredakteur der europäischen B2B-Marken von IDG. Er kümmert sich um die inhaltliche Ausrichtung der Medienmarken - im Web und in den Print-Titeln. 
Zu den versiertesten Cloud-Kennern in Deutschland gehört René Büst, Analyst im globalen Cloud-Team von Gartner. Wir haben ihn im Podcast "Foundry TechTalk" nach den Trends befragt.
Wie steht es um die Cloud in Deutschland? Unser Podcast gibt Antworten.
Wie steht es um die Cloud in Deutschland? Unser Podcast gibt Antworten.
Foto: Circumnavigation - shutterstock.com

Wie sicher sind unsere Daten denn nun, wenn wir sie in die Amazon-, Microsoft- oder Google-Cloud schieben? Wo stehen deutsche Unternehmen in Sachen Cloud Computing? Wird das noch was mit Gaia-X und den diversen Sovereign-Cloud-Angeboten? Was ist eigentlich von der Lidl- und Kaufland-Mutter Schwarz-Gruppe und ihrer Cloud-Marke Stackit zu erwarten?

Fragen über Fragen - wir haben sie René Büst gestellt, Senior Director und Analyst im weltweiten Cloud-Team von Gartner. Seinen Angaben zufolge befinden sich momentan rund 20 Prozent der weltweiten Workloads in der Cloud, deutsche Anwenderunternehmen liegen mit ihren Projekten im internationalen Durchschnitt. Die Zukunft gehöre hybriden Szenarien, es werde immer auch Workloads geben, die niemals in der Cloud landeten.

Viel mehr als nur Kosten

Dem Analysten zufolge denken deutsche Unternehmen im Zusammenhang mit der Cloud vor allem an Modernisierung und Effizienzverbesserung. Andere Länder, insbesondere im angelsächsischen Raum, arbeiteten bereits daran, auf diesem Wege ihre digitale Geschäftsstrategie umzusetzen und beispielsweise einen neuen Typ von Anwendungen zu entwickeln, mit dem Kundenerlebnisse gezielt verbessert werden können.

Gartner-Analyst René Büst geht im Podcast Foundry TechTalk auf die wichtigsten Fragen rund um Cloud Computing in Deutschland ein.
Gartner-Analyst René Büst geht im Podcast Foundry TechTalk auf die wichtigsten Fragen rund um Cloud Computing in Deutschland ein.
Foto: Arago GmbH

Die großen Hyperscaler sind und bleiben weltweit die erste Adresse, wenn es um Cloud-Infrastrukturen geht. Allerdings gibt es in vielen europäischen Unternehmen nach wie vor Sorgen: Die hohe Abhängigkeit, eine oft unzureichende Kostentransparenz und die ständige Ungewissheit, ob die Datensicherheit hundertprozentig gewährleistet und alle Regularien eingehalten werden, treiben deutsche Anwender um.

Damoklesschwert Schrems 2

Auch die Frage, ob sich US-Geheimdienste Zugang zu wichtigen Daten verschaffen können, ist nach dem Schrems-2-Urteil noch immer nicht zufriedenstellend beantwortet. Weltweite Krisenherde lassen ahnen, dass - ähnlich wie derzeit beim Gas - Datenleitungen theoretisch abgedreht werden könnten, wenn das der politische Wille einer Regierung ist.

Dem Gartner-Analysten zufolge werden Initiativen wie Gaia-X oder - für den Automotive-Sektor - Catena-X immer wichtiger, auch wenn der Abstimmungsbedarf hoch ist und die Vorhaben nur schleppend vorankommen. Eine Chance besteht auch in Allianzen zwischen den Hyperscalern und deutschen beziehungsweise europäischen Playern wie SAP und Arvato oder T-Systems, die erhöhte Sicherheitsgarantien ermöglichen.