Blogs, Wikis, Social Networks

Warum der Mittelstand Web 2.0 braucht

Diego Wyllie hat Wirtschaftsinformatik an der TU München studiert und verbringt als Softwareentwickler und Fachautor viel Zeit mit Schreiben – entweder Programmcode für Web- und Mobile-Anwendungen oder Fachartikel rund um Softwarethemen.

Web-2.0-Vorteile für den Mittelstand

Unternehmensberatungen wie Gartner oder die bereits zitierte Forrester sind sich in Sachen Web 2.0 einig: Neben der bereits umfangreichen Nutzung des Internets als Informationskanal und Transaktionsplattform müssen Unternehmen ihre Kompetenzen bezüglich der neuen Anwendungen und Technologien aufbauen, wenn sie den Anschluss an das Internet der Zukunft nicht verpassen wollen. Dabei begrenzen sich die Nutzungsmöglichkeiten des Mitmach-Netzes nicht nur auf die Interaktion mit Außenstehenden, sondern sie bieten auch Chancen, die unternehmensinterne Zusammenarbeit entscheidend zu verbessern.

Auf Social Networking entfällt rund die Hälfte der Investitionen in Web 2.0.
Auf Social Networking entfällt rund die Hälfte der Investitionen in Web 2.0.
Foto: Forrester Research

Denn richtig eingesetzt ermöglichen Web-2.0-Lösungen es Unternehmen, ihre Produktivität, Effizienz und Nähe zum Markt kostengünstig zu erhöhen. Dabei sind diese Instrumente kein Selbstzweck, sondern dienen dazu, etwa Daten rund um die Nachfolgeregelung besser zu strukturieren, Ideen beispielsweise zur Kostensenkung zu sammeln und weiter zu entwickeln, internationale Vertriebsprojekte besser zu steuern oder auch Informationen zu neuen Produkten oder Märkten zu bündeln und besser zugänglich zu machen. Blogs, Wikis und Social-Bookmarking-Portalen können im Intranet ferner dazu dienen, das interne Wissensmanagement zu optimieren und die Erfahrungen der Mitarbeiter im Firmengedächtnis zu speichern.

Die Qualität muss nicht leiden

Viele Mittelständler haben noch Vorbehalte gegenüber dem neuen, scheinbar unkontrollierbaren Internet. In der Praxis hat sich jedoch gezeigt, dass die Angst vor Wildwuchs und schlechter Qualität der Beiträge meist unbegründet ist, da die Mitarbeiter sehr sorgsam bei der Generierung eigener Inhalte umgehen, wenn ihnen entsprechende Ziele deutlich vermittelt werden, sie sich mit diesen identifizieren und den Nutzen für sich erkennen. Denn Web-2.0-Anwendungen stellen den Menschen in den Vordergrund und können schließlich dazu beitragen, seine Interessen und Ideen zu fördern und gleichzeitig seine Erfahrungen als mächtige Ressource für das Geschäft zu nutzen.