Migrationsstrategien

Public-Cloud-Erfolgsbeispiele

Clint Boulton ist Senior Writer bei unserer US-Schwesterpublikation CIO.com.
Florian beschäftigt sich mit vielen Themen rund um Technologie und Management. Daneben betätigt er sich auch in sozialen Netzen.
Sie scheuen den Schritt in die Public Cloud? Das könnte ein fataler Fehler sein, wie diese Beispiele für eine erfolgreiche Migration zeigen.

Die wilden "Gründertage" des Cloud Computing sind vorbei. Jetzt geht es darum, die richtigen Strategien zu entwickeln. Denn CIOs, die in die Zukunft denken, setzen nicht mehr auf die Public Cloud, um Kosten zu senken. Sie sehen die Cloud inzwischen als Chance, vom Data-Center-Management weg zu kommen und sich stattdessen auf die Projekte konzentrieren zu können, die von strategischer Bedeutung für den Geschäftserfolg sind.

Mit der Public Cloud zu neuen Erfolgshöhen? Diese Unternehmen zeigen Ihnen, wie es geht.
Mit der Public Cloud zu neuen Erfolgshöhen? Diese Unternehmen zeigen Ihnen, wie es geht.
Foto: crazymedia - shutterstock.com

Public-Cloud-Anbieter im Goldrausch

Ob es sich dabei nun um die Konzeption einer mobilen Applikation oder die Etablierung einer neuen Website zur Stärkung der Kundenbindung handelt - diese Entwicklungen zeigen, welch große strategische Bedeutung die Public Cloud heutzutage für viele Unternehmen hat. Als Plattform für grundlegende Business-Applikationen und -Services hat sich die Public Cloud für Unternehmen zudem als beliebter Digitalisierungs-Helfer etabliert, mit dem sich im Idealfall sowohl Umsatz als auch Gewinn steigern lassen.

Aus Perspektive der CIOs bietet die Wolke auch einen Weg, unter Anwendung von Prinzipien wie Agile, DevOps und Design Thinking Software schneller zu entwickeln. Die Public Cloud hat sich zum Katalysator für solche Veränderungen entwickelt. Das reflektiert auch der Markt: Laut IDC werden die Einnahmen aus Public-Cloud-Dienstleistungen 2017 bei 123,2 Milliarden Dollar liegen. Im Jahr 2020 sollen es dann bereits 204,5 Milliarden Dollar sein.

Die Kollegen unserer US-Schwesterpublikation CIO hatten die Gelegenheit, mit einigen IT-Entscheidern über deren Erfahrungen bei der Migration in die Public Cloud zu sprechen. Wenn auch Sie den Umzug in die Wolke planen - lassen Sie sich von den folgenden, positiven Migrations-Beispielen inspirieren.

Wie Merrill mit der Public Cloud wächst

Das traditionsreiche US-Unternehmen Merrill Corporation bietet Unternehmen virtuellen Speicherplatz für hochsensible Informationen - etwa Dokumente zu Fusionen und Übernahmen. Auch Merrill steht vor der Aufgabe der digitalen Transformation und nutzt dazu Microsofts Public Cloud. Merrill-CTO Brad Smuland dirigiert den Übergang in die Wolke und verspricht sich vom Wechsel in die Public Cloud nicht weniger als den Wandel von einer Service Company zum Technologie-Player.

Unter der Regie von Smuland laufen derzeit rund 1700 Server auf Microsofts Cloud-Plattform Azure und 4500 im eigenen Data Center - wobei täglich Server ins Azure-System verlagert werden. Um nicht blind in eine alles zermalmende Kostenspirale zu laufen, hat der CTO stets ein wachsames Auge auf die laufenden Kosten des Public-Cloud-Services von Microsoft. Unterstützung bekommt er in dieser Hinsicht von Turbonomic. Das Kostenmanagement-Tool für die Cloud verschiebt Workloads automatisch von den On-Premise-Servern auf die Azure-Plattform - und umgekehrt. Das geschieht auf Basis von Algorithmen, die entscheiden, welche Plattform für bestimmte Aufgaben das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet.

Durch die Migration in die Public Cloud musste die Merrill Corporation (3000 Beschäftigte in 36 Ländern) nicht nur ihre IT-Architektur überarbeiten und neu ausrichten, sondern auch neue Talente an Bord holen. Allen voran Softwareentwickler, Fachleute für IT Security, Produktmanager und UX-Designer. Die neuen Mitarbeiter jonglieren mit On-Premise- und Cloud-Infrastrukturen, überwachen neue Security-Konzepte und entwickeln native Cloud-Applikationen mit Microservices im DevOps-Umfeld. Nach Aussage von Smuland mussten dabei nur einige wenige der "alteingesessenen" Mitarbeiter auf "Transformations-Linie" gebracht werden - was wieder einmal untermauert, dass eine Cloud-Migration nicht nur Sache von Technologie, sondern auch von Unternehmenskultur ist.

"Wir sind sehenden Auges in dieses Projekt gestartet, aber es war dennoch viel mehr Aufwand, als ich erwartet hatte," erzählt CTO Smuland. "Die wesentlichen Problemstellen waren der Wandel von Skills, Kultur und Gesamtstrategie. Denn dabei geht es für viele Menschen an die Substanz - nämlich wie sie ganz konkret Tag für Tag arbeiten. In diesem Bereich hatten wir eine Menge zu tun."

Smulands Rat an andere IT-Entscheider, die vor ähnlichen Projekten stehen: "Unsere strategischen Partnerschaften waren absolut erfolgskritisch und auch wesentlich für die Geschwindigkeit der Umsetzung. Ohne sie hätten wir das so nicht geschafft. Allzu oft fühlen sich meine geschätzten CIO-Kollegen dazu genötigt, alles komplett selbst zu entwickeln und auszurollen."