Personalarbeit im Mittelstand

08.01.2004
Von 
Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting sowie Social Media im Berufsleben.

Uwe Kloos, Personalchef beim Münchner IT-Dienstleister Softlab, legt vor allem großen Wert auf Transparenz. "In einem Dienstleistungs- und Projekthaus sind die Mitarbeiter das wahre Kapital der Firma, und die Personalarbeit hat sich konsequent darauf auszurichten." Hier spielten nicht nur professionelle Personalinstrumente eine dominante Rolle, sondern diese "müssen auch durch Grundwerte untermauert werden." Dabei gehe es um Werte wie Effektivität, Solidität, Intelligenz und Menschlichkeit.

Softlab ist gerade dabei, ein neues integriertes Karriere- und Entwicklungssystem einzuführen, das dem Mitarbeiter eine "Landkarte" für eine eigenverantwortliche Weiterentwicklung aufzeigt und die Vergütungschancen transparent macht.

Teilzeitarbeit wird wenig angeboten

Auch mit den modernen Methoden der Organisation scheinen viele Mittelständler auf Kriegsfuß zu stehen. Immerhin gaben 61 Prozent der Studienteilnehmer an, dass sie flexible Arbeitszeiten eingeführt haben. Bei näherem Betrachten sieht das Ergebnis eher deprimierend aus, denn nur 17 Prozent bieten Teilzeitarbeit an, 15 Prozent setzen auf selbststeuernde Teams, fünf Prozent besitzen Qualitätszirkel, drei Prozent virtuelle Büros, und jeweils zwei Prozent haben es schon mal mit Jobsharing und Jobrotation probiert.

Am stärksten sind die Defizite bei der Vereinbarkeit von Beruf und Freizeit beziehungsweise Familie. "Das bekommt keiner richtig hin", lautet der lapidare Kommentar des Professors. Bei der Frage nach der Familienfreundlichkeit werden 41 Prozent der Firmen als "sehr schlecht" und 45 Prozent als "schlecht" bewertet. Diese ungünstige Beurteilung kommt deshalb zustande, weil die Firmen nach bestimmten Kriterien befragt wurden, die ein familienfreundliches Unternehmen auszeichnen wie Betreuungsmöglichkeiten, Kindergarten etc. Bei der Selbsteinschätzung glauben allerdings 46 Prozent der Befragten, dass sie familienfreundlich sind.

Best Pers Award 2003