Verkehrsmanagement beim Wacken Open Air

Metal-Fest mit Echtzeit-Verkehrserfassung

17.08.2015
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Florian beschäftigt sich mit vielen Themen rund um Technologie und Management. Daneben betätigt er sich auch in sozialen Netzen.
Europas größtes Heavy-Metal-Festival und die COMPUTERWOCHE gehen auf den ersten Blick nicht unbedingt zusammen. Allerdings wurde das Musik-Festival in diesem Jahr zum Schauplatz für das Verkehrsmanagement-Projekt VABENE++.

Im Rahmen des Projekts kooperierten das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der Festival-Veranstalter ICS GmbH. Das Ziel: die mit dem Auto anreisenden Besucher möglichst effizient zu ihren Parkplätzen zu lotsen und damit die Optimierung des bestehenden Verkehrsmanagement-Systems.

Das Wacken Open Air 2015 wurde zum Schauplatz des VABENE++-Verkehrsmanagement-Projekts.
Das Wacken Open Air 2015 wurde zum Schauplatz des VABENE++-Verkehrsmanagement-Projekts.
Foto: DLR

Wacken 2015: Metal & Verkehrsmanagement

Über mangelnde Beteiligung konnten sich die Beteiligten nicht beschweren: Von den insgesamt 75.000 Besuchern des Wacken Open Air 2015 reisten rund 50.000 Menschen in 24.000 Autos an. So konnten die Wissenschaftler des DLR eine neue Technologie zur Verkehrserfassung testen. Das System wurde speziell dafür entwickelt, die Verkehrsströme bei Großveranstaltungen digital zu erfassen und zu steuern.

In der Praxis sah das beim Wacken Open Air so aus: Rund um das Festival-Gelände wurden Bluetooth-Boxen an neun Knotenpunkten aufgestellt, die vorbeifahrende Autos anhand ihrer Bluetooth-fähigen Devices erkennen konnten und die Daten (verschlüsselt und anonymisiert) an die Datenbank des DLR übermittelten. "So konnten wir messen, wie lange sich ein Auto im Empfangsbereich der Bluetooth-Box aufhält. Das ließ wiederum Rückschlüsse auf den Verkehrsfluss zu: Je länger sich ein Auto in einem Empfangsbereich aufhielt, desto höher war die Wahrscheinlichkeit, dass es sich in diesem Bereich gerade staut", erklärt Ronald Nippold vom DLR-Institut für Verkehrssystemtechnik.

Wurde eines der Autos an einem anderen Knotenpunkt über sein Bluetooth-Device wiedererkannt, ließen sich aus der verstrichenen Zeit und Entfernung Rückschlüsse über den Verkehrszustand ziehen. Dieser war - visuell aufbereitet - über ein Webportal abrufbar. Neben der Echtzeit-Verkehrserfassung am Boden kam auch ein Helikopter mit drei Kameras zum Einsatz, dessen Luftbilder als Vergleichsbasis zu den Bluetooth-Boxen dienten.