Vom Apple I über die Apple Watch hin zum iPhone SE

Die turbulente Apple-Story

22.05.2017
Von  und
Jürgen Mauerer ist Journalist und betreibt ein Redaktionsbüro in München.


Florian beschäftigt sich mit vielen Themen rund um Technologie und Management. Daneben betätigt er sich auch in sozialen Netzen.

2015 - 2016: Apple Watch, iPad Pro, FBiOS & iPhone 7

Mit den Worten "One more thing" kündigte Apple CEO die erste Smartwatch aus Cupertino an - seit Ende April 2015 ist die smarte Uhr zu haben. Das Preisgefüge ist relativ breit gestreut: 399 Euro kostet das Einstiegsmodell, 18.000 Euro die vergoldete Top-Variante. Auch aufgrund mangelnder Konkurrenz ist die Apple Watch in ihrem Segment unangefochtener Marktführer.

Im September 2015 stellt Apple schließlich eine ganze Reihe neuer Geräte vor. Darunter die aktuelle iPhone-Generation 6S und 6S Plus, die vierte Generation der Set-Top-Box Apple TV und - das iPad Pro. Letzteres soll den Markt der 2-in-1-Devices aufmischen und das iPad dank andockbarer Tastatur und Stylus auch für Produktivitätsaufgaben fit machen. Allerdings läuft das iPad Pro weiterhin auf dem mobilen Betriebssystem iOS. Letzteres steht seit März 2016 in der Version 9.3 zur Verfügung. Im Februar 2016 zeigt Apple schließlich das iPhone SE - eine günstigere Business-Variante des Smartphone-Bestsellers - sowie eine kleinere Variante des iPad Pro.

Apple-CEO Tim Cook, der seinen Posten kurz vor dem Tod von Steve Jobs im Oktober 2011 übernimmt, setzt in seiner Ära bislang völlig andere Akzente als das verstorbene Apple-Mastermind. Die Impulse zur Produktentwicklung kommen nicht mehr unbedingt vom Chef selbst, sondern von wichtigen Managern wie Star-Designer Jony Ive. Cook kümmert sich stattdessen systematisch um den politischen Rahmen - angefangen bei verbesserungswürdigen Arbeitsbedingungen in den chinesischen Fabriken der Apple-Partner, über Themen wie Umweltschutz bis hin zur Debatte um Privatsphäre. Diese gewinnt Anfang des Jahres 2016 noch einmal deutlich an Schärfe, denn kurz vor dem 40. Geburtstag des Unternehmens muss Cook einen juristischen Kampf mit der US-Regierung ausfechten. Die will den Konzern zum Aushebeln des Passwort-Schutzes beim iPhone 5C eines getöteten, mutmaßlichen Terroristen zwingen. Nach öffentlicher Diskussion und prominenter Unterstützung für Cook und den Apple-Konzern - unter anderem durch Facebook-Gründer Mark Zuckerberg - kommen Beamte des FBI schließlich ohne die Hilfe von Apple an die Daten.

An der Börse läuft es ebenfalls nicht besonders gut für Apple: Nach einem bescheidenen Börsenjahr 2015 verliert Apple im Februar 2016 für einen Tag die Position des weltweit wertvollsten, börsennotierten Unternehmens an die Google-Muttergesellschaft Alphabet - obwohl Apple in einem Quartal mehr Gewinn macht, als der gesamte Google-Konzern in einem Jahr. Ob und wie lange sich Apple an der Spitze der Tech-Branche behaupten kann, wird vor allem vom Absatzerfolg des iPhones abhängen. Außerdem muss Apple eine Antwort auf die Frage liefern, ob es knapp zehn Jahre nach der Einführung des iPhones noch einmal gelingen kann, einen bestehenden Markt mit neuartigen Produkten umzukrempeln - zum Beispiel mit dem seit Jahren diskutierten Apple Car. Auch über die kommende iPhone-Generation wird vielerorts bereits fleißig diskutiert und gemutmaßt.

Ganz nach alter Tradition stellte Apple auch im September 2016 ein neues iPhone vor. iPhone 7 und 7 Plus unterscheiden sich optisch zwar kaum von ihren Vorgängern, allerdings ist die Kopfhörerbuchse Geschichte. Und moderate Wasserverträglichkeit wird auch endlich Wirklichkeit am Apple Smartphone. Dennoch fallen die Reaktionen auf die heiß erwartete Keynote eher verhalten aus. Denn mit wirklichen Innovationen kann der Tech-Riese beim iPhone 7 nicht aufwarten. Auch die Ankündigung der Apple Watch Series 2 ruft keine Begeisterungsstürme hervor. Das Ausbleiben eines Booms und die Geschäftszahlen für das Jahr 2015 sorgen Ende Oktober 2016 dafür, dass die Apple-Aktie Kursverluste hinnehmen muss. Schon im darauffolgenden Weihnachtsgeschäft konnte der Konzern zwar neue Rekordzahlen vermelden, allerdings scheint sich das iPhone 7 nicht besser zu verkaufen als sein Vorgänger.

Im November 2016 zeigt Apple ein komplett neues Macbook Pro mit einer kontextsensitiven Multitouch-Leiste. Doch das ist nicht die einzige Neuerung am aktuellen Macbook: Magsafe ist Geschichte, ab sofort gibt es nur noch Thunderbolt-Anschlüsse zum Laden des Geräts. Das neue Macbook bringt darüber hinaus schnellere Prozessoren und SSDs mit und ist entweder mit 13-Zoll- oder 15-Zoll-Screen erhältlich. Ein Touch-Display bleibt am Macbook jedoch weiterhin kein Thema - auch wenn zuvor Gerüchte um ein solches Feature aufkommen. Ein Update hat das Macbook zu diesem Zeitpunkt in jedem Fall dringend nötig: Im dritten Quartal 2016 fallen die Mac-Verkäufe nach Apples Bilanz um 17 Prozent.

2017: iPad

Ende März 2017 stellte Apple schließlich ein neues iPad vor, das das iPad Air 2 ersetzt. Das Tablet gibt es ausschließlich mit 32 GB oder 128 GB Speicher, jeweils entweder mit Wifi- oder Mobilfunk-Support. Darüber hinaus bietet Apple auch ein Topmodell mit Nano-Sim-Slot an. Das aktuelle iPad ist nur unwesentlich dicker und schwerer als das iPad Pro - das Gewicht liegt mit 469 Gramm etwas über dem des iPad Air 2. Neue iPad-Pro-Modelle sollen noch in diesem Jahr folgen. Und wie jedes Jahr brodelt die Gerüchteküche schon kräftig, wenn es um das kommende iPhone 8 geht. (fm/jm/cv/dpa)