Bewerbung und soziale Medien

Der künftige Arbeitgeber sieht und weiß alles

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting sowie Social Media im Berufsleben.
Privat ist nicht gleich privat – dessen müssen sich Jobsuchende bewusst sein, wenn sie meinen, auf Facebook die Sau rauslassen zu müssen. Darauf weist unser Karriereexperte Reinfried Grundmann hin.
  • Auch das Profil auf Facebook sollte mit Bedacht und Business-tauglich ausgerichtet sein
  • Man sollte sich jedoch der Sichtbarkeit der Kommunikation auf diesem sozialen Netzwerk bewusst sein

"Ich befinde mich aktiv in der Bewerbungsphase und gehe gerade meine Anfragen auf Xing durch. Seit Neuesten wurde ich auch in Facebook zum Thema Jobsuche angesprochen. Ich hatte Facebook bisher mehr als private Plattform gesehen. Muss ich mein Profil dort jetzt auch professionell ausrichten? Wie lautet Ihre Empfehlung?"

Muss das Profil auf Facebook auch Business-orientiert ausgerichtet sein? "Ja", meint Karriereexperte Reinfried Grundmann.
Muss das Profil auf Facebook auch Business-orientiert ausgerichtet sein? "Ja", meint Karriereexperte Reinfried Grundmann.
Foto: VLADGRIN - shutterstock.com

Headhunter Reinfried Grundmann meint dazu: "Früher als Manager und auch heute als Personalberater sind die sozialen Netzwerke immer mein erster Schritt gewesen, um mir einen ersten Eindruck von einer Person zu verschaffen. Hierzu gehören in erster Linie Xing, LinkedIn und Facebook. Xing ist für mich für den deutschen-, LinkedIn mehr für den internationalen Arbeitsmarkt und Facebook für die privaten Informationen über potenzielle Bewerber/Kandidaten.

Xing und LinedIn bauen ihre Geschäftsmodelle um

In letzter Zeit ist es aber so, dass Xing und LinkedIn versuchen, ihre Geschäftsmodelle umzubauen und mehr Umsätze über ihre Services zu generieren. Dies ist aus meiner Sicht der Grund, warum auch die Unternehmen und die Personalberater in Zukunft immer mehr versuchen werden, auch über Facebook Kandidaten zu finden, um Kosten zu sparen. Also lautet meine Antwort definitiv "Ja". Um bei Wechselinteresse gefunden zu werden, sollte man zukünftig auch in Facebook sein Profil Business-orientiert und professionell ausrichten.

Für Headhunter Reinfried Grundmann kommt Facebook wegen der Sichtbarkeit der Kommunikation nur zur ersten Kontaktaufnahme oder als Personalberater zur schnellen Verbreitung von Stellenanzeigen in Frage.
Für Headhunter Reinfried Grundmann kommt Facebook wegen der Sichtbarkeit der Kommunikation nur zur ersten Kontaktaufnahme oder als Personalberater zur schnellen Verbreitung von Stellenanzeigen in Frage.
Foto: HSC

Aber Vorsicht! Für mich kommt Facebook nur zur ersten Kontaktaufnahme oder als Personalberater zur schnellen Verbreitung von Stellenanzeigen in Frage. Dies hat etwas mit der Sichtbarkeit der Kommunikation in Facebook zu tun. Facebook ist mehr dazu ausgelegt, dass meine direkten Freunde oder auch die gesamte Facebook-Community meine Kommunikation oder auch die Chronik sehen können. Falls sie also mit einem Familienmitglied ihres Chefs über Facebook befreundet sind, sollten sie bei der Kommunikation was den Bereich Personalberatung betrifft, sehr vorsichtig sein. Grundsätzlich gilt natürlich immer, dass man auch beim Posten von privaten Informationen in den sozialen Netzen darauf achten sollte, dass diese keinen negativen persönlichen Eindruck hinterlassen.

Wer ebenfalls eine Frage an unsere Karriereexperten hat, kann dies gerne tun, zu erreichen unter http://www.computerwoche.de/p/ratgeber-karriere,554.