Microservices und Platform-as-a-Service

Cloud-native Apps machen Unternehmen agiler

Wolfgang Herrmann ist Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO. Zuvor war er Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel und stellvertretender Chefredakteur COMPUTERWOCHE. Zu seinen thematischen Schwerpunkten gehören Cloud Computing, Big Data / Analytics und Digitale Transformation.
Unternehmen, die neue Anwendungen speziell für den Cloud-Betrieb entwickeln, sind im Wettbewerb agiler und schneller. Laut einer aktuellen Studie setzen bisher aber nur wenige Organisationen auf Cloud-native-Architekturen.

Die wirklich disruptiven Unternehmen aus dem Silicon Valley und anderswo sind erfolgreich, weil sie die Elastizität der Cloud mit einem "Cloud-native"-Ansatz voll ausnutzen. Das schreibt der IT-Dienstleister Capgemini in einer aktuellen Studie. Die Pioniere auf diesem Gebiet bauten Anwendungen direkt in der Cloud und setzten dabei auf eine modulare Microservices-Architektur. Auf dieser Grundlage könnten sie Innovationen schneller entwickeln und neue Produkte rasch skalieren. Für Unternehmen mit monolithischen Systemen sei dieses Ausmaß an Geschwindigkeit und Flexibilität unerreichbar.

Bislang sind nur rund 15 Prozent der neuen Enterprise-Anwendungen Cloud-nativ, berichtet der IT-Dienstleister Capgemin.
Bislang sind nur rund 15 Prozent der neuen Enterprise-Anwendungen Cloud-nativ, berichtet der IT-Dienstleister Capgemin.
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Bislang sind nur rund 15 Prozent der neuen Enterprise-Anwendungen Cloud-nativ, berichtet Capgemini unter Berufung auf eine Umfrage unter gut 900 Führungskräften aus IT- und Fachbereichen in den Regionen Europa, Amerika und Australien. Bis 2020 soll der Anteil auf 32 Prozent steigen.

Unter Cloud-native will Capgemini Anwendungen und Services verstanden wissen, die speziell für eine optimale Performance in der Cloud entwickelt wurden und dazu insbesondere PaaS-Features nutzen. Der Ansatz geht insofern weit über die verbreitete Nutzung von Rechenleistung oder Speicher aus der Cloud hinaus.

Ihre Meinung ist gefragt!

Getrieben werde das Wachstum bei Cloud-nativen Anwendungen von der Erkenntnis, dass die IT auf diesem Weg wirksamer zu einem agilen Business und mehr Innovationen beitragen könne, erläutern die Studienautoren. "Wir gehen davon aus, dass Cloud-native-Architekturen bis 2020 für kundenseitige Anwendungen die gesetzte Option sein werden", kommentiert Franck Greverie, Cloud und Cybersecurity Group Leader bei Capgemini.

Die befragten CIOs erhoffen sich davon auch eine zunehmende Bedeutung der IT, wenn es um die Unterstützung von Geschäftszielen geht. Dazu gehört für 67 Prozent der Studienteilnehmer die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle, 72 Prozent nennen eine rasche Skalierung des Geschäfts und 71 Prozent schnellere Updates bestehender Produkte und Services. Für 68 Prozent können Cloud-native-Ansätze ferner dazu beitragen, neue Marktzugänge zu etablieren.