AWS, Microsoft und Google

Cloud-IaaS-Provider auf dem Prüfstand

Wolfgang Herrmann ist Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO. Zuvor war er Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel und stellvertretender Chefredakteur COMPUTERWOCHE. Zu seinen thematischen Schwerpunkten gehören Cloud Computing, Big Data / Analytics und Digitale Transformation.
Wenige mächtige Player dominieren den Markt für Infrastructure as a Service. Im "Magic Quadrant" analysiert Gartner die Angebote von AWS, Microsoft und Google. Alibaba, IBM und Oracle kommen nur als "Nischen-Player" in die Wertung.

Wer es im Gartner Magic Quadrant in den "Leaders"- Quadranten schafft, darf sich über eine Auszeichnung besonderer Art freuen. Im hart umkämpften Cloud-Markt gilt das ebenso wie in den vielen anderen IT-Disziplinen, die das Marktforschungs- und Beratungshaus regelmäßig analysiert. Der "Magic Quadrant for Cloud Infrastructure as a Service, Worldwide" bringt auf den ersten Blick zwar kaum Überraschungen.

Amazon Web Services (AWS) und Microsoft positionieren sich mit großem Abstand zu Google in der Gruppe der Marktführer. Bemerkenswert aber ist, dass die Auguren keinen einzigen Anbieter als "Visionär" oder gar als "Herausforderer" einstufen. Stattdessen finden sich IT-Größen wie IBM und Oracle in der undankbaren Rolle der "Nischen- Player" wieder, gemeinsam mit dem aufstrebenden chinesischen Provider Alibaba Cloud.

AWS, Microsoft und Google sind mit großem Abstand die führenden Anbieter von Cloud IaaS.
AWS, Microsoft und Google sind mit großem Abstand die führenden Anbieter von Cloud IaaS.
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Für CIOs und andere IT-Verantwortliche lohnt sich eine genauere Beschäftigung mit dem aktuellen Gartner- Ranking. Denn die Marktforscher analysieren detailliert, wo die Stärken und Schwächen der Anbieter liegen. Gartner definiert IaaS als standardisiertes und hochautomatisiertes Angebot, das Compute-Ressourcen mit Storage- und Networking-Services erweitert.

Eigentümer dieser Ressourcen ist der Cloud-Service-Provider, der seine Dienste dem Kunden je nach dessen individuellem Bedarf, sprich "on Demand", zur Verfügung stellt. Die IT-Kapazitäten sind skalierbar und lassen sich nahezu in Echtzeit vom Kunden anpassen. Dazu stellen die Provider Self-Service-Schnittstellen zur Verfügung, darunter Web-basierte Benutzeroberflächen und technische APIs.

Die IT-Dienste werden aus einer Single-, einer Multi-Tenant- oder auch einer gemischten Umgebung heraus zur Verfügung gestellt. Es kann sich also um dedizierte oder auch geteilte ("shared") Komponenten handeln. In der Gartner-Definition können diese entweder beim Service-Provider oder aber im Data Center des Kunden gehostet werden. Der Magic Quadrant für Cloud IaaS deckt deshalb sowohl Public- als auch Private-Cloud-IaaS-Angebote ab.

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In die Anbieterbewertung flossen ferner nicht nur die IaaS-Dienste selbst, sondern auch zugehörige Management-Tools ein, außerdem sogenannte Cloud-Software- Infrastruktur-Dienste. Dazu gehören etwa Middleware und Database as a Service. Mit neuen Abstraktionstechniken wie Serverless Computing verschwimmen zudem die Grenzen zwischen IaaS und PaaS (Platform as a Service), erläutern die Gartner-Experten.

In einigen Fällen könnten die verglichenen IaaS-Dienste deshalb auch in die Kategorie PaaS fallen. Trotz einiger Grauzonen wurden für den Magic Quadrant aber keine klassischen PaaS-Provider ohne eigenes IaaS-Angebot berücksichtigt.