Synfioo

So wird die Lieferkette effizienter

09.06.2019
Von 
Spezialgebiet Business-Software: Business Intelligence, Big Data, CRM, ECM und ERP; Betreuung von News und Titel-Strecken in der Print-Ausgabe der COMPUTERWOCHE.
Das Logistik-Startup Synfioo hat eine Lösung entwickelt, mit der sich Ankunftszeiten in Lieferketten exakter vorhersagen lassen. Gefördert wurde das Unternehmen im SAP Startup Accelerator.

Transparenz in bis dato undurchsichtige Lieferketten bringen, Transportprozesse für alle Teilnehmer sichtbar machen und relevante Informationen in Echtzeit zur Verfügung stellen - das Startup Synfioo hat sich einiges vorgenommen, Logistikprozesse effizienter zu machen. Doch das ist alles andere als einfach. Immer komplexere und vernetztere Transportprozesse reagieren empfindlich auf unvorhergesehene Störungen wie Staus, Unfälle, Wetterlagen oder geschlossene Grenzen.

In den weltweit verzweigten Logisitikketten geht es darum, Störungen möglichst frühzeitig zu erkennen.
In den weltweit verzweigten Logisitikketten geht es darum, Störungen möglichst frühzeitig zu erkennen.
Foto: SAP SE

Hier setzt die Lösung von Synfioo an. Die Software informiert Anwender nahezu in Echtzeit über Störungen in Lieferketten, die zu Verzögerungen führen können. Dafür werden auf der Cloud-basierten Plattform unternehmensinterne Informationen mit über 50 externen Datenquellen verknüpft und so die einzelnen Prozesse der Lieferkette analysiert. Zudem werden historische Daten mit Hilfe von Machine-Learning-Algorithmen bearbeitet. Heraus kommt eine Estimated-Time-of-Arrival-Lösung (ETA), die exakte Ankunftszeiten für jeden Transport vorhersagen können soll, verspricht der Anbieter.

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Proaktiv Störungen umgehen

Neben frühzeitigen Störungsmeldungen ist Synfioo in der Lage, aus den Daten konkrete Empfehlungen und Handlungsalternativen abzuleiten und bereitzustellen. Disponenten könnten dem Anbieter zufolge proaktiv mit Störungen umgehen und so bis zu 20 Prozent Arbeitszeit einsparen. Synfioo spricht an dieser Stelle von einem "Management by Exception". Transporte und Störquellen müssten nicht mehr manuell überwacht werden. Die Lösung hebt im "Transportation Cockpit" nur kritische Abschnitte einer Lieferkette hervor und lenkt die Aufmerksamkeit der Nutzer auf die entsprechenden Informationen.

Im Transportation Cockpit der Synfioo-Lösung werden nur die kritischen Abschnitte einer Lieferkette hervorgehoben. Das spart Zeit beim Beheben der Störungen.
Im Transportation Cockpit der Synfioo-Lösung werden nur die kritischen Abschnitte einer Lieferkette hervorgehoben. Das spart Zeit beim Beheben der Störungen.
Foto: Synfioo

Die Synfioo-Lösung ist in das SAP Transportation Management und damit fest in die gesamte SAP-Systemlandschaft integriert. Der deutsche Softwarekonzern hatte das aus dem Hasso-Plattner-Institut hervorgegangene Unternehmen in seinen 2016 gegründeten SAP Startup Accelerator aufgenommen. Hier können Startups SAP-Partner werden und ihre Lösung für eine breitere Kundenbasis skalieren. Gleichzeitig kann SAP seine Softwareplattform mit Innovationen attraktiver machen.

Prädiktive Funktionen geplant

SAP bietet in der Supply Chain den Geschäftsprozess Design-to-Operate an. Dabei kommen in den verschiedenen Prozessschritten vom Produkt Design über Planung, Produktion und Auslieferung bis zum Betrieb Startups ins Spiel: Das passiert, indem sie mit ihren Lösungen einzelne Prozessschritte ergänzen und erweitern, wie Synfioo es im Falle von SAP Transport Management getan hat.

Mit der Estimated-Time-of-Arrival-Lösung (ETA) von Synfioo sollen Disponenten besser planen können.
Mit der Estimated-Time-of-Arrival-Lösung (ETA) von Synfioo sollen Disponenten besser planen können.
Foto: Synfioo

SAP und Synfioo planen bereits, ihre Zusammenarbeit in Zukunft weiter auszubauen. So sollen die ETA-Funktionen als Ready-to-Run-Service in die Serviceplattform der Supply-Chain-Netzwerke eingebunden werden, die Anwender über das SAP Logistics Business Network nutzen können. Zudem sollen die Tracking-Fähigkeiten der SAP Global Track & Trace-Lösung zusätzlich um prädiktive Funktionen erweitert werden. Die Out-of-the-box-Integration reduziere den Implementierungsaufwand, versprechen die Verantwortlichen, da die Lösung mit bereits bestehenden Transport-Management-Systemen verknüpft werden kann. Daher seien keine neuen Soft- und Hardware-Anschaffungen erforderlich.

Outcome des Projekts:

  • stabilere Transportprozesse,

  • automatische Optimierung der Transportprozesse,

  • effizientere Planung von Zeitfenstern,

  • bessere Auslastung der Anlagen,

  • Anwender werden entlastet und haben mehr Zeit.