Mergers & Acquisitions

Software-Übernahmen 2019 im Überblick

02.12.2019
Von  und


Scott Carey ist Redakteur bei unser IDG-Schwesterpublikation Computerworld in Großbritannien. Der IT-Journalist mit dem Schwerpunkt auf Unternehmensanwendungen moderiert auch Branchenveranstaltungen. Besonders interessieren ihn die großen IT-Player und Cloud-Service-Anbieter. Er hat ein Diplom in Journalistik an der Universität Cardiff in Wales erworben. In seiner Freizeit treibt er Sport, reist viel und beschäftigt sich intensiv mit der Medienlandschaft in Großbritannien.
Heinrich Vaske ist Editorial Director von COMPUTERWOCHE und CIO. Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung beider Medienmarken - im Web und in den Print-Titeln. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte und moderiert Veranstaltungen.
Im Jahr 2019 haben sich viele ITK-Unternehmen durch Zukäufe verstärkt. Vor allem der Software-Markt hatte einige Mergers & Acquisitions zu bieten. Salesforce schoss dabei den Vogel ab.

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und wie immer gab es zahllose Firmenübernahmen im weltweiten ITK-Sektor. Erinnert sei etwa an Googles Fitbit-Übernahme, Facebooks Kauf von CTRL Labs (ein Gehirn-Computer-Interface-Sezialist) oder Capgeminis Akquisition des Pariser Ingenieurdienstleisters Altran für immerhin 3,6 Milliarden Euro. Zudem ging IBMs 34 Milliarden Dollar teure Übernahme von Red Hat über die Bühne, die aber schon im Herbst 2018 angekündigt worden war. In unserem kleinen Überblick wollen wir uns auf die interessantesten Mergers & Acquisitions im Softwaremarkt konzentrieren.

Der Softwaremarkt hatte im Jahr 2019 zahlreiche Übernahmen und Fusionen zu bieten.
Der Softwaremarkt hatte im Jahr 2019 zahlreiche Übernahmen und Fusionen zu bieten.
Foto: Andrey Popov - shutterstock.com

Google lässt sich Looker 2,6 Milliarden kosten

Thomas Kurian, der von Oracle gekommene CEO von Google Cloud, griff zur Jahresmitte tief in die gut gefüllte Tasche und erwarb für 2,6 Milliarden Dollar den BI- und Analytics-Anbieter Looker. In einem Blog-Beitrag schrieb er, Looker vervollständige das Analytics-Angebot von Google Cloud, indem es die Integration von Daten und Analyse-Ergebnissen in die täglichen Workflows und die Visualisierung erleichtere. Außerdem könne Google nun industriespezifisch zugeschnittene Analytics-Lösungen für verschiedene Branchen anbieten.

Looker-CEO Frank Bien sagte in einem Interview mit "Forbes", sein Unternehmen sei erfolgreich, weil es grundlegende Probleme im Analytics-Bereich löse. Wo Anbieter zuvor Visualisierungs-, Katalogisierungs- und Datenvorbereitungs-Tools nutzen mussten, könnten sie nun mit einer einzigen durchgängigen Plattform arbeiten. "Wir bringen Geschäftsinformationen wie Umsatz, Buchungen oder Kundenwert-Betrachtungen in die Hände der Unternehmensanwender."

HP Enterprise rettet Openstack-Kunden

Nicht bekannt ist der Preis, den HP Enterprise für die Business-Assets des klammen Hadoop-Anbieters MapR zahlte. Immerhin: HPE verspricht MapR-Kunden, dass ihre Investitionen sicher sind. MapR war in finanzielle Schwierigkeiten geraten, das Überleben schien vorübergehend nicht gesichert.

Die Assets von MapR sieht HPE im Bereich Big-Data- und KI-Know-how. Antonio Neri, Präsident und CEO von HPE, lässt sich in einer Miteilung wie folgt zitieren: "Die File-System-Technologie von MapR ermöglicht es HPE, ein vollständiges Produktportfolio zur Steuerung von KI- und Analytics-Anwendungen anzubieten. Sie stärkt unsere Fähigkeit, Kunden bei der End-to-End-Verwaltung ihrer Datenbestände zu unterstützen - vom Edge bis in die Cloud."

Zusammen mit der im November 2018 zugekauften Softwareschmiede BlueData könnten Datenwissenschaftler und -Analysten besonders schnell "Daten-Pipelines" über Hybrid-, Multicloud- und On-premise-Umgebungen hinweg anlegen, heißt es in einer Presseerklärung.