Container-Technik und Serverless Computing

Pivotal erweitert seine Plattform Cloud Foundry

Wolfgang Herrmann ist Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO. Zuvor war er Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel und stellvertretender Chefredakteur COMPUTERWOCHE. Zu seinen thematischen Schwerpunkten gehören Cloud Computing, Big Data / Analytics und Digitale Transformation.
Mit der Plattform Pivotal Cloud Foundry sollen Unternehmen Anwendungen in der Cloud effizienter entwickeln und betreiben können. Die Version 2.0 unterstützt Container-Orchestrierung mit Kubernetes und soll künftig auch Serverless-Funktionen bieten.

Das kalifornische Startup-Unternehmen Pivotal gehört zu den aufstrebenden Anbietern von Cloud-Plattformen, die insbesondere die Entwicklung und den Betrieb von Anwendungen in der Cloud erleichtern wollen. Die Plattform Pivotal Cloud Foundry können Kunden sowohl in der Public Cloud als auch im eigenen Rechenzentrum nutzen. Seit 2015 unterstützt Pivotal damit auch Legacy-Anwendungen und will Unternehmen dabei helfen, Altsysteme zu modernisieren und zumindest teilweise innerhalb von Containern zu betreiben.

Mit seiner Cloud-Plattform will Pivotal Kunden auch dabei helfen, Altanwendungen zu modernisieren.
Mit seiner Cloud-Plattform will Pivotal Kunden auch dabei helfen, Altanwendungen zu modernisieren.
Foto: Gorodenkoff - shutterstock.com

Die erst 2013 gegründete Softwareschmiede agiert mit dieser Strategie erfolgreich und beschäftigt mittlerweile rund 2300 Mitarbeiter. Auch in Deutschland gehören namhafte Unternehmen zu den Kunden, darunter BMW, VW, Mercedes, die Deutsche Bank und der Versicherungskonzern Allianz. Das neue Release "Pivotal Cloud Foundry 2.0" soll der Entwicklung einen weiteren Schub geben.

Business-Service via OpenStack

Zu den zahlreichen Neuerungen gehört unter anderem der Pivotal Container Service, den die Kalifornier gemeinsam mit VMware und Googles Cloud-Arm entwickelt haben. Der Dienst unterstützt Unternehmen dabei, das weitverbreitete Container-Orchestrierungs-System Kubernetes in einem Rechenzentrum oder in der Public Cloud zu betreiben. Nach Angaben von Pivotal handelt es sich um eines der wenigen Systeme, die kompatibel zur Google Container Engine (GKE) sind.

Mehr Produktivität beim Entwickeln und Ausrollen von Cloud-Anwendungen verspricht der Anbieter auch mit dem Serverless-Computing-Dienst Pivotal Functions Service. Softwareentwickler müssen sich damit erheblich weniger um die für ihre Anwendungen benötigte IT-Infrastruktur kümmern. Pivotal ist allerdings längst nicht der einzige Player im Cloud-Markt, der derartige Dienste anbietet. Schon seit längerem hat beispielsweise Amazon Web Services (AWS) mit "AWS Lambda" einen Serverless Service im Portfolio. Ähnliches offeriert Google mit Cloud Functions und Microsoft mit Azure Functions. Der Pivotal Functions Service wird laut Anbieter erst innerhalb der kommenden sechs Monate marktreif sein.

Mit dem Pivotal Application Service bietet das neue Cloud-Foundry-Release darüber hinaus eine erweiterte Laufzeitumgebung, die Unternehmen für wichtige Workloads nutzen können. Das System unterstützt unter anderem Windows-2016-Container und stellt das Dashboard "Healthwatch" bereit. Kunden sollen damit auch über diverse Visualisierungsoptionen den Betrieb ihrer Anwendungen besser überwachen können.