Karriere in der Wissenschaft

31.08.2004
Von Hiltrud Osterried
Wer sich als Informatiker für eine wissenschaftliche Karriere interessiert, sollte Neugier, Ehrgeiz und einen langen Atem mitbringen. Der Erfolg stellt sich nicht von heute auf morgen ein. Doch die IT-Forschung bietet attraktive Aufgaben und abwechslungsreiche Jobs für Leute, die nicht nur daran interessiert sind, schnell viel Geld zu verdienen.

Informatikern mit wissenschaftlichen Ambitionen stehen drei Wege offen: eine Karriere an einer Hochschule, an einem Forschungsinstitut oder in den Forschungsabteilungen der Unternehmen. Wer eignet sich als IT-Forscher? "Mitbringen sollte man Begeisterung, Idealismus, Kreativität und Durchhaltevermögen, denn Forschung kann ein schwieriges Feld sein. Wem es darauf ankommt, schnell viel Geld zu verdienen, ist hier sicher falsch, was nicht heißen soll, dass Spitzenforscher nicht auch Spitzenverdiener sein können", meint Dieter Hannemann, Vorsitzender der Fachbereichstagung Informatik, die knapp 60 Hochschulen mit über 100 Studiengängen vertritt. Zudem müsse den Nachwuchskräften klar sein, dass die meisten Forschungsstellen Positionen auf Zeit und in der Regel auf drei bis fünf Jahre begrenzt sind.

Forscher am Fraunhofer-Institut tüfteln an einem Sensor, der Patientendaten zum Blutdruck, Herzschlag oder Körpertemperatur drahtlos übermittelt. (Foto: Fraunhofer Gesellschaft)
Forscher am Fraunhofer-Institut tüfteln an einem Sensor, der Patientendaten zum Blutdruck, Herzschlag oder Körpertemperatur drahtlos übermittelt. (Foto: Fraunhofer Gesellschaft)
Foto: Fraunhofer

Die Situation an den Hochschulen stellt sich aufgrund der Sparmaßnahmen schwierig dar. Hannemann kann angesichts der knappen Mittel wenig Optimismus verbreiten, doch die IT-Forschung in Deutschland könne sich im internationalen Vergleich durchaus behaupten.

Die Hochschulen müssten viel Energie darauf verwenden, Drittmittel von Firmen, Förderinstitutionen wie der deutschen Forschungsgemeinschaft, der Europäischen Union oder vom Bundesministerium zu gewinnen. Angehende IT-Forscher sollten neben der fachlichen Qualifikation auch Marketinggeschick mitbringen, um Gelder für die eigenen Projekte eintreiben zu können.

Unterschiedliche Forschungsinstitute wie die Fraunhofer-, und Max-Planck-Gesellschaft oder Helmholtz-Gemeinschaft konkurrieren mit den Universitäten um die knapper werdende öffentliche Förderung. Doch die Fraunhofer-Gesellschaft, die als größte europäische Trägerorganisation für angewandte IT-Forschung gilt, ist stolz darauf, dass sie rund zwei Drittel des Forschungsvolumens aus Industrieprojekten generiert, während sich andere Institute fast ausschließlich durch Gelder der öffentlichen Hand finanzieren.

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