Digitale Transformation

Der CIO braucht KPI für den digitalen Umbau

30.05.2017
Von 
Wolfgang Herrmann ist Editorial Manager CIO Magazin bei IDG Business Media. Zuvor war er unter anderem Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO und Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel.

Was CIOs wissen sollten: Die CEO-Prioritäten für 2017 und 2018

Aufschlussreich für CIOs sind auch die wichtigsten Business-Prioritäten der CEOs. Das Thema Wachstum steht hier mit 58 Prozent der Nennungen ganz oben auf der Liste. Auf Rang zwei folgen mit 38 Prozent IT-bezogene Themen. "Wachstum und Technologie sind die Top-Prioritäten der CEOs in den kommenden zwei Jahren", kommentierte Raskino die Ergebnisse. Im Vergleich zu früheren Befragungen habe sich die IT von Rang 11 zur zweitwichtigsten Priorität der Unternehmenschefs entwickelt (siehe Grafik).

Eine hohe Bedeutung genießen auch produktbezogene Aspekte. "Die CEOs beginnen zu verstehen, was Digitalisierung wirklich bedeutet", so der Gartner-Mann. Dabei gehe es um zentrale strategische Fragen: "Wie schaffen wir es, bestehende Produkte zu verbessern? Wie kommen wir zu echten Produktinnovationen?"

"Die CEOs beginnen zu verstehen, was Digitalisierung wirklich bedeutet", sagt Gartner-Analyst Mark Raskino.
"Die CEOs beginnen zu verstehen, was Digitalisierung wirklich bedeutet", sagt Gartner-Analyst Mark Raskino.
Foto: Gartner

Die größten Wachstumshürden

Wie schwierig der Transformationsprozess in der Praxis ist, zeigt ein Blick auf die von CEOs wahrgenommenen Wachstumshürden. Aus interner Sicht beklagen die Topmanager vor allem den Mangel an Fachkräften, technische Hindernisse und die Kapitalausstattung. Geht es um externe Faktoren, stehen schwierige Marktbedingungen, eine schwache Wirtschaft und der Wettbewerb ganz oben. Aber auch regulatorische und politische Bedingungen bremsen Wachstumsstrategien oftmals aus.

Der CEO wird zum Chief Digital Officer

Die CEOs sehen sich in dieser Gemengelage zunehmend unter Druck von Seiten der Aufsichtsgremien (Verwaltungsrat, Aufsichtsrat), die rasche Fortschritte in Sachen Digitalisierung einfordern. Die meisten Topmanager sind allerdings auch ohne den Druck von außen von den positiven Effekten überzeugt. So berichten 56 Prozent von einem gestiegenen Nettogewinn durch digitale Investitionen. Der digitale Wandel ist mittlerweile auch an den Funktionsbezeichnungen der Firmenchefs erkennbar: 35 Prozent von ihnen tragen zusätzlich den Titel "Chief Digital Officer".

Holen Sie die IT zurück uns Unternehmen!

Mit Blick auf die vielfältigen Outsourcing-Strategien vor allem großer Unternehmen, rät Raskino zum Umdenken: "Holen Sie die IT zurück ins Unternehmen!". Digital erfolgreiche Unternehmen folgten dieser Maxime und verlagerten in großem Stil IT-Ressourcen wieder in die eigene Organisation. Die CEO-Umfrage scheint diesen Trend zu bestätigen: 57 Prozent der Teilnehmer gaben an, ihre Inhouse-IT sowie die digitalen Kompetenzen ausbauen zu wollen.

Raskinos Analystenkollege Frank Buytendijk verriet den Besuchern des Gartner-Summits übrigens noch einen "kleinen, schmutzigen Trick", wie sie den CEO auf ihre Seite ziehen könnten: "Helfen Sie ihrem Chef, seinen Bonus zu erhöhen!"