Internet of Things

Das Internet der Dinge - Herausforderung für die IT

05.11.2016
Von   
Matthias Schorer ist Lead Business Development Manager IoT EMEA beim Virtualisierungs- und Cloud-Anbieter VMware.
50 Milliarden Geräte werden im Jahr 2020 mit dem Internet verbunden sein - ein Albtraum für IT-Verantwortliche. Denn all diese vernetzten Geräte müssen verwaltet, gemanagt und natürlich auch abgesichert werden.

Worum geht es eigentlich beim Internet der Dinge? Das Ziel des sogenannten IoT ist es, die bestehende Informationslücke zwischen der realen und virtuellen Welt zu minimieren. Dinge in der realen Welt haben einen bestimmten Zustand, wie z.B. "die Luft ist kalt und feucht", "das Produkt ist ausverkauft", oder "die Straße ist vereist", welcher der virtuellen Welt jedoch (noch) nicht bekannt ist. Daher machen sich nun die unzähligen realen Dinge daran, ihre eigenen Zustandsinformationen für die Weiterverarbeitung im Netzwerk zur Verfügung zu stellen. Solche Zustandsinformationen können beispielsweise die aktuelle Nutzung und Auslastung, die Alterung bzw. benötigte Updates oder diverse Umweltbedingungen sein.

Das Internet der Dinge (IoT, Internet of Things) birgt enorme Potenziale, aber auch Risiken.
Das Internet der Dinge (IoT, Internet of Things) birgt enorme Potenziale, aber auch Risiken.
Foto: Mikko Lemola - shutterstock.com

Das Internet der Dinge besteht aus einer riesigen Armee winziger Helferlein, die den Menschen bei seinen Tätigkeiten unmerklich unterstützen. Die immer kleineren eingebetteten Computer und Sensoren, die Alltagsgegenstände mit Kommunikationsfähigkeiten ausstatten, sind oft winzig und unauffällig. Anwendungsfälle erstrecken sich vom Heimbereich, über das industrielle Umfeld - Stichwort Industrie 4.0 - und öffentliche Einrichtungen bis hin zum Transport- und Gesundheitswesen. Dadurch kommt es zu einer zunehmenden Vernetzung verschiedenster Systeme, die wiederum für neue Herausforderungen in Sachen Kommunikationsverständnis, Management und Sicherheit sorgt.

In den Augen der Wirtschaft ist das Internet der Dinge ein Expansionsbereich, der massive Umsätze verspricht: die gewonnen Daten können in verschiedenster Hinsicht gewinnbringend eingesetzt werden. Die automatische Auswertung der Daten ermöglicht zum Beispiel eine Früherkennung von Wartung oder Austausch als auch eine Verbesserung der Situation, wie die Reduktion des Energieaufwandes zur Heizung oder Kühlung, und zielt damit letztendlich auf eine Steigerung der Produktivität und Auslastung ab. Neben der Optimierung von Betriebsabläufen und diverser Kosteneinsparungen ist natürlich die Entwicklung neuer kundenfreundlicher Geschäftsmodelle sowie mehr über Zielgruppen und deren Vorlieben zu erfahren der zentrale Aspekt aus unternehmerischer Perspektive.

Das IoT - Herausforderung für die IT-Infrastruktur

Doch Sorge macht vielen CIOs und IT-Verantwortlichen die zugrundeliegende IT-Infrastruktur. Denn diese ist oftmals weder skalierfähig genug noch für ein derartiges Datenvolumen ausgelegt. So befürchten viele, dass die Komplexität der IT-Infrastruktur durch das Internet der Dinge weiter zunehmen könnte. Die IT-Abteilungen sind in vielen Fällen heute bereits auf einem guten Weg, denn mit einem Software-definierten Rechenzentrum und Cloud Computing lassen sich neue Kapazitäten leicht und einfach hinzufügen und Workloads verschieben, wenn mehr Agilität und Flexibilität vonnöten ist.

Doch das Internet der Dinge spielt sich nicht im Rechenzentrum ab, sondern gehört zur sogenannten Operational Technology (OT). Das US-Analystenhaus Gartner definiert OT als "Hardware und Software, die durch direkte Überwachung und/oder die Kontrolle physischer Geräte, Prozesse und Events im Unternehmen Änderungen erkennt oder selbst vornimmt". Die Operational Technology befindet sich weit außerhalb des Rechenzentrums, auf Ölplattformen, in Windrädern, Zügen und Fabriken - natürlich auch als eine Art Computer, der aber in einer anderen Weise und auch mit anderen Zielsetzungen betrieben wird. Wo liegen die grundsätzlichen Unterschiede zwischen IT und OT?