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Jahresrückblick 2003 Januar bis März

Als die IT-Branche erwachsen wurde (I)

29.12.2003
2003 war ein Jahr, in dem sich die Firmen die Wunden leckten. Konsolidierung war ein Schlagwort wie auch Kostenreduzierung um jeden Preis. Das Thema Outsourcing kam bei deutschen Firmen, insbesondere aus der Finanzwelt, ganz groß in Mode. Genauso groß waren aber auch die Flops, die die Auslagerung von IT mit sich brachte. Überhaupt war es das Jahr von Pleiten, Pech und Pannen.

JANUAR

Es fängt gleich gut an: "Marktauguren erwarten nicht viel vom neuen Jahr", titelt die CW. Die Investmentbanker von Goldman Sachs, die Unternehmensberater von Gartner und die Analysten von IDC vertreten die Meinung, dass das Jahr 2003 geschäftlich eher verhalten verlaufen werde. Ein Krieg im Irak könne zusätzlich für wirtschaftliche Unsicherheit sorgen.

IBM meldet gleich einen fetten Auftrag: Die US-Bank J.P. Morgan lagert einen großen Teil ihrer IT aus und gibt sie in die Obhut von Big Blues Global Services Division. Fünf Milliarden Dollar schwer ist der Vertrag über sieben Jahre.

Ebenfalls in den Januar fällt ein unspektakuläres Jubiläum: Das Transmission Control Protocol/Internet Protocol (TCP/IP) wurde vor 20 Jahren aus der Taufe gehoben. Vielleicht gilt für den Standard, was man auch von Fußballschiedsrichtern sagt: Gut sind sie dann, wenn keiner sie bemerkt. TCP/IP hatte sich in den 80er Jahren gegen das Open-System-Interconnection-Modell (OSI) des Standardisierungsgremiums International Organization for Standardization (ISO) durchgesetzt.

In der Hofmannstraße in München knallt es im Januar gewaltig: Die kriselnde Siemens-Netzsparte ICN hat - sagt der Betriebsrat - 321 betriebsbedingte Kündigungen ausgesprochen, die nicht rechtens waren. Insbesondere über 50-Jährige mit zudem langer Betriebszugehörigkeit sollen gehen.

Steve Case, Überflieger der Internet-Sause besserer Zeiten und Großhirn der Fusion AOL/Time Warner muss einsehen, dass auch für ihn das Sprichwort von den Bäumen, die nicht in den Himmel wachsen, gilt: Er muss als Verwaltungsratsvorsitzender von AOL Time Warner abtreten. Im Mai soll der Gründer von AOL den Hut nehmen.

Eine Provinzposse spielt sich in der Bundeshauptstadt bei Pixelpark ab: Beim flügellahm gewordenen New-Economy-Star wollen die neuen Großaktionäre und Unternehmensführer Wolf-Dieter Gramatke und Axel Fischer den gerade erst auf Geheiß von Geldgeber Bertelsmann gefeuerten Firmengründer Paulus Neef wieder an Bord holen.

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