LinkedIn & Xing

Wie Personal Branding die Karriere ankurbelt

01.12.2022
Von 
Silke Grotegut war 14 Jahre als Personalerin und Sparringspartnerin von Führungskräften beim DAX-Konzern Deutsche Telekom AG. Seit 2015 unterstützt sie als Bewerbungs- und Karriereberaterin Professionals bei ihrer beruflichen Neuorientierung.
Wer kein Profil in den Business-Netzwerken Xing und LinkedIn hat, schmälert seine Job-Chancen. Wie ein aussagekräftiges Profil aussieht, lesen Sie hier.
Wer beruflich vorankommen möchte, muss sein Know-how sowie seine Persönlichkeit und Skills als Marke präsentieren. Entsprechende Profile auf den Business-Netzwerken LinkedIN und Xing sind dabei unverzichtbar.
Wer beruflich vorankommen möchte, muss sein Know-how sowie seine Persönlichkeit und Skills als Marke präsentieren. Entsprechende Profile auf den Business-Netzwerken LinkedIN und Xing sind dabei unverzichtbar.
Foto: bakinova_art - shutterstock.com

Sie wollen beruflich vorankommen und Ihren Arbeitgeber wechseln? Sie denken daran, sich zu bewerben? Dann sparen Sie sich die Mühe, ausgefeilte Bewerbungsunterlagen zu erstellen und zu versenden. Sinnvoller ist es, ein Profil bei den Businessnetzwerken Xing und LinkedIn anzulegen. Denn die Suche nach geeigneten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern findet heutzutage hauptsächlich digital statt.

Arbeitgeber beschränken sich längst nicht mehr darauf, eingehende Bewerbungen zu scannen, sondern bemühen sich vielmehr aufgrund des zunehmenden Fachkräftemangels und des damit verbundenen Wandels am Arbeitnehmermarkt proaktiv um potenzielle Bewerberinnen und Bewerber. Um passende Kandidatinnen und Kandidaten ausfindig zu machen, nutzen sie dabei Social Media - und hier vorrangig Xing und LinkedIn.

Im Sinne von Active Sourcing treten die Talente suchenden Recruiter mit kompetenten Kandidaten auf den Plattformen direkt in Kontakt und sprechen sie auf passende Jobs im Unternehmen an. Wer kein Xing- und/oder LindedIn-Profil hat, bleibt auf diesem Stellenmarkt unsichtbar, was letztlich auch dazu führt, dass die Karriere weniger gut vorankommt. Leider ist das bei zu vielen Menschen noch der Fall!

Personal Brand aufbauen

Es reicht allerdings nicht aus, seinen Lebenslauf bei den Business-Netzwerken zu präsentieren. Zu einem inhaltsreichen Profil zählt weitaus mehr. Um das Interesse potenzieller Arbeitgeber zu wecken, müssen Sie aus der Masse hervorstechen. Das gelingt nur, wenn die Kombination aus Kompetenzen, Erfahrungen sowie der Persönlichkeit erkennbar wird. Zeigen Sie, was Sie beruflich machen, wofür Sie stehen und was Sie suchen. Wenn das gelingt, haben Sie sozusagen eine klare Personal Brand aufgebaut.

Die richtige Zielgruppe adressieren

Aber auch Personal Branding alleine hilft noch nicht, bei Xing und LinkedIn gefunden zu werden. Doch was verspricht Erfolg? Grundlegend ist ein strategischer Aufbau des Profils. Sie sollten Ihre Zielgruppen klar definieren und konsequent das, was Sie von sich präsentieren, auf die Interessen der Zielgruppen ausrichten. Überlegen Sie hierfür:

- Wen möchte ich erreichen?

- Welche Probleme und Herausforderungen hat meine Zielgruppe und wie kann ich sie bei der Lösung unterstützen?

- Wieso bin ich interessant für diese Zielgruppe?

- Was möchte ich von meiner Zielgruppe? Sind es Jobangebote, möglichst viele neue Kontakte oder etwas anderes? (Wenn Sie nicht wissen, was Ihre Leser tun sollen, dann wissen diese es auch nicht.)

- Nach was sucht meine Zielgruppe?

Optimale Keywords wählen

Entscheidend ist zudem, die richtigen Keywords auszuwählen. Denn die Suche der Recruiter bei Xing und LinkedIn funktioniert im Prinzip ähnlich wie bei Google: Die Business-Netzwerke werten nach der Sucheingabe die Profile aus und listen die darauf passenden auf. Wie es auch bei der klassischen Suchmaschine der Fall ist, sind dabei nur die ersten Ergebnisse wirklich relevant. Der dahinterstehende Suchalgorithmus bei Xing und LinkedIn ist zwar nicht bekannt, gewiss ist jedoch: Es werden solche Profile weit oben gerankt, die viele der passenden Keywords enthalten. Aus diesem Grund sollten Sie sich zwei weitere Fragen beim Aufbau Ihres Profils stellen:

-Welche Suchbegriffe gibt jemand ein, der eine Person mit Ihrer Qualifikation sucht?

- Unter welchen Keywords soll man Sie finden?

Bei Xing können Sie im Übrigen hinsichtlich der Keywords massenhaft Fähigkeiten und Kenntnisse angeben. Bei LinkedIn gestaltet es sich etwas anders: Hier sollten Sie lieber auf Klasse statt auf Masse setzen und sich diese von anderen bestätigen lassen.

Aktivität ist ein Muss

Gut gerankt werden auch Profile, die eigenen Content erstellen. Darüber hinaus steigert es die Chancen, in der Ergebnisliste oben zu stehen, wenn man über viele Kontakte und eine hohe Interaktionsrate verfügt. Es ist also wichtig, das Netzwerk kontinuierlich zu pflegen und auszubauen - insbesondere mit potenziellen Arbeitgebern, mit möglichen Referenzgebern (Menschen, die über Sie etwas sagen können), mit geeigneten Multiplikatoren (Menschen, die mit vielen anderen vernetzt sind) und mit Informationsgebern (Menschen, die einen Bezug zu Ihrem Anliegen haben).

Wichtig ist, es nicht bei einer bloßen Vernetzung zu belassen. Seien Sie aktiv: Liken, teilen und kommentieren Sie Beiträge aus Ihrem Netzwerk! Für Aufmerksamkeit sorgen zudem eigene Posts, die anderen einen Mehrwert bieten. Nutzen Sie die Chance, anhand eigener Beiträge Ihre Expertise zu zeigen und gleichzeitig damit Ihre Personal Brand aufzubauen!

Auf informative Visitenkarte Wert legen

Werden Sie im Netzwerk gefunden, gilt es, Recruiter und Personaler mit Ihrem Profil zu überzeugen. Denn beim Recherchieren im Netz haben alle Menschen eine geringe Aufmerksamkeitsspanne. In drei bis fünf Sekunden entscheidet jemand, der auf Ihr Profil kommt, darüber, ob es interessant ist oder nicht. Wenn nicht sofort erkennbar ist, was Sie machen, ist die Gefahr groß, dass derjenige schnell wieder wegklickt. Sowohl bei Xing als auch bei LinkedIn sollten Sie daher ein starkes Augenmerk auf die digitale Visitenkarte legen. Schließlich markiert sie den ersten ersten Eindruck, den sie auf Profilbesucher im Business-Netzwerk hinterlassen. Geht aus ihr klar und schnell hervor, was Sie beruflich machen, können Sie sofort punkten. Binden Sie dabei ein, was am meisten auf Ihr Ziel einzahlt. Nutzen Sie beim zur Visitenkarte zugehörigen Slogan bei LinkedIn - bei Xing entspricht der Slogan dem Status - die Chance, Ihre Kompetenzen und Stärken in Kurzform zu präsentieren. Achten Sie dabei auf Keywords. Und: Vergessen Sie nicht, Ihre Kontaktdaten auszufüllen, damit Recruiter und Headhunter Sie auch erreichen können.

Dashboard inklusive: Wie werden Sie gefunden?

Über die Site "Ihre Profilsichtbarkeit" - sozusagen als Ihr Dashboard - versorgt Xing Sie mit hilfreichen Informationen über Ihre Besucher und darüber, wie diese auf Sie aufmerksam geworden sind. Das hilft dabei, das persönliche Profil zu optimieren. Ein Beispiel: Sind Sie auf der Suche nach einer Position als Personalentwickler, erfahren aber, dass die meisten Ihrer Besucher über den Suchbegriff "Betriebswirtschaft" bei Ihnen gelandet sind, rankt ein falsches Keyword für Sie. Dann sollten Sie Ihr Profil überprüfen und Ihre Keywords anpassen. Bei LinkedIn findet man das Dashboard unter "Analyse". Es ist auch in der Basisversion verfügbar. Bei Xing ist - wie so vieles - die Profilsichtbarkeit nur in der Premiumvariante enthalten. Das heißt: Wenn Sie dieses Netzwerk für die Jobsuche nutzen möchten, benötigen Sie einen Premium-Account. (pg)