IDG-Research-Studie

Was IT-Entscheider von OpenStack halten

26.11.2018
Von 
Wolfgang Herrmann ist Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO. Zuvor war er Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel und stellvertretender Chefredakteur COMPUTERWOCHE. Zu seinen thematischen Schwerpunkten gehören Cloud Computing, Big Data / Analytics und Digitale Transformation.
In der hybriden Cloud-Welt hat sich OpenStack bisher nicht auf breiter Front durchgesetzt. Eine Studie von IDG Research Services beleuchtet den Einsatz des Open-Source-Frameworks und zeigt, wie europäische Unternehmen derzeit Cloud-Plattformen nutzen.

Als Basis für die digitale Transformation ist Cloud Computing in den meisten Unternehmen gesetzt. Ganz anders verhält es sich bei der Frage, welche technischen Plattformen sich für den Aufbau einer Cloud-Infrastruktur eignen. Aus konzeptioneller Sicht dominiert derzeit das Modell der Private Cloud, das rund zwei Drittel der europäischen Unternehmen favorisieren.

Vor allem in Private- und Hybrid-Cloud-Szenarien soll das Open-Source-Framework OpenStack seine Stärken ausspielen.
Vor allem in Private- und Hybrid-Cloud-Szenarien soll das Open-Source-Framework OpenStack seine Stärken ausspielen.
Foto: arka38 - shutterstock.com

Deren Nutzung soll allerdings innerhalb der kommenden drei Jahre auf 36 Prozent zurückgehen, wie eine Studie von IDG Research Services in Kooperation mit T-Systems zeigt. Dazu wurden 372 IT-Entscheider aus sechs europäischen Kernregionen befragt. Profitieren wird den Angaben zufolge aber nicht die Public Cloud, deren Verbreitung bei 42 Prozent verharrt. Vielmehr verdoppelt sich der Anteil der Hybrid-Cloud-Architekturen, die sich aktuell in jedem vierten Unternehmen finden.

In diesem Szenario buhlen auch die OpenStack-Protagonisten um die Gunst der Unternehmen, verspricht das Open-Source-Framework doch eine weitgehende Unabhängigkeit von den Plattformen der mächtigen Public-Cloud-Provider wie AWS, Microsoft und Google. Der Studie zufolge sind allerdings erst 45 Prozent der Befragten überhaupt mit dem Begriff OpenStack vertraut. Eine Mehrheit kann entweder nicht genau erklären, was darunter zu verstehen ist, oder weiß gar nicht, was sich dahinter verbirgt. Die OpenStack-Befürworter haben demnach noch eine Menge Aufklärungsarbeit vor sich.

Nur 45 Prozent der befragten IT-Entscheider in Europa sind mit dem Begriff OpenStack vertraut.
Nur 45 Prozent der befragten IT-Entscheider in Europa sind mit dem Begriff OpenStack vertraut.
Foto: IDG Research Services

OpenStack gewinnt langsam an Bedeutung

Dessen ungeachtet nehme der OpenStack-Trend Fahrt auf und spiele in den strategischen Überlegungen vieler Entscheider eine Rolle, kommentieren die Studienautoren. So verwendet jede fünfte IT-Organisation in Europa OpenStack bereits seit Längerem, ein weiteres Fünftel berichtet von einem kürzlich begonnenen Einsatz. Noch einmal knapp 20 Prozent planen eine Nutzung. Für weniger als zehn Prozent ist das Open-Source-Framework gar keine Option.

Gut 30 Prozent der Unternehmen billigen OpenStack eine wichtige Rolle in ihrer Cloud-Strategie zu. Für jeweils etwa 20 Prozent spielt es sogar eine zentrale Rolle oder ist zumindest Bestandteil der Cloud-Strategie. Ein weiteres Viertel der Befragten geht davon aus, dass die Plattform an strategischer Bedeutung gewinnen wird.