Backup & Datenschutz

Wartungsplan: So bleibt Ihr Windows in Form

23.03.2019
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Schwerpunkte? Keine - er interessiert sich vielmehr für (fast) alles, was mit IT, PC, Smartphone und Elektronik zu tun hat. Dabei geht es aber meist nicht um die Technik nur um der Technik willen, vielmehr stehen Nutzen und sinnvolle Anwendung im Vordergrund.
Wie jedes Auto benötigt der Windows-PC regelmäßige Kontrollen sowie eine gewisse Wartung und Pflege, damit er zuverlässig läuft und Ihre Daten sicher sind. Unser Wartungsplan fasst zusammen, was im Einzelnen zu tun ist.

Die Analogie zum Auto liegt auf der Hand: Da ist es auch keine gute Idee, den Wagen ohne jegliche Wartung zu fahren, bis im wahrsten Sinne gar nichts mehr geht. Denn schon simpler Ölmangel führt unweigerlich zum Totalschaden des Motors, der sich mit minimalem Wartungsaufwand hätte vermeiden lassen. Wie also beim Auto die regelmäßige Inspektion sinnvoll ist, so gilt das ebenso für den PC. Denn auch der Rechner beziehungsweise das Betriebssystem müssen gewartet werden, damit Hard- und Software auf Dauer problemlos ihren Dienst verrichten. Sonst kommt es unter Umständen schon bei der nächsten größeren Herausforderung zu massiven Problemen.

Eine solch leidvolle Erfahrung musste mancher Nutzer von Windows 10 nach dem Herbst-Update im vergangenen Oktober machen, bei dem die neue Windows-Version persönliche Daten gelöscht hatte. Wer von dem Bug betroffen war und zuvor kein Backup wichtiger Dateien erstellt hatte, stand also plötzlich ohne da. Deshalb stoppte Microsoft kurz nach Erscheinen der neuen Windows-Version 1809 die weitere Auslieferung des Updates für mehrere Wochen, bis die Probleme dann Mitte November behoben waren.

Herbst-Update: Ein Backup hätte das Schlimmste verhindert

Nun bleibt zu hoffen, dass Microsoft aus dem Vorfall gelernt hat und das anstehende Frühjahrs-Update "Windows 10 19H1" besser funktioniert. Exemplarisch ist der Fall dennoch, weil auch hier etwas Vorsorge in Form einer Datensicherung den Schaden minimiert hätte.

Und genau das ist das Ziel unseres Ratgebers: Ein Wartungsplan für Windows, damit Ihr Rechner stets zuverlässig, schnell und sicher läuft. Beginnend mit dem Grundsätzlichen über die tagtägliche Wahrnehmung von Auffälligkeiten, monatliche Windowsund Software-Updates bis hin zu größeren Änderungen am System wie eben dem Versions-Upgrade. Ein kompletter Umzug auf ein neues Windows ist nun einmal komplex, stellt hohe Anforderungen an die Systemintegrität, und dabei kann eine Menge schiefgehen. Zur besseren Übersicht und Orientierung haben wir das Wichtigste im "Wartungsplan" rechts zusammengefasst.

Es dauerte Wochen, bis Microsoft das Herbst-Update für Windows 10 verbessert zur Verfügung stellte.
Es dauerte Wochen, bis Microsoft das Herbst-Update für Windows 10 verbessert zur Verfügung stellte.

Speicher- und Datenorganisation erleichtert die Windows-Wartung

Für die Windows- und Rechnerwartung ist es sinnvoll, die installierte Software inklusive Betriebssystem von den persönlichen, also anwendergenerierten Daten zu trennen. Befindet sich nämlich die "unpersönliche" Software auf einer Festplattenpartition getrennt von den persönlichen Nutzdaten, lässt sich der Windows- und Software-Bereich später bedenkenlos "reparieren", indem man das zuvor gespeicherte System-Image zurückspielt. Weil dabei sämtliche auf dem C:-Laufwerk gespeicherten Daten überschrieben und somit zugleich alle Fehler gelöscht werden, ist diese Methode viel schneller und einfacher als die mühsame Suche nach den Ursachen. Sinn macht das aber natürlich nur, wenn Sie Ihre persönlichen Daten auf einer anderen Partition lagen und sie deshalb vom System-Image nicht überschrieben werden.

Storage-Strategien für das digitale Zeitalter

Zum Erstellen eines zweiten Festplattenbereichs installieren und starten Sie Minitool Partition Wizard, markieren auf der Programmoberfläche die Windows-Partition und verkleinern über "Partition -› Verschieben / Größe ändern" die Größe. Erfahrungsgemäß reichen für das C:-Laufwerk etwa 100 GByte Speicherplatz, den verbleibenden Platz nutzen Sie für Ihre Daten. Aus dem neuen und nach dem ersten Schritt noch "nicht zugeordneten" Bereich erstellen Sie mit Klicks auf "Partition -› Erstellen", dem Benennen mit "Daten" und schließlich einem Klick auf die blaue "Übernehmen"-Schaltfläche eine für Windows nutzbare Partition.

Weil eine SSD-Festplatte das Arbeiten ganz enorm beschleunigt, ist es noch besser, Betriebssystem und Software auf einem schnellen Flashspeicher (Solid State Disk: SSD) zu installieren. Ihre persönlichen Daten können Sie weiter auf der Magnetfestplatte (HDD) belassen.

Damit Sie nun nicht für jedes einzelne Dokument, Bild und so weiter den Speicherort manuell auswählen müssen, verlegen Sie einmalig die Windows-Bibliotheken auf die Datenpartition. Danach legen Betriebssystem und Software alle neuen Nutzerdateien standardmäßig auf dem zweiten Festplattenbereich ab.

So geht's: Zum Ändern klicken Sie im Windows-Explorer eine der fünf vorgegebenen Bibliotheken - zum Beispiel "Bilder" - mit der rechten Maustaste an und klicken im Kontextmenü auf die "Eigenschaften". Wechseln Sie zum Register "Pfad", drücken die "Verschieben"-Schaltfläche und wählen auf der Datenpartition einen zuvor dort neu erstellten Ordner, zum Beispiel "D:\Bilder". Mit "Übernehmen -› Ja -› OK" verschieben Sie die Bibliothek, mit den übrigen verfahren Sie analog.

Der Windows-Wartungsplan

Grundlagen Trennung der persönlichen Daten, also eigene Dokumente, Bilder und so weiter, von der Windows- und Software-Installation über zwei Partitionen. Speichern der Windows-Bibliotheken auf der Datenpartition. Konfiguration des Backup-Programms: Ideal für die Datensicherung ist eine zweite Festplatte (intern, USB oder Netzwerk/NAS).

Ständige Aufmerksamkeit Verhalten sich PC, Betriebssystem oder ein Programm irgendwie auffällig? Gibt es Warnungen vom Windows-Sicherheitscenters, von der Sicherheitssoftware oder von den Überwachungstools der Festplatten? Erzeugen Festplatte, Lüfter oder sonst etwas ungewöhnliche Geräusche? Wöchentliche Aufgaben und Kontrolle Sicherung der persönlichen Daten und Dokumente, gegebenenfalls Überprüfung der Signaturdatenbanken der Sicherheitssoftware auf Updates.

Monatliche Kontrolle Wurde das Windows- beziehungsweise Microsoft-Update, das in aller Regel am zweiten Dienstag jeden Monats zur Verfügung steht, korrekt ausgeführt? Kontrolle der installierten Software auf vorliegende Updates zum Beispiel mit dem Tool Sumo , die der Treiber mit Driver Booster Free.

Viertel- beziehungsweise halbjährliche Aufgaben und Kontrollen Kontrolle auf neue Versionen von Windows 10 (meist im April und Oktober), Aktualisierung des Daten-Backups vor dem Update. Kontrolle der Mainboard-Firmware auf Aktualität; neue CPU-Microcode-Updates stellt Microsoft meist erst rund einen Monat nach der neuen Version von Windows 10 zur Verfügung. Kontrolle des Datenträgerzustands über Überwachungstools, vorsichtiges Befreien des PC-Inneren von Staub (Aussaugen). Mindestens alle sechs Monate ein neues System-Backup.

Zu besonderen Anlässen: Da die persönlichen Daten unersetzbar sind, erstellen beziehungsweise aktualisieren Sie vor jeder großen Änderung am PC das Backup: also vor dem halbjährlichen Windows-Upgrade, vor einem SSD-Einbau mit Datenmigration und ähnlichen Eingriffen.