Windows 12

So nutzen Sie neue Funktionen jetzt schon

11.02.2024
Von Thorsten Eggeling

5. Der inoffizielle Weg zu den neuesten Updates

Vorabversionen herunterladen: Die Website https://uupdump.net bietet die Möglichkeit, neuere Windows-Versionen als ISO-Datei herunterzuladen. Der Download erfolgt von Microsoft-Servern.
Vorabversionen herunterladen: Die Website https://uupdump.net bietet die Möglichkeit, neuere Windows-Versionen als ISO-Datei herunterzuladen. Der Download erfolgt von Microsoft-Servern.

Die Webseite uupdump.net bietet stets die neuesten Versionen aus allen Update-Kanälen an. Wählen Sie über die Schaltfläche im oberen Bereich beispielsweise „Windows 11 –› 23H2“ und klicken Sie auf „Windows 11, version 23H2 (22631.2787) amd64“ (Preview Release). Windows-10-Nutzer wählen „Windows 10 –› 22H2“ und dann „Feature update to Windows 10, version 22H2 (19045.3757) amd64“ (Preview Release).

Die Versionsnummern sind Stand Dezember 2023 und dienen nur als Beispiel. Die zukünftigen Build-Nummern werden anders lauten und andere Funktionen bieten.

Nach Auswahl der Version stellen Sie als Sprache "Deutsch" ein und klicken auf "Weiter". Anschließend setzen Sie Häkchen vor die benötigte Edition und klicken auf "Weiter". Aktivieren Sie die Option "Herunterladen und Konvertieren in eine ISO-Datei", und setzen Sie ein Häkchen vor "Updates integrieren, wenn verfügbar (nur Windows-Konverter)". Danach klicken Sie auf "Downloadpaket erstellen" und laden die ZIP-Datei herunter.

Entpacken Sie die heruntergeladene ZIP-Datei und starten Sie "uup_download_windows.cmd". Das Script lädt die Installationsdateien von Microsoft-Servern herunter und erzeugt daraus eine ISO-Datei.

Die ISO-Datei können Sie für die Neu- oder Parallelinstallation verwenden. Ein laufendes Windows lässt sich damit aktualisieren, indem Sie die ISO-Datei im Windows-Explorer über den Kontextmenüpunkt "Bereitstellen" in das Dateisystem einbinden und dann "Setup.exe" vom virtuellen DVD-Laufwerk starten.

6. Versteckte Windows-Funktionen vorab freischalten

KI im Fenster: Das eigenständige Fenster, in dem der Copilot angezeigt wird, gehört zu den Neuerungen der nächsten Windows-Version. In der Vorabversion lässt er sich schon jetzt testen.
KI im Fenster: Das eigenständige Fenster, in dem der Copilot angezeigt wird, gehört zu den Neuerungen der nächsten Windows-Version. In der Vorabversion lässt er sich schon jetzt testen.

Microsoft versorgt Windows über Updates mit neuen Funktionen, die aber erst ab einem bestimmten Termin aktiviert werden. Die in Punkt 5 genannten Preview-Builds 22631.2787 (Windows 11) und 19045.3757 (Windows 10) beispielsweise enthalten den Windows-Copiloten, der eine Suche und die Windows-Steuerung per künstlicher Intelligenz (KI) ermöglicht. Aufgrund rechtlicher Regulierungen wird er in der Europäischen Union wahrscheinlich erst im Frühjahr 2024 offiziell aktiviert.

Wer die Funktionen schon jetzt ausprobieren möchte, muss die genannten Windows-Versionen installieren, am Insider-Programm teilnehmen und die Neuerungen aktivieren. Dazu benötigen Sie das Vivetool, von dem Sie bitte stets die aktuellste Version herunterladen.

Bitte beachten Sie: Bei allen Angaben handelt es sich um eine Momentaufnahme vom Dezember 2023, die exemplarisch zu verstehen ist. Durch zwischenzeitlich installierte Updates können andere Schritte nötig sein.

Schritt 1: Öffnen Sie ein Eingabeaufforderung mit administrativen Rechten, wechseln Sie in das Downloadverzeichnis von Vivetool und starten Sie

vivetool.exe /enable /id:44353396

Schritt 2: Kopieren Sie die Datei "C:\Windows\ System32\IntegratedServicesRegion-PolicySet.json" in einen Backup-Ordner, und öffnen Sie sie in einem Texteditor. Suchen Sie nach "Windows CoPilot". Unterhalb von "region" entfernen Sie "DE" aus der Liste.

Schritt 3: Ändern Sie in der Eingabeaufforderung mit administrativen Rechten die Zugriffsrechte mit

takeown /f "C:\Windows\System32\IntegratedServicesRegionPolicySet.json" && icacls "C:\Windows\System32\IntegratedServicesRegionPolicySet.json" / grant Administratoren:F /c /l

Danach kopieren Sie die zuvor geänderte Json-Datei in den Ordner

"C:\Windows\System32".

Schritt 4: Starten Sie Windows neu. Bei Windows 11 sollte das Icon des Windows-Copiloten in der Taskleiste erscheinen. Bei unseren Tests mit Windows 10 war das nicht immer der Fall. Sollte das auch bei Ihnen so sein, drücken Sie die Tastenkombination Win-R, tippen Sie

microsoft-edge://?ux=copilot&tcp=1&source=taskbar

ein, und bestätigen Sie mit "OK". Für den schnelleren Start erstellen Sie eine Verknüpfung mit dieser Zeile.

7. Künstliche Intelligenz ohne Microsoft nutzen

KI ohne Chat-GPT: GPT4All greift auf ein lokal installiertes KI-Modell zurück. Die Ergebnisse sind zwar nicht immer ganz korrekt, in der Regel aber brauchbar. Per Nachfrage lässt sich das Ergebnis meist verbessern.
KI ohne Chat-GPT: GPT4All greift auf ein lokal installiertes KI-Modell zurück. Die Ergebnisse sind zwar nicht immer ganz korrekt, in der Regel aber brauchbar. Per Nachfrage lässt sich das Ergebnis meist verbessern.

Bei den zukünftig geplanten Neuerungen dreht sich bei Microsoft alles um KI. Copiloten soll es nicht nur für das Betriebssystem, sondern auch für mehrere Apps und Microsoft Office geben.

Wie nützlich das bei der täglichen Arbeit tatsächlich ist, muss jeder selbst herausfinden. Nicht jedem ist jedoch wohl dabei, neben Suchanfragen auch weitere persönliche Daten an Microsoft zu senden.

Wer eine Alternative ausprobieren möchte, kann beispielsweise GPT 4 All verwenden. Über das Programm lassen sich frei verfügbare KI-Modelle herunterladen und lokal ohne Internetverbindung nutzen. Die Modelle sind mehrere GB groß und benötigen bis zu 8 GB RAM. Die Bedienung ist ähnlich wie bei Bing-Chat beziehungsweise Windows-Copilot. Man gibt eine Frage oder Aufgabe ein und erhält von der KI eine Antwort.

KI-Unterstützung kann auch in der Powershell oder Eingabeaufforderung nützlich sein, was Microsoft wahrscheinlich für das Windows-Terminal plant. Terminal GPT kann das schon jetzt. Fragt man das Tool nach einer Befehlszeile, prüft man die Antwort und kann die Zeile gleich ausführen lassen. Shell GPT arbeitet ähnlich, benötigt aber einen kostenpflichtigen API-Schlüssel für Chat-GPT.

Lama Cleaner ist eine Bildbearbeitung mit KI-Unterstützung und arbeitet mit einem lokalen Modell. Das Tool ist ein Spezialist für Inpainting, wobei Bilder so bearbeitet werden, dass der Betrachter die Änderungen nicht erkennt. Sie können unerwünschte Objekte aus Bildern löschen, der Hintergrund wird passend rekonstruiert.

Über Plug-ins lässt sich Lama Cleaner erweitern und kann dann auch Hintergrund entfernen oder Bilder aus Textbeschreibungen generieren. Funktionsbeschreibungen und Beispiele finden Sie auf https://github.com/Sanster/lama-cleaner.

Lama Cleaner ist ein Python-Projekt, das wir für Windows in ein handliches Paket gepackt haben. Starten Sie zuerst "win_config.bat", was die nötigen Programmpakete herunterlädt und anschließend die Konfiguration im Webbrowser startet. Klicken Sie auf "Save configurations". Danach verwenden Sie "win_start.bat". Die Bedienung des Programms erfolgt über eine grafische Oberfläche, die Sie im Webbrowser über die URL http://127.0.0.1:8080 aufrufen.

8. Den Computer per Sprache steuern

Spracherkennung und Sprachausgabe gehören ebenfalls zu den zukünftigen Windows-Baustellen. Mithilfe von KI lässt sich die Erkennungsrate etwa für die Steuerung des PCs deutlich verbessern.

Wer vielleicht bereits Amazon Alexa verwendet, kann die zugehörige App über den Microsoft Store auch auf dem PC installieren. Zur Sprachsteuerung des PC benötigt man zusätzlich Triggercmd und ein kostenloses Konto bei www.triggercmd.com, das auf ein Kommando pro Minute begrenzt ist (Abo 29,95 Dollar pro Jahr).

Alexa lässt sich mit zahlreichen Skills erweitern, beispielsweise für die Smart-Home-Steuerung. Den Triggercmd-Skill aktivieren Sie bei Amazon.

Packen und Entpacken für mehr Dateiformate

Der Windows-Explorer kann ZIP-Dateien entpacken und neue Archive erstellen. Er ist dabei allerdings nicht besonders schnell und kann keine ZIP-Archive mit Passwortschutz erstellen. In Windows 11 (23H2) hat Microsoft bereits einige Verbesserungen eingebaut. Über den Windows-Explorer lassen sich jetzt auch die Formate Rar, 7-Zip (7z) und Tar.gz entpacken. Erstellen lassen sich nach wie vor nur ZIP-Archive, die Arbeitsgeschwindigkeit liegt weiterhin unter dem Niveau anderer Programme.

Packen mit Komfort: Peazip installiert einen eigenen Dateimanager, bietet eine sehr gute Geschwindigkeit und kann mit fast allen gängigen Archivformaten umgehen.
Packen mit Komfort: Peazip installiert einen eigenen Dateimanager, bietet eine sehr gute Geschwindigkeit und kann mit fast allen gängigen Archivformaten umgehen.

Es ist daher empfehlenswert, nicht auf die Aktualisierung durch Microsoft zu warten, sondern beispielsweise das schnellere 7-Zip zu installieren. Das Tool kann mit den meisten bekannten Archivformate umgehen und ZIP- sowie 7z-Dateien auch mit Passwortschutz packen. Der Inhalt von ISO- und WIM-Dateien lässt sich ebenfalls extrahieren. 7-Zip integriert sich bei der Installation in das Kontextmenü des Windows-Explorers, worüber sich Dateien oder Ordner entpacken oder packen lassen.

Peazip bietet in etwa die gleichen Funktionen wie 7-Zip und eine ähnliche Geschwindigkeit. Man verwendet das Programm über das Kontextmenü des Windows-Explorers oder startet es direkt. Die Oberfläche von Peazip ähnelt dem Windows-Explorer und bietet einige Komfortfunktionen, etwa den Test von Prüfsummen (Hash) oder die Konvertierung in andere Archivformate. Für eine deutschsprachige Oberfläche gehen Sie auf „Options –› Localization“ und stellen „de-uml.txt“ hinter „Localization“ ein.

Wer Rar-Dateien nicht nur entpacken, sondern auch erstellen möchte, greift zum Original Winrar. Lizenzen gibt es ab 29,95 Euro.

(PC-Welt)