Green CIO Award

Server-Konsolidierung spart Kosten und Energie

09.04.2009
Von 
Wolfgang Herrmann ist Editorial Manager CIO Magazin bei IDG Business Media. Zuvor war er unter anderem Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO und Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel.

Server-Virtualisierung

Heute arbeiten statt der dezentralen Rechner nur noch vier Sun-Server vom Typ SunFire X4200 im Data Center der Oberbayern. Die Rechner sind mit jeweils zwei Opteron-CPUs von AMD und 32 GB Arbeitsspeicher bestückt. In Sachen Virtualisierung setzt Fahr auf den ESX-Server der EMC-Tochter VMware. Dieser besitzt einen eigenen Kernel, der um Linux-Treiber erweitert wurde. Ein Storage Area Network (SAN) installierte Alphaform auf der Basis von Platten- und Bandspeichersystemen von Sun. Dabei kamen vor allem Systeme der einst von Sun übernommenen Firma Storagetek zum Einsatz. Auch die rund 70 Desktop-PCs hat IT-Leiter Fahr virtualisiert. Ihre Rolle übernahmen virtuelle Instanzen auf den Servern; die Endbenutzer sehen Windows XP als Betriebssystem. Herkömmliche PCs sind für Alphaform damit passé. Fahr setzt stattdessen auf schlanke "Zero Software Clients" des kalifornischen Anbieters Panologic, die gänzlich ohne eigene Programme auskommen.

"Die Budgetfrage war damals noch nicht kritisch", räumt der IT-Manager ein. Dennoch können sich die Ergebnisse sehen lassen. Für die komplette Server-Migration benötigte das Team lediglich drei Monate. Die Desktop-Virtualisierung dauerte in einem zweiten Schritt ebenfalls drei Monate. Das Finanzvolumen für die virtualisierten Server und die Speicher inklusive SAN und Backup lag bei rund 140.000 Euro; die Desktop-Erweiterung schlug mit weiteren 70.000 Euro zu Buche.

"Für die x86-Architektur sprach eindeutig der Preis", erläutert Fahr. Klassische Risc-Unix-Server, wie sie gerade in konsolidierten Umgebungen häufig genutzt werden, kamen für ihn nicht in Frage: "Das hätte bedeutet, mit Kanonen auf Spatzen zu schießen." Als klassischer Mittelständler mit rund 210 Mitarbeitern habe sein Unternehmen ohnehin Berührungsängste mit größeren Risc-Unix-Maschinen. Zur Zukunft der Rechnerboliden, die durch die stetig wachsende Popularität von x86-Servern in Bedrängnis geraten sind, hat er eine klare Meinung: "Das Problem sind doch die überdimensionierten Business-Anwendungen, die viel zu viel IT-Ressourcen verbrauchen. Wenn irgendwann der Applikationswahnsinn mit riesigen Systemen wie SAP beendet wird, braucht man auch keine großen Risc-Unix-Server mehr im mittelständischen Umfeld."