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Corona-Nachrichten für die ITK-Welt

03.04.2020

Bitkom beantwortet Fragen

Der ITK-Branchenverband Bitkom hält die Breitbandinfrastruktur in Deutschland für stabil genug, um die höhere Auslastung während der Corona-Pandemie zu stemmen. Zwar verlagerten sich viele beruflichen Tätigkeiten ins Netz, doch sei die Infrastruktur in Deutschland während der üblichen Arbeitszeiten tragfähig genug, um der zusätzlichen Last Herr zu werden. In Deutschland fielen Spitzenlasten immer erst abends an, wenn Menschen im Netz spielen oder Medien konsumieren.

Laut Bitkom macht Video-Streaming rund 60 Prozent des gesamten Datenverkehrs aus. Dagegen seien die Anforderungen durch Home-Office vergleichsweise gering. E-Mail und Collaboration-Tools erforderten nur geringe Bandbreiten. Auch Videokonferenzen seien mit Geschwindigkeiten zwischen 2 und 8 Mbit/s eher problemlos.

Amazon plant Einstellungsoffensive

Zu den Gewinnern der Corona-Krise könnte Amazon gehören. Der Online-Händler will allein in den USA 100.000 Mitarbeiter für Lager und Auslieferung einstellen. Auch sollen die Stundenlöhne der Beschäftigten erhöht werden: Zwei Dollar mehr in den USA, bis zu zwei Euro mehr in Deutschland. Amazon nimmt dafür 350 Millionen Dollar in die Hand.

Google will es Unternehmen aus Gastronomie und Einzelhandel ermöglichen, die in der lokalen Suche sowie in Google Maps präsentierten Öffnungszeiten kurzfristig zu ändern und sich als "vorübergehend geschlossen" anzeigen zu lassen.

Montag, 16. März

Verily, spezialisiert auf Life Sciences (siehe unten), hat eine verkündet. Schließen müssen Bars, Clubs, Diskotheken, Kneipen, Theater, Konzerthäuser und Museen. Ebenfalls dicht gemacht werden Ausstellungen, Kinos, Freizeit- und Tierparks, Spielplätze, Spielhallen, Spielbanken, Wettannahmestellen und Bordelle. Restaurants dürfen nur zwischen sechs und 18 geöffnet sein. Außerdem gibt es "Abstandsregeln" für Tische, sowie Begrenzungen der Besucherzahlen und natürlich Hygienemaßnahmen.

Zudem wird der Betrieb öffentlicher und privater Sportanlagen, Schwimmbäder, Fitnessstudios und ähnlichen Einrichtungen eingestellt. Zusammenkünfte in Vereinen und Sport- und Freizeiteinrichtungen sind vorerst nicht erlaubt. Auch Gottestdienste sind nicht mehr möglich, für Krankenhäuser, Vorsorge- und Rehaeinrichtungen sowie Pflegeheime gibt es starke Einschränkungen. Urlaubsreisen ins In- und Ausland soll es soll es erst einmal nicht mehr geben, auch Busreisen werden eingestellt.

Deutschland hat zudem seine Grenzen weitgehend geschlossen und kontrolliert die Übergänge nach Frankreich, Österreich, der Schweiz, Luxemburg und Dänemark besonders genau. Außerdem hat die Bahn ihren Regionalverkehr eingeschränkt, zudem sind die Nord- und Ostseeinseln für Touristen nicht mehr zu erreichen.

Microsoft sammelt im neuen Dashboard zu Corona Daten aus verlässlichen Quellen.
Microsoft sammelt im neuen Dashboard zu Corona Daten aus verlässlichen Quellen.
Foto: Microsoft, Bing

). übermittelt auch Netzbetreiber A1 solche Daten anonymisiert an die Regierung. RKI-Chef Lothar Wieler hält es für sinnvoll, über Handydaten die Kontakte von Infizierten zu rekonstruieren. Auch in Israel beschloss die Regierung, Mobilfunkdaten für zunächst 30 Tage zur Bekämpfung der Epidemie zu nutzen. Infizierte sollen so gewarnt und die Einhaltung der Quarantäneverpflichtungen überwacht werden. mit Hinweis auf ein geleaktes Papier der US-Regierung. Um außerordentliche Maßnahmen zu ergreifen, könne sich der US-Präsident auf den "Defense Production Act" von 1950 berufen, ein Gesetz aus der Zeit des Koreakriegs. Es ermächtigt den erste Mann im Staate unter anderem dazu, die Industrie zu zwingen, kritische Geräte und Ausrüstungen herzustellen. Angesichts der aktuellen Pandemie wären das Beatmungsgeräte, Atemschutzmasken, Schutzausrüstungen und anderes.bing.com/covid hat Microsoft ein Dashboard eingeführt, dass Aufschluss über die Verbreitung des Virus gibt. Es aggregiert Daten von verlässlichen Quellen wie der World Health Organization (WHO), den amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC) und dem European Center for Disease Prevention and Control (ECDC).

Microsoft Teams und Xbox Live gehen in die Knie

Microsoft hatte heute Morgen Schwierigkeiten, den enormen Ansturm auf sein Chat- und Kommunikationstool Teams zu bewältigen. Für mehr als zwei Stunden fiel die Collaboration-Lösung in mehreren europäischen Ländern aus, ehe der Softwareriese den Fehler korrigieren konnte. Stunden zuvor war Xbox Live in die Knie gegangen. Derzeit sorgen Online-Gamer für eine enorme Überlastung der Netze.

SAP-Mitgründer Dietmar Hopp, noch vor wenigen Wochen von Fußball-"Fans" in mehreren Stadien übel beschimpft, hat in seiner Rolle als Mehrheitseigner von Impfstoff-Hersteller CureVac viele Sympathien gewonnen. Dem Vorstoß von US-Präsident Donald Trump, der das Unternehmen mit viel Geld in die USA lotsen und den potenziell entstehenden Impfstoff für sein Land sichern wollte, hat Hopp eine Abfuhr erteilt. Der Softwaremilliardär besitzt 80 Prozent der Anteile des Tübinger Pharmaunternehmens, zweitgrößter Aktionär ist die Bill- und-Melinda-Gates-Stiftung. "Wenn es uns hoffentlich bald gelingt, einen wirksamen Impfstoff gegen das Corona-Virus zu entwickeln, soll dieser Menschen nicht nur regional sondern solidarisch auf der ganzen Welt erreichen, schützen und helfen können", teilte Hopp mit.

Auch musikalisch macht sich das Coronavirus bemerkbar: Bis auf Platz 41 der iTunes-Charts ist heute Morgen eine 80er-Jahre-Hit von R.E.M geklettert: "It's the End of the World as We Know it".

). übermittelt auch Netzbetreiber A1 solche Daten anonymisiert an die Regierung. RKI-Chef Lothar Wieler hält es für sinnvoll, über Handydaten die Kontakte von Infizierten zu rekonstruieren. Auch in Israel beschloss die Regierung, Mobilfunkdaten für zunächst 30 Tage zur Bekämpfung der Epidemie zu nutzen. Infizierte sollen so gewarnt und die Einhaltung der Quarantäneverpflichtungen überwacht werden. übermittelt auch Netzbetreiber A1 solche Daten anonymisiert an die Regierung. RKI-Chef Lothar Wieler hält es für sinnvoll, über Handydaten die Kontakte von Infizierten zu rekonstruieren. Auch in Israel beschloss die Regierung, Mobilfunkdaten für zunächst 30 Tage zur Bekämpfung der Epidemie zu nutzen. Infizierte sollen so gewarnt und die Einhaltung der Quarantäneverpflichtungen überwacht werden.

Samstag, 14. März

Apple-Chef Tim Cook hat am späten Freitag angekündigt, alle AppleStores weltweit erst einmal bis zum 27. März zu schließen. Ausgenommen ist der chinesische Markt, wo sich das Virus inzwischen auf dem Rückzug befindet. Die weltweite Entwicklerkonferenz WWDC wurde abgesagt, sie soll nun nur noch virtuell stattfinden. Cook sagte, sein Unternehmen wolle alles tun, um die Verbreitung des Coronavirus zu stoppen.

Die Google-Schwester Verily Life Sciences, ebenfalls eine Tochtergesellschaft des Alphabet-Konzerns, entwickelt derzeit eine Website, die Bürgern helfen soll, anhand ihrer Symptome herauszufinden, ob ein Test auf das Coronavirus nötig ist. Das System soll auch Anlaufstellen für Virus-Teststationen nennen. Das Projekt soll zunächst in der Bay Area an den Start gehen. Derzeit sind die Hinweise über den Startzeitpunkt wiedersprüchlich. Zudem zeigten sich Repräsentanten von Google verärgert darüber, dass US-Präsident Donald Trump den Test mit falschen beziehungsweise missverständlichen Versprechen vorzeitig angekündigt hatte.

Die Infektionen mit dem Coronavirus nehmen derzeit insbesondere in Europa stark zu.
Die Infektionen mit dem Coronavirus nehmen derzeit insbesondere in Europa stark zu.
Foto: creativeneko - shutterstock.com

). übermittelt auch Netzbetreiber A1 solche Daten anonymisiert an die Regierung. RKI-Chef Lothar Wieler hält es für sinnvoll, über Handydaten die Kontakte von Infizierten zu rekonstruieren. Auch in Israel beschloss die Regierung, Mobilfunkdaten für zunächst 30 Tage zur Bekämpfung der Epidemie zu nutzen. Infizierte sollen so gewarnt und die Einhaltung der Quarantäneverpflichtungen überwacht werden. etwa kann mithilfe eines Deep-Learning-Systems die strukturellen hat Microsoft ein Dashboard eingeführt, dass Aufschluss über die Verbreitung des Virus gibt. Es aggregiert Daten von verlässlichen Quellen wie der World Health Organization ( erklärt, er habe von der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA die Freigabe für einen neuen Schnelltest zum Nachweis des Coronavirus erhalten. Er soll helfen, die derzeit noch bestehenden Engpässe in der Diagnostik zu überwinden. Bisherige Testverfahren sind nur für einen geringen Durchsatz ausgelegt und müssen manuell mit einem hohen personellen Aufwand ausgeführt werden.

Wie die "FAZ" berichtet, hat Roche in den vergangenen Wochen daran gearbeitet, das Testverfahren auch auf den sogenannten Hochdurchsatzplattformen durchführen zu können. Das sind große Apparate, die in Labors weltweit eingesetzt werden und eigentlich für das Screening ganzer Bevölkerungsgruppen auf Infektionen wie HIV eingesetzt werden.

Solange überlebt Corona auf verschiedenen Oberflächen

Forscher des National Institutes of Health in Princeton und von der University of California, Los Angeles, haben derweil einem Bericht von "Wired" zufolge untersucht, auf welchen Materialien das Virus wie lange überleben kann. In ihrem Laborversuch konnten sie COVID-19 rund 24 Stunden auf Kartonagen nachweisen, zwei bis drei Tage hielt es sich auf Plastik und Stahl. Beunruhigend ist die Erkenntnis, dass es sich - unter Laborbedingungen - auch bis zu drei Stunden in Luftpartikeln beziehungsweise Aerosolen halten konnte. Auch wenn damit nichts bewiesen sei, empfehle es sich für die Menschen doch, für eine gute Durchlüftung ihrer Räume zu sorgen.

Freitag, 13. März

übermittelt auch Netzbetreiber A1 solche Daten anonymisiert an die Regierung. RKI-Chef Lothar Wieler hält es für sinnvoll, über Handydaten die Kontakte von Infizierten zu rekonstruieren. Auch in Israel beschloss die Regierung, Mobilfunkdaten für zunächst 30 Tage zur Bekämpfung der Epidemie zu nutzen. Infizierte sollen so gewarnt und die Einhaltung der Quarantäneverpflichtungen überwacht werden. Bayern, das Saarland, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Bremen schließen von kommendem Montag (16. März) an bis zu den Osterferien alle Schulen, Kindergärten und Kitas. Berlin will ab Montag stufenweise die Schulen schließen und mit den Oberstufenzentren beginnen. Weitere Länder, darunter Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Hamburg, dürften ebenfalls in Kürze die Corona-Ferien einläuten.

Einzelne Bundesländer (Bayern, Baden-Württemberg) sind außerdem dabei, die Besuche von Seniorenheimen und Krankenhäusern zu unterbinden. Unterdessen hat der Bundestag im Eiltempo ein Gesetz beschlossen, dass Unternehmen eine schnelle Einführung von Kurzarbeit ermöglichen soll. Die Lufthansa hat heute bereits bei der Bundesagentur für Arbeit einen Antrag auf Kurzarbeit eingereicht. Er betrifft Flugbegleiter in Frankfurt und München sowie Mitarbeiter der Bodendienste in der Lufthansa AG.

Kommunikations-Tools biliger oder gratis

Verschiedene Manager von Microsoft, darunter auch CEO Satya Nadella, haben in den letzten Tagen auf Linked­In einen ausführlichen Beitrag des Kollegen Jared Spataro geteilt. Der Corporate Vice President für Microsoft 365 beschreibt darin, wie das Unternehmen quasi über Nacht 50.000 Mitarbeitern im Headquarter am vom Virus stark betroffenen Standort Seattle ins Home Office schicken konnte, weil die Kommunikations- und Collaboration-Plattform Teams für die virtuelle Zusammenarbeit alle notwendigen Tools bereitstelle. Microsoft betonte, die Gesundheit und Sicherheit der Menschen in aller Welt stehe jetzt im Vordergrund. Tatsache ist aber auch, dass sich allein in China die Nutzung von Teams seit Ende Januar vervielfacht hat.

Den vielen Nutzern der Gratis-Variante kommt Microsoft nun mit weiteren kostenlosen Enterprise-Funktionen entgegen: Sie können die Videokonferenz-Funktion nutzen, außerdem bietet der Softwarekonzern weltweit für sechs Monate eine Office-365-E1-Testversion zum Nulltarif an, die Teams mit einschließt.

Microsoft ist nicht das einzige Unternehmen, dass sich in schwierigen Zeiten generös gibt. Cisco etwa bietet jetzt die kostenlose Variante seiner Webex-Lösung für Videokonferenzen und Online-Meetings ohne zeitliche Beschränkung an und unterstützt neuerdings bis zu 100 Konferenzteilnehmer.

LogMeIN unterstützt Gesundheits- und Bildungssektor

An Gemeinden und Non-Profit-Organisationen sowie den Gesundheits- und Bildungssektor richtet sich LogMeIn mit seinen "Emergency Remote Work Kits": Für drei Monate erhalten solche Einrichtungen kostenlos Lösungen für Online-Meetings und Videokonferenzen, Webinare, virtuelle Events, IT-Support und Fernwartung. Zudem können alle LogMeIn-Kunden ebenfalls für drei Monate sämtliche Emergency Remote Work Kits kostenlos bekommen. So können sie sich mit jenen Tools aus dem Sortiment vertraut machen, die sie bislang noch nicht benutzt haben. Bei Einführung und Training will LogMeIn die Kunden unterstützen.

Auch Google wird in der Krise tätig: Anwendern der "G-Suite" und der "G-Suite for Education" erhalten freien Zugang zum Videokonferenz-System "Hangouts Meet". Die Software erlaubt ihnen virtuelle Meetings mit bis zu 250 Teilnehmern, Live-Streaming für bis zu 100.000 Zuschauer innnerhalb einer Domain und die Möglichkeit Meetings aufzuzeichnen und im Cloud-Dienst Google Drive zu speichern. Diese Features behält Google normalerweise Nutzern der Enterprise Edition vor, jetzt sollen sie bis zum 1. Juli 2020 für alle Kunden zur Verfügung stehen. In Italien waren Hangouts Meet und Classroom von Google die am meisten heruntergeladenen Apps überhaupt.

Doch auch andere Anbieter von Videokonferenz-, Online-Meeting und Collaboration-Tools erfreuen sich seit dem Ausbruch des Corona­virus großer Nachfrage. Productiv, ein Service, mit dem Unternehmen das Softwarenutzungs-Verhalten ihrer Mitarbeiter überprüfen können, verzeichnen etwa für Zoom und Slack rasant steigende Nutzerzahlen. Seit Anfang Februar soll die Nutzung der Videokonferenzlösung von Zoom weltweit um 30 Prozent gestiegen sein. Auch dieses Unternehmen hat seine Gratis-Version aufgepeppt und erlaubt Nutzern in China nun mehr kostenlose Video-Calls. Außerdem unterstützt Zoom auf Anfrage Schulen in Japan, Italien und den USA.

Hohe Belastung der Server und Netze

Die hohe Nachfrage nach Online-Meeting- und Videokonferenzsystemen bleibt für die zugrundeliegende IT-Infrastruktur nicht ohne Folgen, zumal die Freemium-Varianten eine unkontrollierbare Menge an Nutzern auf die Systeme bringen. Laut der Website "Downdetector" hatten Zoom-, Teams- und Slack-Kunden mit Systemausfällen zu kämpfen. Diese sollen aber nicht so dramatisch gewesen sein, dass für Kunden Schäden entstanden wären. Alle drei Hersteller haben sich dazu erklärt und ihre Business-Continuity-Maßnahmen offengelegt.

Während die Anbieter von Tools für Kommunikation und Zusammenarbeit versuchen, Unternehmen bei der Aufrechterhaltung des laufenden Betriebs zu unterstützen, helfen andere IT-Experten und Wissenschaftler der medizinischen Forschung dabei, die Struktur des Virus zu verstehen, Infektionsverläufe vorherzusagen und Erkrankungen frühzeitig zu erkennen.

DeepMind analysiert Proteine

). übermittelt auch Netzbetreiber A1 solche Daten anonymisiert an die Regierung. RKI-Chef Lothar Wieler hält es für sinnvoll, über Handydaten die Kontakte von Infizierten zu rekonstruieren. Auch in Israel beschloss die Regierung, Mobilfunkdaten für zunächst 30 Tage zur Bekämpfung der Epidemie zu nutzen. Infizierte sollen so gewarnt und die Einhaltung der Quarantäneverpflichtungen überwacht werden. Der 2014 von Google übernommene KI-Spezialist DeepMind etwa kann mithilfe eines Deep-Learning-Systems die strukturellen Veränderungen verschiedener Proteine in SARS-CoV-2 vorhersagen und so die Forschung unterstützen. In China hat Alibaba in einem seiner Forschungszentren einen Algorithmus entwickelt, der anhand von Computertomographien erkennt, ob ein Patient an COVID-19 erkrankt ist. Das System wurde mit Bildern von Lungen infizierter Personen trainiert und soll innerhalb von 20 Sekunden mit einer Genauigkeit von 96 Prozent erkennen, ob eine Coronavirus-Infektion vorliegt.

Der chinesische Suchmaschinen-Betreiber Baidu hat über seine Forschungssparte seinen Algorithmus "LinearFold" für andere Forscher zur Verfügung gestellt. Er dient dazu, die Sekundärstrukturen von Ribonukleinsäuren (RNS) besonders schnell zu bestimmen, was zu einem besseren Verständnis der biologischen Funktionen des Virus sowie zu einer optimierten Imfstoff-Entwicklung führen soll.

Mit der Lokalisierung künftiger Ausbrüche beschäftigt sich derweil die Harvard Medical School: Dort durchforstet ein internationales Forscherteam das Social Web sowie Daten-Pools von verschiedenen Gesundheitseinrichtungen, um die Ausbreitung des Coronavirus vorherzusagen und Präventionsmaßnahmen zu unterstützen. Eher praktisch orientiert ist indes UVD Robots aus Dänemark: Das Unternehmen stellt Roboter her, die mit ultravioletter Strahlung arbeiten, um Räume zu reinigen und zu desinfizieren, in denen sich infizierte Patienten aufgehalten haben.

Donnerstag, 12.März

US-Präsident Donald Trump hat für 30 Tage ein allgemeines Einreiseverbot für Menschen aus Europa in die USA verhängt. Nicht betroffen sind Flüge von Großbritannien aus. US-Bürger, die sich in Europa aufgehalten haben und negativ auf den COVID-19-Virus getestet wurden, dürfen einreisen. Trump verkündete diese Maßnahmen am Mittwoch (11. März) in einer TV-Ansprache.

Der US-Präsident, der im eigenen Land wegen schlechter Informationspolitik und fehlender oder zu spät verfügbarer Test-Kits in der Kritik steht, warf der EU vor, nicht ausreichend auf die Verbreitung des Erregers reagiert zu haben. In China habe die Epidemie ihren Anfang genommen, die Europäer hätten es versäumt, ein Einreiseverbot für Chinesen zu verhängen.

). übermittelt auch Netzbetreiber A1 solche Daten anonymisiert an die Regierung. RKI-Chef Lothar Wieler hält es für sinnvoll, über Handydaten die Kontakte von Infizierten zu rekonstruieren. Auch in Israel beschloss die Regierung, Mobilfunkdaten für zunächst 30 Tage zur Bekämpfung der Epidemie zu nutzen. Infizierte sollen so gewarnt und die Einhaltung der Quarantäneverpflichtungen überwacht werden. Der US-Präsident verkündete zudem Maßnahmen zur Stabilisierung der US-Wirtschaft. So soll die Einkommenssteuer gesenkt und für bestimmte Unternehmen und Bürger die Fristen für Steuerzahlungen verlängert werden. Kleine Betriebe, die durch den Virus in Schwierigkeiten geraten, sollen unterstützt werden. Laut Trump werden so 200 Milliarden Dollar an zusätzlicher Liquidität in die Wirtschaft fließen. Vergangene Woche hatte Trump 8,3 Milliarden Dollar für Investitionen in Forschung und medizinisches Equipment bewilligt. So sollen vor allem die Arbeiten an einem Impfstoff beschleunigt werden.

KI erkennt COVID-19

In China arbeiten IT-Konzerne daran, dem Virus mit künstlicher Intelligenz (KI) zuleibe zu rücken. Alibaba will in einem seiner Forschungszentren einen Deep-Learning-Algorithmus entwickelt haben, der anhand von Computertomographien erkennt, ob ein Patient an COVID-19 erkrankt ist. Das System wurde mit Bildern von Lungen infizierter Personen trainiert und soll innerhalb von 20 Sekunden mit einer Genauigkeit von 96 Prozent erkennen, ob eine Coronavirus-Infektion vorliegt oder eine andere Erkrankung.

Lieferketten in Gefahr

In Deutschland wachsen unterdessen die Sorgen wegen möglicher Produktionseinschränkungen, da in China wochenlang viele Fabriken stillstanden. Heise.de berichtet, die Elektronikbrache sei besonders betroffen, sowohl Importe von als auch Exporte nach China seien gestört. Da auch Produkte aus anderen Ländern chinesische Vorleistungen enthalten, laufen auch die japanische und die südkoreanische Wirtschaft nur gebremst. Im April sei in Elektronikmärkten mit Engpässen und steigenden Preisen zu rechnen.

Auch in der Autoindustrie kommt demnach langsam Unruhe auf, da Produkte aus Vorkrisenzeiten allmählich verarbeitet sind und keine neuen nachkommen. Zudem werden bestimmte elektronische Ausrüstungen, Maschinen und IT-Equipment knapp, warnt Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft. Zumindest die Medikamentenversorgung scheint bis zum Sommer 2020 gesichert, auch wenn Indien die Ausfuhr 26 gängiger Wirkstoffe begrenzt, darunter Paracetamol und mehrere Antibiotika.

Mittwoch, 11. März

Google hat seinen Mitarbeitern in den USA und Kanada am Dienstag (10. März) empfohlen, bis mindestens zum 10. April 2020 von zu Hause aus zu arbeiten. Hintergrund ist die Angst vor dem Coronavirus, das sich auch in den USA stärker ausbreitet. Dort werden aktuell 14.366 Infizierte und 217 Todesfälle gezählt (Stand: 20. März 10.00 Uhr). Google hatte Tage zuvor bereits gezielt die Mitarbeiter in der San Francisco Bay Area, in Dublin und in Seattle aufgefordert, daheim zu bleiben.

Damit reiht sich das Unternehmen in eine ganze Liste von IT- und Internet-Konzernen ein, die den Mitarbeitern raten, die Bürogebäude zu meiden. Apple Amazon, Cisco, Facebook, IBM, Microsoft, Twitter, Box, Salesforce und andere haben ihre Belegschaften gebeten, sich ins Home Office zurückzuziehen, wann immer möglich. Microsoft hatte bislang seine Mitarbeiter in Seattle und der Bay Area aufgefordert, vorerst bis zum 25. März zu Hause zu bleiben. Allein in Seattle/King County (US-Bundesstaat Washington), wo Microsoft sein Headquarter betreibt, hat der Virus bereits neun Menschenleben gefordert.

Apple-Mitarbeiter sollen Abstand halten

Apple-CEO Tim Cook stellte am vergangenen Sonntag (8. März) allen Mitarbeitern weltweit frei, von zu Hause aus zu arbeiten, "wenn es der Job erlaubt". Das Auftreten des COVID-19-Virus sei ein "noch nie dagewesenes Ereignis" und ein "besonders fordernder Moment". Zwei Tage vorher hatte Cook Mitarbeiter in Kalifornien und Seattle gebeten, im Home-Office zu bleiben. Apple werde zudem für die Einhaltung von Hygienevorschriften sorgen.

Wie Business Insider berichtet, sollen Apple-Mitarbeiter in einigen AppleStores den Kunden nur noch auf ausdrückliche Nachfrage gestatten, AppleWatches und AirPods auszuprobieren. Auch wurden dort die Sitzgelegenheiten und Ausstelungsbereiche räumlich auseinandergezogen, um die Infektionsrisiken zu senken.

Apple lässt seine iPhones und iPads Pros in China produzieren und ist daher aufgrund der unterbrochenen Lieferkette und der verordneten Quarantäne besonders vom Virus betroffen. Im Februar hatte das Unternehmen nach Angaben der "China Academy of Information and Communications Technology" (CAICT) im Reich der Mitte nur 494.000 iPhones verkauft, ein Rückgang um 75 Prozent im Vergleich zum vorhergehenden Monat. Es folgte eine Umsatz- und Gewinnwarnung für das erste Quartal 2020.

SAP schließt Standort St. Ingbert bis auf Weiteres

Auch in Deutschland (15.439 Infizierte, 44 Tote) greifen in der IT-Branche Notfallmaßnahmen um sich. SAP meldete drei Coronavirus-Infektionen im saarländischen St. Ingbert. Der Standort wurde erst einmal geschlossen, die 800 Beschäftigen sollen von zu Hause arbeiten. Die drei Mitarbeiter sowie weitere Personen, die mit ihnen im unmittelbarem Kontakt standen, stehen unter Quarantäne. Alle Bürogebäude werden desinfiziert, außerdem bemühen sich die Gesundheitsbehörden darum, die Infektionsketten nachzuvollziehen.

Unternehmen, die sich auf eine Pandemie vorbereiten möchten, erhalten Hilfe im Handbuch betriebliche Pandemieplanung vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. (hv)