Software für das Netzwerkmanagement

Empfehlenswerte Tools fürs Netzwerk

17.09.2015
Von  und
Bernhard Haluschak war bis Anfang 2019 Redakteur bei der IDG Business Media GmbH. Der Dipl. Ing. FH der Elektrotechnik / Informationsverarbeitung blickt auf langjährige Erfahrungen im Server-, Storage- und Netzwerk-Umfeld und im Bereich neuer Technologien zurück. Vor seiner Fachredakteurslaufbahn arbeitete er in Entwicklungslabors, in der Qualitätssicherung sowie als Laboringenieur in namhaften Unternehmen.
Thomas Rieske arbeitet seit Oktober 2002 als freiberuflicher IT-Fachjournalist und Autor. Zu den Themenschwerpunkten des Diplom-Übersetzers zählen unter anderem Computersicherheit, Office-Anwendungen und Telekommunikation.

Ekahau HeatMapper - Funknetze kartografieren und optimieren

Welchen Bereich ein WLAN abdeckt, hängt entscheidend davon ab, wo in der Wohnung oder im Haus Sie den dazugehörigen Router aufstellen. Als Entscheidungshilfe für den idealen Standort stellt der Hersteller Ekahau das Programm HeatMapper kostenlos zur Verfügung.

Funktionalität: Der Ekahau HeatMapper fungiert als WLAN-Scanner und läuft unter 32- und 64-bittigem Windows bis einschließlich Version 7. Er unterstützt die Funknetzstandards 802.11 a/b/g/n. Das Tool spürt alle in der Nähe befindlichen drahtlosen Netzwerke auf, misst deren Signalstärke und trägt sie in eine grafische Übersicht ein. Dabei wird die unterschiedliche Abdeckung durch entsprechende Farbcodes visualisiert. Die Skala reicht von Grün über Gelb bis Rot, die einen optimalen, mittleren und schwachen Empfang darzustellen.

Besonders genaue Resultate lassen sich erzielen, indem man einen Grundriss der Wohnung oder des Hauses im JPG-, PNG-, SVG- oder GIF-Format ins Programm lädt. Die Skalierung übernimmt der HeatMapper automatisch. Ohne Grundriss zeichnet der HeatMapper die Ergebnisse in ein grobes Raster ein. Die auf diese Weise erstellte WLAN-Karte lässt sich per Screenshot als PNG-Grafik exportieren.

Außer der ermittelten Abdeckung zeigt die Software die Konfiguration und Sicherheitseinstellungen der gefundenen WLANs an. So erhält man rasch eine Übersicht darüber, welche Access Points in der Nachbarschaft funken, welchen Kanal sie nutzen und welche Verschlüsselungsart sie verwenden.

Startfrage: Den meisten Nutzen bietet die Software, wenn man über einen Grundriss verfügt, um die WLAN-Abdeckung einzuzeichnen.
Startfrage: Den meisten Nutzen bietet die Software, wenn man über einen Grundriss verfügt, um die WLAN-Abdeckung einzuzeichnen.

Installation: Um das Installationspaket (ca. 96 MByte) herunterzuladen, müssen Sie sich zuerst auf der Herstellerseite registrieren. Anschließend erhalten Sie an die angegebene Adresse eine Mail mit dem Download-Link. Es empfiehlt sich, dazu eine separate Mail-Adresse zu verwenden, denn Sie abonnieren mit der Registrierung automatisch einen Newsletter. Austragen können Sie sich, nachdem sie ihn das erste Mal erhalten haben.

Das Setup selbst verläuft assistentengestützt, sodass Sie nach dem Start der Installationsdatei nur den Anweisungen zu folgen brauchen. Wichtig ist, bei der Windows-Nachfrage, ob das Ekahau-Netzwerkprotokoll installiert werden soll, die Antwortvorgabe (Nicht installieren) zu ändern.

Bedienung: Die Grundidee der Software besteht darin, die vorhandenen WLANs samt ihrer Signalstärke und sonstigen abfragbaren Daten für den eigenen Standort zu kartografieren. Zu diesem Zweck hat der Anwender beim Start der Software die Wahl, einen entsprechenden Grundriss zu importieren (Befehl I have a map image) oder mit einem groben Kästchenraster zu arbeiten (I don't have a map image).

Anschließend präsentiert das Tool einen zweigeteilten Bildschirm: Links sind die gefundenen Funkstationen mit ihren Kerndaten aufgeführt. Mithilfe der darüber platzierten Register kann der Anwender die Liste nach Signalstärke, Kanal, SSID, MAC-Adresse und Sicherheitseinstellung sortieren. Über den letztgenannten Punkt ließ sich im Test recht schnell sogar ein ungeschütztes Netzwerk aufspüren. Die Liste kann man durch einen Klick auf den kleinen danebenstehenden Pfeil auf- und zuklappen. Das Gleiche gilt für die auf der gegenüberliegenden Seite angeordnete Kurzhilfe, die standardmäßig ausgeblendet ist.

Anschließend gilt es, die Signalstärke an unterschiedlichen Punkten zu messen. Dazu geht man mit einem tragbaren Gerät, zum Beispiel einem Notebook, langsam durch die einzelnen Räume und markiert dabei mit der linken Maustaste kontinuierlich den jeweiligen Standort auf dem Grundriss oder Raster. Der zurückgelegte Weg erscheint als grüne Linie, während HeatMapper die Daten der in Reichweite liegenden Access Points erfasst und sie den jeweiligen Wegabschnitten zuordnet.

Nachdem man auf diese Weise die eigenen vier Wände durchschritten hat und wieder am Ausgangspunkt angelangt ist, markiert man das Ende der Messung mit einem Klick der rechten Maustaste. Länger als 15 Minuten sollte man dazu aber nicht benötigen, denn das Tool überschreibt nach dieser Zeitspanne die zuerst erfassten Punkte. Danach erscheinen auf der Karte die Signalstärken aller gefundenen Drahtlosnetzwerke gleichzeitig. Um die Feldstärke eines einzelnen WLANs anzuzeigen, genügt es, die Maus über das entsprechende Router-Icon, das ebenfalls eingezeichnet ist, zu bewegen.

Fazit: Der Ekahau HeatMapper erweist sich als äußerst nützliches Werkzeug, wenn man mehr über die WLAN-Abdeckung in den eigenen vier Wänden erfahren will. Durch die Visualisierung der Signalstärke auf einer Karte lassen sich potenzielle Störquellen für ein drahtloses Netzwerk schnell entdecken und beseitigen. Die Aufzeichnungsbeschränkung auf 15 Minuten dürfte sich nur in größeren Häusern oder Büros ungünstig bemerkbar machen.

Ekahau HeatMapper

Version:

1.1.4

Hersteller:

Ekahau Inc.

Download Link:

Ekahau HeatMapper - Download

Sprache:

Englisch

Preis:

kostenlos

System:

Windows XP / Windows Vista / Windows 7 / Windows 8

Alternativen:

Homedale, WirelessNetView, Xirrus Wi-Fi Inspector, inSSIDer 2