Great Place to Work Wettbewerb

Die besten Arbeitgeber in der ITK 2014

19.06.2014
Von 
Karriere in der IT ist ihr Leib- und Magenthema - und das seit 20 Jahren. Langweilig? Nein, sie entdeckt immer neue Facetten in der IT-Arbeitswelt und im eigenen Job. Sie recherchiert, schreibt, redigiert, moderiert, plant und organisiert.

Microsoft: Am Puls der Mitarbeiter

Microsoft Deutschland hat sich zum zweiten Mal in Folge als bester IT-Arbeitgeber Deutschlands in der Größenklasse der Unternehmen über 1000 Beschäftigten durchgesetzt. Flexibles Arbeiten ist in den Augen von Personal-Managerin Elke Frank der wichtigste Hebel für die Zufriedenheit der Mitarbeiter.

Elke Frank, Microsoft: Wir wollen keine Always-On-Mentalität.
Elke Frank, Microsoft: Wir wollen keine Always-On-Mentalität.
Foto: Microsoft

Elke Frank, Senior Director Human Resources und Mitglied der Geschäftsleitung, sieht dennoch keinen Anlass, sich künftig zurückzulehnen: "Die guten Ergebnisse aus der Mitarbeiterbefragung im Great-Place-to-Work-Wettbewerb signalisieren uns, dass wir am Puls der Mitarbeiter sind und deren Bedürfnisse erkennen." Diese wandeln sich aber, vor allem die Generation Y legt mehr Wert auf Work-Life-Balance. Frank nennt zwei Themen, die seit einigen Jahren immer wichtiger für die Zufriedenheit der Mitarbeiter werden: Die Atmosphäre am Arbeitsplatz und flexibles Arbeiten.

Flexibles Arbeiten

In der deutschen Microsoft-Niederlassung können sich die Angestellten ihre Arbeitszeit flexibel einteilen, da ihre Leistung ausschließlich am Erreichen der vereinbarten Ziele gemessen wird. Damit die Balance zwischen Leistung und gesteckten Zielen auf der einen Seite und flexiblem Umgang mit Arbeitszeit auf der anderen Seite gefunden werden kann, sieht Frank Mitarbeiter wie Führungskraft in der Pflicht: "Wir verlangen vom Mitarbeiter eine hohe Selbstverantwortung und Disziplin, er muss sich selbst zeitliche Grenzen setzen. Wir wollen keine Always-On-Mentalität. Gleichzeitig hat der Vorgesetzte eine größere Fürsorgepflicht, wenn er seinen Mitarbeiter nicht mehr jeden Tag sieht, weil dieser beim Kunden oder im Home Office arbeitet. Führungskräfte brauchen hier ein feineres Fingerspitzengefühl, um zu erkennen, wann ein Mitarbeiter überarbeitet ist." Dieses Gefühl der Führungskräfte versucht Microsoft in entsprechenden Trainings und Coachings zu fördern.

Jeder Mitarbeiter kann entscheiden, wann und wo er arbeitet". Diesen Leitsatz empfindet Personal-Managerin Frank als großen Vorteil, um Arbeits- und Privatleben miteinander vereinbaren zu können. Dass viele bei Microsoft auf das Büro als Arbeitsort nicht komplett verzichten wollen, zeigte sich in der jüngsten Debatte, ob einige der sechs Microsoft-Standorte geschlossen werden und die Mitarbeiter stattdessen im Home Office arbeiten sollten. Hier hat der Softwarekonzern auf die Stimmung in der Belegschaft reagiert und behält die Standorte Hamburg, Böblingen und Bad Homburg nun doch bei. Sie werden modernisiert und in so genannte Open Spaces umgestaltet. Diese offenen Großraumbüros, in denen Mitarbeiter und Führungskräfte gemeinsam sitzen und arbeiten, sind Ausdruck der offenen Kommunikationskultur, die Microsoft auch mit kleinen Cafés und Sitzgruppen auf den Gängen fördern will. Dazu Frank: " Der persönliche Austausch bleibt wichtig, wenn man innovativ und kreativ denken will." Mitarbeiter, die unterwegs oder im Home Office sind, werden über Lync und Video einbezogen. Zur Kommunikation gehören auch regelmäßige Feedbackgespräche, erläutert die Personalchefin: "Bei Microsoft spielen häufig kleine Dinge eine große Rolle: Persönliches Lob oder Dankes-Mails sind fester Bestandteil unserer ausgeprägten Feedback- und Anerkennungskultur. Anerkennung und Sichtbarkeit erfahren unsere Mitarbeiter aber auch über Awards, die wir für besondere Leistungen, etwa in Sachen Kundenorientierung oder schnelles Einstellen auf neue Gegebenheiten, feierlich überreichen."

Ein weiteres wichtiges Thema ist die Förderung von körperlicher und seelischer Gesundheit. Am Hauptstandort in Unterschließheim finden die Mitarbeiter nicht nur ein eigenes Fitness-Studio, sondern können auch Yoga- oder Skigymnastikkurse belegen. Massagen gehören ebenso zum Angebot wie ein Crashkurs zur Entspannung am Arbeitsplatz in fünf Minuten.