Great Place to Work Wettbewerb

Die besten Arbeitgeber in der ITK 2014

19.06.2014
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Karriere in der IT ist ihr Leib- und Magenthema - und das seit 20 Jahren. Langweilig? Nein, sie entdeckt immer neue Facetten in der IT-Arbeitswelt und im eigenen Job. Sie recherchiert, schreibt, redigiert, moderiert, plant und organisiert.

Projektron: "Wir freuen uns über jedes Kind"

Den zweiten Platz in der Größenklasse der Unternehmen mit 51 bis 100 Mitarbeitern belegt Projektron. Die Berliner sind seit ihrer Gründung im Jahr 2001 auf webbasierte Projekt-Management-Software spezialisiert und beschäftigen mittlerweile 75 Menschen an sechs Standorten.

Dass fast jeder Zweite davon in Teilzeit tätig ist, ist kein Zufall. Projektron gehört zu den Unternehmen, die das Schlagwort Familienfreundlichkeit ernst nehmen. Schon in Vorstellungsgesprächen sprechen Patricia Rezic, und Dotchka Pentcheva, die zusammen das Personal-Management leiten, vermeintliche Tabuthemen wie Überstunden oder eben auch Vereinbarkeit von Familie und Beruf an. " Überstunden werden nicht erwartet, und das leben wir auch", sagt Patricia Rezic. " „Wir freuen uns sehr, wenn Mitarbeiter Kinder bekommen. Als letztes Jahr eine unserer Mitarbeiterinnen im Support in der Probezeit schwanger wurde, haben wir ihren Vertrag entfristet, um ihr eventuelle Sorgen um den Arbeitsplatz zu nehmen. Generell werden in solchen Fällen anstehende Gehaltserhöhungen vorgezogen." Elternzeit begreift Projektron als persönliche Weiterbildung, der Kontakt zu den Mitarbeitern wird gehalten, sie werden weiter zu allen Feiern eingeladen. Ebenso eng ist die Beziehungspflege auch mit Studenten, die im Unternehmen arbeiten, oder Mitarbeitern, die ihre Arbeitszeit reduzieren, um ein Aufbaustudium zu absolvieren.

Patricia Rezic (links) und Dotchka Pentcheva, Projektron:"Überstundenwerden nicht erwartet, das leben wir auch."
Patricia Rezic (links) und Dotchka Pentcheva, Projektron:"Überstundenwerden nicht erwartet, das leben wir auch."
Foto: Projektron

Besonders macht das Arbeiten bei Projektron auch ein zweiter Aspekt, den Dotchka Pentcheva erläutert: " Jeder hat die Möglichkeit, neben seinen Haupttätigkeiten auch andere Rollen zu übernehmen. Wir haben zum Beispiel schon die zweite Mitarbeiterin aus der Dokumentation, die sich zur Trainerin ausbilden lässt. Mehrere Mitarbeiter aus dem Support haben nach der Einarbeitung entschieden, die Weiterbildung zum technischen Berater wahrzunehmen. So können sich die Mitarbeiter weiterentwickeln und es kommen oft ungeahnte Talente zum Vorschein.." Pentcheva selbst verantwortet nicht nur das Personal-Management, sondern leitet auch das Qualitäts-Management. Auch Kollegin Rezic hat als Controlling noch einen zweiten Hut auf.

Mitunter haben Mitarbeiter bis zu fünf verschiedene Rollen, in den Entwicklungsgesprächen wünschen sich Mitarbeiter auch eine weitere neue Rolle. Das erhöhe aber nicht den Stress für den einzelnen, sagt Pentcheva: "Zugleich schafft das Modell eine hohe Ausfallsicherheit, da wir dadurch auch Stellen doppelt besetzen können. Für die Mitarbeiter bedeutet das weniger Druck, da sie wissen, dass ein Kollege ihre Aufgaben problemlos übernehmen kann, auch wenn sie kurzfristig ausfallen oder mal viel zu tun ist." Einsteiger würden aber einige Zeit brauchen, räumt Pentcheva ein, bis sie begreifen, dass dieses Modell wirklich funktioniert.

Wie ernst Projektron die Wünsche seiner Mitarbeiter nimmt, zeigte sich auch vor dem Umzug in ein neues Bürogebäude. Zunächst sammelten die Mitarbeiter im Intranet die Anforderungen an das Haus, dann stimmten sie über das Gebiet ab, in dem die Geschäftsführung nach der Immobilie suchen sollten und schließlich besichtigten viele Mitarbeiter die Objekte der engeren Wahl, bevor die Entscheidung fiel. Auch in Sachen Einrichtung war die Meinung der Beschäftigten gefragt, sie konnten diverse Probestühle testen und schlugen zum Beispiel einen Ruheraum vor. Patricia Rezic freut soviel Engagement: „Unsere Mitarbeiter bringen sich gerne ein, da sie merken, dass sie etwas bewirken können.“