Wer jetzt nicht umdenkt, verpasst den Wandel

Blockchain ist das neue Internet



Oliver Hüttig arbeitet seit 1987 in der IT-Industrie. Seit 2002 leitet der diplomierte Informatik-Ingenieur als Vorstandsvorsitzender die Geschicke der COCUS AG. Mit insgesamt 120 Mitarbeitern hat COCUS sich vor allem auf die Geschäftsfelder IoT, Blockchain, Data Analytics und Information Security spezialisiert.
Ohne das Internet ist heutzutage kein Unternehmen mehr wettbewerbsfähig. Ähnliches wird schon bald für Blockchains gelten. Bei Transaktionen sowie beim Internet of Things wird zukünftig kaum ein Weg an der Technologie vorbeiführen. Umso wichtiger ist es, jetzt aktiv zu werden. Denn wer die erste Welle verpasst, könnte schon bald eine ebenso schmerzhafte Bauchlandung hinlegen wie viele einstige Traditionsunternehmen, die von Online-Unternehmen förmlich weggespült wurden.
Für Unternehmen kann die Blockchain-Technologie eine der Möglichkeiten sein, Geschäftsabläufe zu digitalisieren.
Für Unternehmen kann die Blockchain-Technologie eine der Möglichkeiten sein, Geschäftsabläufe zu digitalisieren.
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Mittlerweile braucht man keine Weitsicht mehr, um zu erkennen, dass am Internet kein Weg vorbei führt. Schwieriger wird es, wenn die Trends noch jünger und somit nicht unbedingt leicht zu erkennen sind. Blockchain ist so ein Fall. Die Tatsache, dass die Kryptowährung Bitcoin auf Blockchain-Technologie basiert, scheint auf den ersten Blick nicht für Blockchain zu sprechen. Schließlich stand Bitcoin in den letzten Monaten immer wieder in den Schlagzeilen.

Lesetipp: Wie Bitcoin und Blockchain gehackt werden

Was zumeist jedoch nicht berichtet wurde, ist, dass nicht der Bitcoin-Kurs schwankt, sondern die jeweiligen FIAT-Währungen dagegen. Für den Spekulationswahnsinn der Anleger kann man Bitcoin nicht verantwortlich machen, wie es oft passiert. Fakt ist, dass die Bitcoin-Blockchain bis dato die stabilste und am höchsten verfügbarste Blockchain ist.

Klug ist, wer in Blockchain-Technologie investiert

Und so ist es das Klügste, was ein Unternehmen derzeit machen kann, in Blockchain-Technologie zu investieren. Denn die Technologie eignet sich unter anderem ideal für Smart Contracting sowie für das Internet of Things. Und beides wird für die meisten Unternehmen schon in wenigen Jahren essentiell sein - wenn es nicht bereits längst der Fall ist. Jedes Unternehmen ist auf Transaktionen angewiesen. IBM-Chefin Virginia Rometty winkt deshalb zu Recht mit dem Zaunpfahl, wenn sie sagt, dass Blockchain für Transaktionen das ist, was das Internet für Informationen war.

Sicherer, schneller und effizienter können Transaktionen wie Überweisungen oder auch Verträge und Vereinbarungen deshalb nicht abgeschlossen werden. Banken und Notare sind hierfür nicht länger notwendig. Das spart nicht nur Gebühren, sondern auch viel Zeit.

Welche Waren und Güter gehandelt werden, ist weitgehend irrelevant

Die dezentrale Struktur der Blockchain, die letztlich auch die Einbeziehung Dritter wie etwa Banken überflüssig macht, sorgt für die notwendige Sicherheit, auf die niemand bei automatisierten Prozessen verzichten kann. So lassen sich mitunter ganz neue Geschäftsmodelle und Prozesse realisieren. Welche Waren und Güter gehandelt werden, ist dabei weitgehend irrelevant. Mit Blockchain ist so gut wie alles möglich, wie sich am Beispiel der TUI Group zeigt, die mit Hilfe von Blockchain-Technologie bereits die Bettenauslastung über Ländergrenzen hinweg optimiert hat.

Lesetipp: Blockchain-Technologien im Detail

Dabei handelt es sich letztlich jedoch nur um einen Baustein, der den Status des weltweit größten Touristik-Unternehmens auch für die Zukunft sichern soll. Die Strategie des Konzerns, auf Blockchain zu setzen, geht deutlich weiter. Doch wie in vielen anderen Bereichen macht es Sinn, die Strategie in Form von einzelnen Use Cases schrittweise umzusetzen. So wird aus der Theorie Praxis, die sich im Alltag bewährt und auf die man dann weiter aufbauen kann. Neuerungen werden so nicht nur am Reißbrett entworfen, sondern gelebte und greifbare Realität, deren konkrete Resultate nachweisbar sind.

E-Autos und Elektro-Tankstellen kommunizieren via Blockchain

Logistik-, Telekommunikations- und Energieunternehmen werden transparente und auditierbare Transkationen, die sie zu bewältigen haben, langfristig nicht ohne Blockchain bewältigen können. Gleiches gilt für den Bereich Industrie 4.0 und ganz allgemein für das Internet of Things.

Der bisherige Ansatz von IoT-Lösungen ist häufig, dass einzelne Endgeräte automatisch Bedarf anmelden, wenn Nachschub an Material oder Ersatzteilen benötigt wird. Die Produkte werden dann bei einem Händler eingekauft und über einen Bezahldienstleister abgerechnet. Noch effizienter wäre es allerdings, die Prozesse über einen öffentlichen Marktplatz abzuwickeln, der auf einer öffentlichen Blockchain basiert. Zahlungen können so direkt freigegeben und beispielsweise mit Hilfe von Smart-Contract-Anwendungen auch gleich die benötigten Logistikprozesse eingeleitet werden.

Lesetipp: Car eWallet

Ein anschauliches Beispiel hierfür sind E-Autos, denen ebenfalls eine große Zukunft prognostiziert wird. Um E-Autos an Elektro-Tankstellen gegen Bezahlung unkompliziert aufladen zu können, müssen sich beide Seiten vertrauen, obwohl sie sich nicht unbedingt kennen. Der große Vorteil von Blockchain-Technologie ist hier, dass diese sich sowohl für Smart Contracts als auch für Kryptowährungen eignet. Vertragsabschluss und Bezahlung erfolgen so in einem Schritt und in Echtzeit.