Connected Car Services

Autokäufer sorgen sich um die Sicherheit ihrer Daten

Simon Lohmann ist Volontär bei der IDG Business Media GmbH. Im September 2017 beendete er sein Studium „Medienkommunikation & Journalismus“ an der FHM in Hannover, seit 2015 ist er freier Journalist bei der Macwelt.
Der Markt für Connected Car Services (CCS) soll in den kommenden Jahren einen Boom erfahren. Für die Autokäufer hat dabei das Thema Datenschutz höchste Priorität.

Der europäische Markt für Connected Car Services (CCS) soll laut einer aktuellen Studie des Beratungsunternehmens Deloitte bis 2021 um den Faktor elf wachsen. Die Umsätze könnten demnach von 62 Millionen Euro im Jahr 2016 auf rund 715 Millionen Eurosteigen. Ein weiteres Ergebnis der Erhebung: Datensicherheit ist für zwei Drittel der Käufer ein entscheidendes Kaufkriterium.

Datenschutz ist Sache des Herstellers, sagen potenzielle Nutzer von Connected Car Services.
Datenschutz ist Sache des Herstellers, sagen potenzielle Nutzer von Connected Car Services.
Foto: Avigator Thailand - shutterstock.com

Für die Studie "Automotive Data Treasure" befragte Deloitte im August Konsumenten ab 18 Jahren in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Spanien und Italien bezüglich ihrer Einstellung zum Datenschutz und zur Nutzung von Connected Car Services.

Zwar schätzen rund 80 Prozent der Befragten potenzielle Vorteile wie mehr Sicherheit, einen niedrigeren Spritverbrauch und zusätzliche Entertainmentfunktionen, die durch Connected Car Sercices ermöglicht würden. Doch sie befürchten, dass ihre Informationen an Dritte weitergegeben werden könnten.

Ein Kauf käme daher für 64 Prozent der Befragten nur dann in Frage, wenn sie selbst die völlige Kontrolle über ihre Daten haben. Für die Gewährleistung eines zuverlässigen Datenschutzes sehen die potenziellen Käufer aber vor allem die Autohersteller (51 Prozent) und die Politik (31 Prozent) in der Verantwortung.

Immerhin 63 Prozent der Befragten befürchten, dass sie selbst nur wenige Möglichkeiten hätten, für einen ausreichenden Datenschutz zu sorgen. Vor allem in möglichen Hackerangriffen sehen sie eine Bedrohung. Ein ausreichende Schutz sei daher Aufgabe der Hersteller, kommentieren die Studienautoren: "Dabei zeigt sich, dass europäische Autohersteller und IT-Provider in dieser Hinsicht das höchste Vertrauen genießen."

Vertauen kann nach Einschätzung der Befragten vor allem durch eine klare und verbindliche Zusicherung von Anbietern sowie eine transparente Kommunikation geschaffen werden. Eine Selbstverpflichtung seitens der Hersteller ist lediglich für ein Drittel der Befragten ausreichend.

Für Andreas Herzig, Partner und Leiter Operational Risk Deloitte, steht fest: Jeder europäische Bürger hat das Recht auf den Schutz seiner personenbezogenen Daten. "Das gilt natürlich auch für das vernetzte Auto", so Herzig. "In Anbetracht des enormen Marktwachstumspotenzials und der rasanten technischen Entwicklung wird der Datenschutz zur anspruchsvollen Aufgabe."

Zum CCS-Markt zählt Deloitte alle technischen Funktionen im Auto, die für eine Internetverbindung oder Kommunikationsfähigkeit mit der Umwelt notwendig sind. "Bereits heute nutzt über die Hälfte der Befragten vernetzte Fahrzeugdienste oder plant, sie in jedem Fall beim nächsten Auto in Anspruch zu nehmen", heißt es in der Studie weiter. Ob ein Kauf letztendlich getätigt wird, sei neben dem Vertrauen gegenüber dem Anbieter auch vom Grad der Vernetzung abhängig. Darüber hinaus zeigt die Erhebung: Je informierter die Käufer sind, desto größer ist die Zahlungsbereitschaft.