System-Tools

11 kleine Windows-Tricks mit großer Wirkung

14.12.2019
Von Thorsten Eggeling

5. Dateien effektiv in Bibliotheken organisieren

Bibliotheken einblenden: Bei Windows 10 zeigt der Windows-Explorer die Bibliotheken standardmäßig nicht an. Sie lassen sich aber unter „Navigationsbereich“ aktivieren.
Bibliotheken einblenden: Bei Windows 10 zeigt der Windows-Explorer die Bibliotheken standardmäßig nicht an. Sie lassen sich aber unter „Navigationsbereich“ aktivieren.

Gleichartige Inhalte lassen sich unter Windows unabhängig vom Speicherort in Bibliotheken organisieren. Die Idee dahinter: Musik, Bilder, Videos und Dokumente sollen in nur einem Ordner zu finden sein, egal, wo sie tatsächlich gespeichert sind. Sie können Ordner von internen und externen Festplatten in Bibliotheken aufnehmen und damit zentral zugänglich machen. Das erspart Klickarbeit bei der Navigation zu Laufwerken und Ordnern. Nebenbei nimmt Windows Bibliotheksinhalte automatisch in den Suchindex auf (Punkt 6), sodass Sie Dateien oder Dateiinhalte schneller finden. Unter Windows 10 zeigt der Windows-Explorer die Bibliotheken standardmäßig nicht an. Um das zu ändern, gehen Sie im Menüband auf "Ansicht", klicken auf "Navigationsbereich" und dann auf "Bibliotheken anzeigen". Sie können auch die Option "Alle Ordner anzeigen" aktivieren. Dann sehen Sie zusätzlich die Systemsteuerung im Navigationsbereich.

Wenn Sie einen Ordner zu einer Bibliothek hinzufügen möchten, gehen Sie im Kontextmenü auf "In Bibliothek aufnehmen" und wählen dann die gewünschte Kategorie, beispielsweise "Bilder" oder "Musik". Das funktioniert auch mit Ordnern, die auf weiteren internen Festplatten, einem USB-Stick oder USB-Laufwerk liegen. Sollte der Menüpunkt nicht erscheinen, etwa bei einem Netzwerklaufwerk, befindet sich der Ordner auf dem Server nicht im Suchindex (siehe Punkt 6).

6. Weitere Ordner in den Suchindex aufnehmen

Schneller finden: Binden Sie zusätzliche Ordner von anderen Festplatten in den Suchindex ein. Das Suchergebnis erscheint dann schneller, und Sie können auch nach Dateiinhalten suchen.
Schneller finden: Binden Sie zusätzliche Ordner von anderen Festplatten in den Suchindex ein. Das Suchergebnis erscheint dann schneller, und Sie können auch nach Dateiinhalten suchen.

Windows erstellt automatisch für alle Ordner in den Benutzerprofilen, für Bibliotheksordner und für das Startmenü einen Suchindex. Über den Index finden Sie Dateien über den Windows-Explorer oder das Suchfeld in der Taskleiste in Bruchteilen von Sekunden. Bei einigen Dateitypen, beispielsweise DOC, DOCX oder PDF, nimmt der Index auch den Inhalt auf, und Sie können nach Wörtern suchen, die in den Textdokumenten vorkommen.

Sie können weitere Ordner in den Suchindex aufnehmen, etwa wenn Sie nach Dateien oder Dateiinhalten auf einer externen Festplatte (keinem USB-Stick) oder weiteren internen Festplatten suchen möchten. Öffnen Sie die "Einstellungen" (Win-I), und gehen Sie auf "Suche -› Windows durchsuchen". Unter "Indizierungsstaus" sehen Sie, wie viele Elemente der Index bereits enthält und ob die Indizierung abgeschlossen ist. Klicken Sie unter "Meine Dateien finden" auf "Suchorte hier anpassen" und dann auf "Ändern".

Erweitern Sie die Baumansicht im oberen Teil des Fensters und setzen Sie Häkchen vor den gewünschten Ordnern. Sie sollten aber nicht zu viele Ordner oder gar das komplette Laufwerk in den Index aufnehmen, weil sich die Suche sonst verlangsamt und Windows sehr lange braucht, um Dateiänderungen zu berücksichtigen.

7. Schnelleren Zugriff auf Netzwerkfreigaben einrichten

Buchstaben zuweisen: Netzwerkfreigaben erreichen Sie im Windows-Explorer unter „Netzwerk“. Für den schnellen Zugriff sollten Sie bei häufig genutzten Freigaben einen Laufwerksbuchstaben festlegen.
Buchstaben zuweisen: Netzwerkfreigaben erreichen Sie im Windows-Explorer unter „Netzwerk“. Für den schnellen Zugriff sollten Sie bei häufig genutzten Freigaben einen Laufwerksbuchstaben festlegen.

Freigaben im lokalen Netzwerk, etwa von einem anderen PC oder einem NAS, finden Sie im Windows-Explorer unter "Netzwerk". Darüber sprechen Sie die Freigaben über den UNC-Namen (Uniform Naming Convention) in der Form

an. Die UNC-Schreibweise verstehen fast alle Anwendungen, sodass Sie Dateien direkt von einer Netzwerkfreigabe aus öffnen können.

Über einen Laufwerksbuchstaben lässt sich schneller auf eine Netzwerkfreigabe zugreifen. Wählen Sie unter "Netzwerk" den gewünschten Server, und gehen Sie im Kontextmenü der Freigabe auf "Netzwerklaufwerk verbinden". Hinter "Laufwerk:" stellen Sie einen Laufwerksbuchstaben ein, beispielsweise "Z:" oder "Y:". Setzen Sie ein Häkchen vor "Verbindung bei Anmeldung wiederherstellen", damit Windows das Netzwerklaufwerk beim Start automatisch einbindet.

8. Windows-Startmenü anpassen und aufräumen

Listen und Kacheln: Das Startmenü zeigt unter Windows 10 die installierten Programme und Kacheln an. Anordnung, Größe und Inhalt der Kacheln lassen sich individuell festlegen.
Listen und Kacheln: Das Startmenü zeigt unter Windows 10 die installierten Programme und Kacheln an. Anordnung, Größe und Inhalt der Kacheln lassen sich individuell festlegen.

Das Startmenü hat seit Windows 8 und über die unterschiedlichen Windows-10-Versionen zahlreiche Änderungen erfahren. Inzwischen zeigt es sich relativ aufgeräumt und beschränkt sich auf die wesentlichen Funktionen.

Das Startmenü besteht aus drei Spalten. Auf der linken Seite ist ein Symbol für den Benutzer zu sehen, das zu einem Menü für "Kontoeinstellungen ändern", "Sperren" und "Abmelden" führt. Darunter gibt es Symbole für "Dokumente" und "Bilder", über die sich der jeweilige Ordner im Windows-Explorer öffnen lässt. Dann folgen die Symbole für "Einstellungen" und "Ein/Aus". Mit einem rechten Mausklick etwa auf "Dokumente" öffnen Sie ein Menü, in dem Sie auf "Diese Liste personalisieren" gehen. Anschließend aktivieren oder deaktivieren Sie die Ordner, die Sie im Startmenü sehen beziehungsweise nicht mehr sehen wollen. Zur Auswahl stehen beispielsweise "Downloads", "Musik" und "Netzwerk".

Die mittlere Spalte enthält eine alphabetische Liste der installierten Apps und Desktop-Programme. Was hier angezeigt wird, lässt sich in den "Einstellungen" unter "Personalisierung -› Start" festlegen. Sie können die App-Liste ganz ausblenden oder sich auch die meistverwendeten oder zuletzt hinzugefügten Apps anzeigen lassen.

Die rechte Spalte schließlich zeigt die interaktiven Kacheln. Was hier angezeigt wird, hängt von den installierten Apps ab. Sie können beispielsweise eine Kachel mit dem aktuellen Wetterbericht hinzufügen. Dazu klicken Sie die App "Wetter" in der App-Liste mit der rechten Maustaste an und wählen "An 'Start' anheften". Klicken Sie die "Wetter"-Kachel an und konfigurieren Sie den Standort.

Die Kacheln sind in Gruppen organisiert. Standardmäßig sind "Produktivität" und "Durchsuchen" vorhanden. Wenn Sie eine Kachel ein Stück tiefer unter eine Gruppe ziehen, erscheint ein blauer Balken. Lassen Sie die Kachel los, bildet sich eine neue Gruppe, der Sie per Klick auf den Bereich darüber einen Namen geben können. Ziehen Sie die Kachel in den Bereich knapp unterhalb einer Gruppe, um sie in diese Gruppe einzufügen. Sobald Sie eine Kachel auf eine andere ziehen, entsteht ein Ordner, dem Sie ebenfalls einen Namen geben können. Ein Ordner lässt sich auf und zu klappen und spart somit Platz im Startmenü. Über den Kontextmenüpunkt "Größe ändern" lassen sich die Abmessungen einer Kachel anpassen, etwa für die bessere Lesbarkeit der Informationen.

Wer die Kacheln nicht verwenden möchte, muss bei jeder einzelnen im Kontextmenü "Von 'Start' lösen" wählen. Eine Funktion, die alle Kacheln auf einmal ausblendet, gibt es bisher nicht.

9. Programme bequem und schnell starten

Schneller starten: Über ein Desktop-Icon lässt sich ein häufig genutztes Programm bequem starten. In den Eigenschaften der Verknüpfung können Sie außerdem ein Tastaturkürzel festlegen.
Schneller starten: Über ein Desktop-Icon lässt sich ein häufig genutztes Programm bequem starten. In den Eigenschaften der Verknüpfung können Sie außerdem ein Tastaturkürzel festlegen.

Statt im Startmenü nach der gewünschten Anwendung zu suchen, können Sie auch eine Verknüpfung auf dem Desktop verwenden. Einige Programme bieten bei der Installation an, eine Verknüpfung zu erstellen. Wenn nicht, suchen Sie die ausführbare Datei im Windows-Explorer unter "C:\Programme" oder "C:\Programme (x86)". Ziehen Sie die Datei mit der Maus auf den Desktop, um eine Verknüpfung zu erstellen, über die sich das Programm per Doppelklick starten lässt.

Wer eine Tastenkombination bevorzugt, geht im Kontextmenü der Verknüpfung auf "Eigenschaften", klickt in das Feld hinter "Tastenkombination" und drückt dann die gewünschte Tastenkombination.

Eine Alternative ist der Kontextmenüpunkt "An Taskleiste" anheften einer ausführbaren Datei. Diesen gibt es unter "Mehr" auch bei den Apps im Startmenü, für die sich keine Verknüpfungen erstellen lassen.

Allerdings ist der Platz in der Taskleiste knapp, weshalb sich hier nicht sehr viele Icons unterbringen lassen.

10. Datensicherung mit dem Dateiversionsverlauf

Als einfache Backup-Funktion bietet Windows 10 den Dateiversionsverlauf. Sie benötigen dafür eine zweite Festplatte, die auch über den USB-Port angeschlossen sein kann, oder ein Netzwerklaufwerk.

Für die Konfiguration rufen Sie die Systemsteuerung auf, beispielsweise über die Tastenkombination Win-R und control. Klicken Sie auf "Sicherungskopie von Dateien mit dem Dateiversionsverlauf speichern". Wenn Sie hinter "Anzeige" etwas anderes als "Kategorie" eingestellt haben, klicken Sie auf "Dateiversionsverlauf". Klicken Sie auf "Laufwerk auswählen" und geben Sie das gewünschte Sicherungslaufwerk an. Danach klicken Sie auf "Einschalten".

Der Dateiversionsverlauf sichert standardmäßig nur einige Ordner mit Ihren persönlichen Daten. Die Konfiguration erfolgt bei Windows 10 in den "Einstellungen" über "Update und Sicherheit -› Sicherung" per Klick auf "Weitere Optionen". Unter "Diese Ordner sichern" sehen Sie, welche Ordner berücksichtigt werden. Sie können einzelne Ordner entfernen oder weitere über "Ordner hinzufügen" angeben.

Dateien wiederherstellen: Klicken Sie im Windows-Explorer mit der rechten Maustaste auf den Ordner, in dem die verlorene Datei gespeichert war. Gehen Sie auf "Vorgängerversionen wiederherstellen". Sie sehen eine Liste der Sicherungen. Markieren Sie die gewünschte Version, klicken Sie auf den Pfeil neben "Öffnen" und auf "In Dateiversionsverlauf öffnen". Nun sehen Sie den gesicherten Inhalt des Ordners. Markieren Sie die Wunschdatei mit einem Klick und gehen Sie dann unten auf den grünen Knopf. Windows stellt die Datei im ursprünglichen Ordner wieder her.

11. Zusatztools für die Windows-Optimierung verwenden

Ultimate Windows Tweaker: Über das Tool lassen sich zahlreiche Windows-Einstellungen konfigurieren und optimieren. Einiges davon ist in den Standardeinstellungen von Windows nicht zu finden.
Ultimate Windows Tweaker: Über das Tool lassen sich zahlreiche Windows-Einstellungen konfigurieren und optimieren. Einiges davon ist in den Standardeinstellungen von Windows nicht zu finden.

Tuningtools sehen viele Windows-Anwender skeptisch - und das mit Recht. Wer ein schnelleres Windows nach nur einem Mausklick verspricht, dem ist wahrscheinlich nicht uneingeschränkt zu vertrauen.

Ultimate Windows Tweaker und Winaero Tweaker gehören jedoch in eine andere Kategorie. Beide Tools bündeln Optionen, die in den Tiefen der Windows-Einstellungen oder Systemsteuerung nur schwer zu finden sind oder sich nur über die Registry ändern lassen. Der Nachteil beider Tools: Es gibt sie nur mit englischsprachiger Oberfläche. Winaero Tweaker bietet jedoch bei den meisten Einstellungen den Link "See in detail how this tweak works". Der führt zu einer ebenfalls englischsprachigen Webseite, die aber für die meisten Nutzer verständliche Informationen bieten sollte.

Beide Tools bieten jeweils um die 150 Einstellungen. Diese umfassen beispielsweise Anpassungen für die Taskleiste, das Desktop-Kontextmenü, Benutzerkonten, den Windows-Explorer, den Sperrbildschirm und den Internet Explorer.

Windows-Komplettsicherung und Backup

Mit Bordmitteln von Windows 10 lässt sich auch eine Komplettsicherung der Festplatte erstellen. Wer die Funktion nutzen will, geht in den Einstellungen auf „Update und Sicherheit –› Sicherung“ und klickt auf „Zu sichern und Wiederherstellen (Windows 7) wechseln“. Wir können von dieser Backup-Methode jedoch nur abraten. Sie ist als unzuverlässig bekannt und zudem langsam und unflexibel.

Macrium Reflect Free ist einfacher zu bedienen und gilt als zuverlässig. Mit dem Programm sichern Sie das System, die komplette Festplatte, einzelne Partitionen oder ausgewählte Dateien und Ordern. Für regelmäßige Sicherungen lässt sich ein Zeitplan erstellen.

Um Macrium Reflect Free nach der Installation auf Deutsch umzustellen, drücken Sie im geöffneten Programm die Tastenkombination Strg-Shift-L. Wählen Sie „Deutsch“ und klicken Sie auf „OK“.

(PC-Welt)