Direkt in SAP

Wie Knauf seine 18.000 Kostenstellen plant

20.05.2010
Von Manfred Paul
Integrierte Planungsprozesse und eine Verankerung direkt im SAP-System helfen, Ressourcen einzusparen.
Gips und Dämmstoffe bilden das Geschäft der Knauf Gruppe.
Gips und Dämmstoffe bilden das Geschäft der Knauf Gruppe.
Foto: Knauf Gruppe

Die Knauf Gruppe mit Hauptsitz in Iphofen ist der weltweit zweitgrößte Hersteller von Gips- und Dämmstoffen, mit 150 Produktions- und 60 Abbaustätten rund um den Globus. Um das Unternehmen trotz dieser Größe und dezentralen Strukturen intelligent steuern und flexibel an neue Anforderungen anpassen zu können, ist das Management auf aktuelle und belastbare Kennzahlen aus der jährlichen Kostenstellen- und Leistungsplanung angewiesen.

Deshalb versucht die Corporate-Controlling-Abteilung, den Budgetprozess so flexibel wie möglich zu halten. Die die Kostenrechnung, die bei Knauf komplett im SAP ERP erfolgt, soll sich jederzeit an Verschiebungen und Schwankungen in der Produktion und bei den Bedarfsanforderungen anpassen lassen. Erreicht wird das durch eine flexible Grenzplankostenrechnung mit einer detaillierten Kostenaufteilung.

Zudem müssen - aufgrund der dezentralen Organisation - die Kostenstellenplaner und Controller in den einzelnen Werken ihre Kosten nach Leistungsarten planen und verrechnen können. Ebenso wichtig ist es, die Planung der Leistungsbeziehungen zwischen Sendern und Empfängern abhängig von den Leistungsarten sowie getrennt nach fixen und variablen Kosten zu erfassen und abzubilden.

Planung glich einem Blindflug

In der Praxis waren diese hohen Anforderungen jedoch schwer zu erfüllen. Bis vor kurzem war die jährliche Budgetplanung auf Kostenstellenebene für die Controller in den Tochtergesellschaften ein arbeitsintensiver und zeitraubender Kraftakt. Sie erfolgte primär in Excel und wurde dann weitgehend manuell in SAP übertragen.

Vor allem aber glich die Planung einem Blindflug, denn es gab weder eine klare Sicht auf Teilplanungen noch auf den gesamten Planungsprozess. Das schränkte die Steuerungsmöglichkeiten der Werks-Controller wie auch der Corporate-Controlling-Abteilung ein.

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