Academic-Work-Studie

Was Young Professionals abschreckt

14.11.2022
Von 
Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting sowie Social Media im Berufsleben.
Arbeitgeber achten zu wenig auf ihre Außenwirkung und setzen sich kaum mit den Bedürfnissen der jungen Zielgruppe auseinander, so eine kritische Analyse des Personaldienstleisters Academic Work.
Unternehmen unterschätzen, wie stark ihre Außenwirkung das Bewerberverhalten beeinflusst.
Unternehmen unterschätzen, wie stark ihre Außenwirkung das Bewerberverhalten beeinflusst.
Foto: Mix and Match Studio - shutterstock.com

Um zu erfahren, aus welchen Gründen Young Professionals nicht für bestimmte Unternehmen arbeiten möchten, hat Academic Work genau diese Frage im Rahmen seines Young Professional Attraction Index 2022 (YPAI) gestellt. Die Aspekte, die 695 Teilnehmer aus Deutschland dabei genannt haben, hat Academic Work in ein Begriffscluster eingeordnet.

Selbstkritischer Umgang mit der eigenen Marke lohnt sich

Unternehmen verlieren die Fachkräfte von morgen vor allem dann, wenn diese von außen einige Aspekte wie die Work-Life-Balance, die allgemeinen Arbeitsbedingungen oder die Unternehmenskultur als negativ wahrnehmen. Auch ein unmoralisches Image, negative Flecken in der Vergangenheit oder die Art der Mitarbeiterführung haben großen Einfluss. Viele der am häufigsten genannten Faktoren dagegen sind meist aufgrund ihrer Natur kaum zu ändern: dies sind die Branche, ein anders gelagerter Interessenbereich oder auch ein simples Nicht-Gefallen der Produkte.

"Die Gruppe der Young Professionals hat konkrete Erwartungen an Arbeitgeber" sagt Matthias Pflaumbaum, Head of Academy Business bei Academic Work. "Wer für sie attraktiv sein will, muss sich über ihre Bedürfnisse informieren und darauf anpassen und auch Veränderungen wagen. Ein selbstkritischer und authentischer Umgang mit dem eigenen Arbeitgeber-Image ist der erste Schritt, um sich im Wettbewerb um junge Talente einen Vorsprung zu verschaffen."

Welche Aspekte Unternehmen attraktiv machen, ist der Kern der jährlichen YPAI-Studie. Wie diese zeigt, sind Gehalt und Benefits für 18 Prozent der Befragten der entscheidende Faktor, gleichauf liegen mit 17 Prozent aber Arbeitsatmosphäre und Unternehmenskultur. Flexibilität und Work-Life-Balance nehmen mit 15 Prozent ebenso eine hervorgehobene Rolle im Anforderungsprofil junger Fachkräfte ein.

Diese herausgehobene Stellung der sogenannten weichen Faktoren bestätigt sich über verschiedene Branchen und Länder und unterstreicht den Wandel der Arbeitswelt. Dies zeigt, dass heute ein aktives Auseinandersetzen mit dem eigenen Arbeitgeber-Image, das Einholen von Expertenwissen und auch das Beschreiten neuer Wege im Recruiting zur Notwendigkeit geworden sind.

Die kompletten Ergebnisse des Young Professional Attraction Index 2022 von Academic Work finden Sie hier.