Homepage Erstellung

Was eine Website wirklich kostet



Sascha Thattil ist begeisterter Blogger und Indien-Experte. Als Geschäftsführer von YUHIRO baut er für Agenturen, Softwareunternehmen und IT-Abteilungen, Digital Remote Teams in Indien auf.
Die Kosten die für die Website-Entwicklung anfallen, sind nicht einfach zu kalkulieren. Sie hängen im Wesentlichen von den Ansprüchen an den Internauftritt ab. Die folgenden Beispiele verdeutlichen die Spannweite an Aufwand, Zeit und Kosten, die bei einem solchen Projekt entstehen können.

Fast alle Unternehmen wollen oder müssen im Internet präsent sein. Je nach Größe und Ausrichtung sind die Ansprücke an die eigene Website dabei sehr unterschiedlich – und damit auch Aufwand und Kosten. Folgende Beispiele sollen die Spannweite verdeutlichen:

Die Kosten einer Website hängen sehr stark von den Anforderungen an die jeweilige Unternehmenspräsenz ab.
Die Kosten einer Website hängen sehr stark von den Anforderungen an die jeweilige Unternehmenspräsenz ab.
Foto: Vladyslav Starozhylov - shutterstock.com

Beispiel 1: Webpräsenz für Kleinunternehmer

Ein gutes Beispiel für ein Kleinunternehmen ist ein Friseurladen. Für diesen reicht in der Regel eine einfache Homepage auf Basis von WordPress. Die meisten Webhoster, bei denen solche Seite vorgehalten werden können, bieten hierfür eine "Ein-Klick-Installation". So lässt sich die WordPress-Webseite aus der Benutzeroberfläche des Hosters sehr einfach einrichten. Auch verschiedene Designvorlagen, die sogenannten Themes, werden in wenigen Schritten installiert.

Eine professionelle Internetagentur benötigt zirka 40 Stunden für die Installation von WordPress, der Anpassung des Themes, der Installation von WordPress-Plugins – hilfreiche Erweiterungen, zum Beispiel für die Suchmaschinenoptimierung – und dem Einfügen der Bilder und Texte. Der Stundensatz liegt meist bei zirka 100 Euro. So kommt man auf zirka 4.000 Euro für eine simpel gehaltene Internetpräsenz. Ein individuelles Design ist dabei nicht enthalten. Meistens gibt das Theme bereits ein bestimmtes Layout vor, an welches sich der Dienstleister halten wird.

Beispiel 2: Webseite eines Dienstleisters

Dienstleister wollen auf ihrer Website meist Kundenprojekte darstellen, Nachrichten in Form von Blogbeiträgen präsentiern und Kundengewinnungsmanagement betreiben. Dafür benötigen sie in der Regel eine professionelle Suchmaschinenoptimierung (SEO), eigene Verkaufsseiten, die sogenannten Landing-Pages und ein professionelles Oberflächendesign, Englisch "User Experience" (UX) oder "User Interface" (UI) genannt.

In diesem Fall ist es bereits sehr schwer, eine Zahl an Stunden für die Entwicklung zu kalkulieren. Eine professionelle Landing-Page kann bereits mehrere Tage Arbeit bedeuten, zumindest wenn das Ziel ist, damit wirklich Kunden zu gewinnen. Manche Dienstleistungsunternehmen benötigen zudem mehrere solcher Landing-Pages für unterschiedliche Service und Produkte.

Ein Webentwickler ist außerdem nicht in der Lage, optimierte Nutzeroberflächen zu erstellen. Hierfür benötigt es einen Experten im Bereich UX/UI. Auch hierfür kann es mehrere Tage bis Wochen dauern, um zu einem überdurchschnittlichen Ergebnis zu kommen.

Einfache Webseiten für Dienstleister benötigen zirka 200 Stunden und mehr. Manche Projekte liegen weit darüber. Der Preis wird also bei 20.000 Euro und mehr liegen.

Beispiel 3: Internetauftritt eines Herstellers

Bei herstellenden Unternehmen wird es noch komplexer. Diese benötigen in manchen Fällen einen eigenen Onlineshop, möglicherweise eine Anbindung an Lieferanten, eine Verknüpfung mit dem internen ERP-System und eventuell einen Mitarbeiter-Self-Service, über welchen Urlaubsanträge und weitere Formulare bearbeitet werden können.

Bei solchen Projekten kann man nicht mehr unbedingt von einer Webseite sprechen, sondern eher von einem Portal oder einer Plattform.

Die Erstellung eines Onlineshops kann alleine schon mehrere Mannmonate (ein Mannmonat entspricht 160 Stunden) in Anspruch nehmen. Hier kommt es auch darauf an wie viele Produkte darüber verkauft werden, wie viele Nutzer es geben wird und auf welche Technologiebasis man setzt.

Durch den Einsatz von vorgefertigten Shopsystemen wie Magento kann man sich einiges an Zeit sparen, verliert dadurch oft jedoch etwas an Flexibilität in der Gestaltung. Für sehr stark frequentierte Shops gibt es Systeme wie Hybris. Damit lassen sich auch ERP-Anwendungen wie SAP gut anschließen.

Besonders die Anbindung von ERP-Systemen kann zur Herausforderung werden. Auch die Erstellung von Schnittstellen kann viel Zeit in Anspruch nehmen und klappt meistens auch nicht auf Anhieb. Der Aufwand für das Testen der Website auf Fehler sollte außerdem nicht unterschätzt werden.

IT-Dienstleiter setzen meistens mehrere Programmierer auf solche Projekte an, die zum Teil beim Kundenunternehmen über Monate an der Implementierung arbeiten. In vielen Fällen werden auch Implementierungsphasen vereinbart, in der zuerst die kundenseitige Webpräsenz erstellt wird, im nächsten Schritt der Onlineshop, dann die Anbindung an interne Systeme und so weiter.

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Solche Projekte sind vom Budget her pauschal nicht zu beziffern. Da höchstwahrscheinlich mehrere Entwickler für einen Zeitraum von einigen Monaten daran arbeiten werden, wird das Budget bei einem kleineren bis mittleren sechsstelligen Betrag liegen. Dabei ist auch zu beachten, dass die Wartung und die Administration der Seite später Aufwand erfordert. In einigen Fällen braucht es eine Teilzeit- oder gar eine Vollzeitkraft auf Kundenseite, welcher die Website, nach der Fertigstellung betreut.

Beispiel 4: Kundenportal einer Bank

Bei Banken und Finanzdienstleistern steht man vor anderen Herausforderungen wie bei herstellenden Unternehmen. Die Kunden wollen sich über die Webseite beziehungsweise das Portal der Bank in ihr Konto einloggen und Transaktionen durchführen können. Sicherheit steht hier an erster Stelle. Daneben müssen auch die internen Banksysteme ohne Fehler angeschlossen werden. Der Reputationsverlust durch Fehler in diesen Bereichen kann für eine Bank verheerend sein.

Banken scheuen sich daher nicht, sehr viel Geld in ihre Systeme zu investieren. Hier stehen die Kosten oft nicht so stark im Vordergrund. Komplexe Web-Plattformen werden von Dienstleistern wie T-Systems, IBM und Accenture umgesetzt. Aber auch Internetagenturen und kleinere Softwarehäuser spielen bei mittelgroßen Projekten eine Rolle.

Projekte dieser Natur bewegen sich oftmals im siebenstelligen Euro-Bereich und können sich über mehrere Monate oder gar Jahre erstrecken.

Fazit

Die Frage "Was kostet eine Website?" kann nicht so einfach beantwortet werden. Es kommt immer darauf an, welchem Zweck die Seite dienen soll. Ein Bank-Projekt wird viel komplexer sein, als das eines Friseurladens. Die Bank verzeichnet höchstwahrscheinlich Tausende Zugriffe pro Stunde und muss über verschiedene Länder hinweg verfügbar sein, während der Friseurladen nur wenige Dutzend Besucher am Tag hat und eventuell nur ein paar Bilder, Texte und Kontaktformulare bereitstellen muss. (haf)