Software rettet das Quartal

Wachstumstempo von IBM schwächt sich ab

20.07.2010
Dem erfolgsverwöhnten IT-Konzern IBM geht die Puste aus. Nach dicken Zuwächsen in der Vergangenheit hat sich das Unternehmen im zweiten Quartal nur noch leicht verbessern können.

Der Umsatz von IBM stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2 Prozent auf 23,7 Milliarden Dollar (17,5 Milliarden Euro). Auch die Neuabschlüsse im wichtigen Service-Geschäft enttäuschten mit einem Rückgang von zwölf Prozent, was die Aktie am Montag nach Börsenschluss in den USA in den Keller schickte. IBM läuft Gefahr, künftig in diesem wichtigen Feld zu schwächeln. Der Konzern macht fast die Hälfte seines Umsatzes mit Dienstleistungen wie dem Betrieb von Rechenzentren.

Größter Gewinnbringer ist indes die Software, die fast die Hälfte zum Konzernergebnis beisteuerte. Das Urgestein der Computerbranche hat dank einer traumhaften Marge von 33,3 Prozent in dieser Sparte das 30. Quartal in Folge mehr verdient: Unter dem Strich verbesserte sich das Ergebnis um 9 Prozent auf 3,4 Milliarden Dollar.

IBM hatte das Softwaregeschäft erst jüngst durch die 1,4 Milliarden Dollar schwere Übernahme der britischen Sterling Commerce ausgebaut, die Programme zum Datenaustausch entwickelt. IBM plant in den nächsten fünf Jahren Übernahmen für rund 20 Milliarden Dollar und will sich unter anderem beim "Cloud Computing" verstärken.

Konzernchef Samuel Palmisano zeigte sich am Sitz in Armonk (Staat New York) zuversichtlich, dass der gute Lauf beim Gewinn anhält und erhöhte die Jahresprognose abermals leicht. Pro Aktie erwartet er nun 11,25 Dollar - 5 Cent mehr als bislang. Im Krisenjahr 2009 hatte der Konzern immerhin 10,01 Dollar je Aktie erreicht.

Inhalt dieses Artikels