Studie über Software-Entwicklung in Europa

Unternehmen verschwenden Entwicklungsressourcen

27.07.2015
Von 
Heinrich Vaske ist Editorial Director von COMPUTERWOCHE und CIO. Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung beider Medienmarken - im Web und in den Print-Titeln. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte und moderiert Veranstaltungen.

Software kommt zu langsam in den Betrieb

Wie schnell bringen Softwareentwickler ihre Anwendungen aus der Testphase in den produktiven Betrieb? Auffällig ist, dass 28 Prozent der Umfrageteilnehmer aus dem deutschsprachigen Raum keine Antwort darauf haben, während die Briten bei dieser Frage nur zu vier Prozent passen. Auf der Insel sagen 30 Prozent, sie bräuchten nur Tage, 40 Prozent brauchen Wochen und 14 Prozent Monate. Immerhin sind neun Prozent "binnen Minuten" so weit; in Skandinavien fühlen sich sogar zehn Prozent agil genug für eine minutenschnelle Inbetriebnahme.

Entwickler müssen sich mit Nebenschauplätzen beschäftigen

Ein insgesamt betrübliches Bild zeigt der Blick auf die Effizienz der Entwickler. Gefragt, wie viel Arbeitszeit für Anforderungen, die nichts mit der Softwarefunktionalität zu tun haben (zum Beispiel Autorisierung, Skalierbarkeit, Hochverfügbarkeit oder Provisionierung), aufgewendet werden muss, liegt das Gros der Antworten bei Werten zwischen 20 und 60 Prozent. Lediglich im deutschsprachigen Raum und in Skandinavien gibt es mit 22 beziehungsweise 16 Prozent einen nennenswerten Anteil an Entwicklern, die für solche Tätigkeiten weniger als 20 Prozent ihrer Arbeitszeit aufwenden müssen.

Infrastruktur bindet zu viel Aufmerksamkeit

Auffällig ist auch die starke Abhängigkeit der in Betrieb befindlichen Anwendungen von der zugrundeliegenden IT-Infrastruktur. In keiner der Regionen sind die Unternehmen heute so weit, dass sie hier Flexibilität erreicht hätten. In aller Regel besteht eine starke oder zumindest moderate Abhängigkeit von der Infrastruktur - in der DACH-Region mehr noch als anderswo. Damit steht die IT-Infrastruktur, die Unternehmen keinerlei Wettbewerbsvorteile bringt, noch immer stark im Mittelpunkt der IT-Bemühungen.

Auch wenn es darum geht, automatisiert Workloads zu verteilen und die Einhaltung von Compliance-Richtlinien automatisiert zu kontrollieren, fördern die Umfrageergebnisse Alarmierendes zutage. In allen Regionen ist die Mehrheit der Befragten vollständig oder teilweise abhängig von manuellen Prozessen. Besonders auffällig ist das in Großbritannien und Skandinavien, während in Deutschland, Österreich und der Schweiz immerhin 39 Prozent der Umfrageteilnehmer sagen können: Die Mehrheit dieser Prozesse ist automatisiert.

Self Service ist für Entwickler noch nicht selbstverständlich

Die auffälligsten Unterschiede zwischen den Regionen finden sich beim Thema Self-Service. "Statten Sie Ihre Entwickler mit einem Self-Service-Zugang zu Ihrer IT-Infrastruktur aus", lautete die Frage, auf die 60 Prozent der IT-Manager aus der DACH-Region mit Nein antworteten. Briten, Skandinavier und Anwender aus den Benelux-Ländern sind hier deutlich weiter: Rund zwei Drittel antworten hier jeweils mit einem klaren Ja. Interessanterweise halten aber nahezu alle Umfrageteilnehmer den Self-Service-Zugang zu Rechenressourcen, Tools und Anwendungsservices für sehr wichtig.

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