Cloud-Wechsel

Sixt migriert von Google Apps zu Microsoft Office 365

29.07.2014
Von 
Dr. Harald Karcher ist freier Autor in München. Er testet mobile Geräte vom Handy bis zum Laptop und mobile Netze von WLAN bis zu LTE.

Office 365 und Lync auf allen iPhones

Für die Dienstreisenden hat Sixt grundsätzlich iPhones im Einsatz. Auf denen ist nicht nur Office 365, sondern auch Lync komplett installiert. Die lokalen iPhone-E-Mail-Clients haben dagegen fast keine Bedeutung mehr, sagt Sixt: "Auf PowerPoints und Excels greife ich fast nur noch über die Office-365-Applikationen zu. Damit kommen die PowerPoints wirklich in dem Format, wie man sie haben möchte, also nicht mehr verzerrt wie früher".

Android sei bei Sixt aber ebenfalls ein großes Thema, beeilt sich der Junior-Chef, die Mobile-Entscheidung zu relativieren. Und zwar für die operativen Tätigkeiten: "Wenn Sie das Fahrzeug zurückgeben, erfassen wir den Zustand, den Kilometerstand, und Ähnliches mit einer eigenen Android-Applikation, die den Return-Zustand dokumentiert." Diese Android-Anwendungen liefen allerdings völlig unabhängig, eine Verbindung zu den Microsoft-Produkten gebe es nicht.

Geringe Schulungskosten

Wie Infowan-Chef Riehn anmerkt, hat Sixt die Schnellstart-Karten von Microsoft verwendet - in verschiedenen Sprachen. Aus den vielen Schulungskursen bei Microsoft Online und auf YouTube habe man einen kleinen Katalog von Quellen zusammengestellt. Insgesamt seien die Schulungskosten "verschwindend gering" gewesen.

"Offenbar war die IT-Affinität unserer User grundlegend hoch, so dass der Schulungsbedarf tendenziell gering war", bestätigt auch CIO Werling. Der User sei heutzutage aus dem Privatleben schon sehr vertraut mit den mobilen Geräten: Man lädt sich eine neue App herunter und braucht in der Regel gar keine Schulung mehr.

Ausblick: Yammer ersetzt Mail und Telefon

Sixt ist seit 2011 auch im US-Markt aktiv. Die Amerikaner haben einen ganz anderen Zugang zu UCC und Yammer. "Da streamt der Content nur so durch, das kann man sich hier gar nicht vorstellen", sagt Sixt: "Dort beginnt ein Wetteifern zwischen den Stationen, und wir veranstalten Wettbewerbe über Yammer." Die Deutschen seien da qua Naturell ein bisschen zurückhaltender.

Die US-Kollegen hingegen verwenden Yammer bereits als Ersatz für Mailen und zum Telefonieren. Und das tut der Leiter Konzernentwicklung auch selbst: "Ich nutze E-Mail nur noch zu Dokumentationszwecken. Denn wenn man so etwas in der Unternehmenskultur verankern will, muss man selber damit arbeiten." (qua)