BI-Trends 2010

Raus aus den Silos, rein ins Business

01.12.2009
Von 
Thomas Pelkmann ist freier Journalist in Köln.

Diesem eher ernüchternden Stand der Dinge setzen Anbieter und Auguren von BI ungerührt neue Trends entgegen, die das Thema Business Intelligence in den kommenden Jahren prägen werden. So herrscht beispielsweise Einigkeit darüber, dass Echtzeitanalyse, On-Demand-Betrieb und die Verarbeitung unstrukturierter Daten eine größere Rolle spielen wird als bisher. BI 2.0, sozusagen.

"Der Einsatzbereich von BI-Applikationen verschiebt sich vom klassischen Reporting auf Basis von historischen Bewegungsdaten in Richtung Realtime-Analyse", prognostiziert zum Beispiel SAP-Vorstand John Schwarz in einem Interview mit is-report. "Unternehmen wollen die Performance ihrer Geschäftsbereiche in Echtzeit analysieren und sofort sehen, wie sich beispielsweise Kundenpräferenzen ändern. Zunehmend nutzen Manager in der Führungsebene BI-Tools, um geschäftliche Risiken zu erkennen und möglichst früh gegenzusteuern." Auch für Carsten Bange ist das der "Megatrend der kommenden Jahre". Dennoch bremst der Barc-Geschäftsführer übersteigerte Erwartungen: "Echtzeit-BI wird nicht in wenigen Monaten die Hauptanwendung sein. Aber wir sehen schon, dass die Anforderung an die Aktualität der Daten wächst. Man will schneller steuern und Daten nicht nur taktisch, sondern auch zur Prozesssteuerung nutzen. Das ist eine ganz andere Art von Management als heute."

Sorgenkind unstrukturierte Daten

Einem anderen Trend steht der Experte aber eher skeptisch gegenüber: der Verarbeitung unstrukturierter Daten in BI-Systemen. "Das ist schon seit 20 Jahren ein Trend und bricht aus gutem Grund nie durch", winkt Bange ab. Zwar mache das durchaus Sinn, weil rund 80 Prozent der Daten aus unstrukturierten Quellen wie Word-Dokumenten, Excel-Tabellen oder E-Mails stammen und es toll wäre, diese ebenfalls verarbeiten zu können. Aber: "Bis jetzt ist man über eine Suchfunktion in solchen Dokumenten eigentlich nicht hinaus gekommen. Grundsätzlich haben Maschinen der heutigen Generation Probleme, unstrukturierte Daten überhaupt zu begreifen und zu verarbeiten". Da sei das Entwicklungstempo so gering, dass solche Verfahren von einer praktischen Lösung noch weit entfernt seien, meint der Barc-Geschäftsführer. "Es ist eine größere Herausforderung dafür zu sorgen, dass sich die Datenqualität bei den strukturierten Daten verbessert". Womit wir wieder bei den Hausaufgaben wären.