Startup vermittelt Freelancer in Projekte

Plattform für IT-Freiberufler und Unternehmen

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting sowie Social Media im Berufsleben.
Projekte, die im Zuge der Digitalisierung vorangetrieben werden, sind komplex und benötigen viel externe Ressourcen sowie Fachwissen. Die neu gegründete Plattform Freelance Pages will deshalb IT-Freiberufler und Anwenderunternehmen online, schnell, unkompliziert und kostengünstig zusammenbringen.

Am Anfang stand eine Erfahrung, die der Gründer von Freelance Pages, Ulrich Conzelmann, mit seinem gleichnamigen IT-Beratungsunternehmen in vielen Projekten machen musste: Fast immer mangelte es an Expertenwissen. Für ihn stellte sich deshalb die Frage: Wie ist es zu schaffen, dieses Know-how nach Bedarf in die Projekte zu bringen? Aus dieser Überlegung heraus entstand die Plattform Freelance Pages.

Schnelle und kostengünstige Jobvermittlung für Freiberufler hat sich das Portal Freelance Pages auf die Fahnen geschrieben.
Schnelle und kostengünstige Jobvermittlung für Freiberufler hat sich das Portal Freelance Pages auf die Fahnen geschrieben.
Foto: one photo - shutterstock.com

"Wir wollen eine faire Alternative schaffen, durch die Freelancer und Unternehmen direkt Geschäftsbeziehungen aufbauen können", lautet das Credo des Gründers. Conzelmann vergleicht seine Plattform mit solchen aus der Immobilienbranche. Auch dort habe man früher eine Wohnung gegen Provision über einen Makler gesucht. Jetzt, im Internet-Zeitalter, könne der Wohnungssuchende jedoch über adäquate Plattformen direkt an den Vermieter herantreten, ohne einen Makler zu benötigen. Conzelmanns Ziel: "Den richtigen Freiberufler zu finden soll so einfach sein, wie online ein Hotel zu buchen." Mit nur wenigen Klicks sollen Anwenderunternehmen zum Ziel gelangen - kurz: Freelancer vergleichen, auswählen, anfragen, Projekt starten.

Cyber Valley tüfftelt digitale Geschäftsprozesse aus

Conzelmann gründete sein Unternehmen im Juni 2016 im sogenannten Cyber Valley, dem Gebiet rund um die Universitäten Tübingen und Stuttgart: "Hier finden wir die Leute, die wir benötigen, und diese wiederum ein attraktives Umfeld." Das Geschäftsmodell der direkten Vermittlung von Freiberuflern über einen digitalen Marktplatz ist aus Sicht des CEO Teil einer Entwicklung, die vor keiner Branche haltmacht - nämlich die Digitalisierung aller Geschäftsprozesse.

Ähnliches Prinzip wie Paid Search

Die Plattform soll den Nutzern laut Conzelmann eine einfache, aber leistungsstarke Filtersuche bieten, die mit nur wenigen Mausklicks Ergebnislisten liefert. Fixkosten sind mit der Nutzung nicht verbunden. Freiberufler wie auch Unternehmen zahlen nur für die Leistungen, die sie in Anspruch nehmen. Selbständige schalten ihr Profil zum Beispiel nur dann für die Suche frei, wenn sie auf Projektsuche sind. Sie bezahlen dann nur für den Klick auf ein interessiertes Einsatzunternehmen - ähnlich wie Paid Search bei einer der großen Suchmaschinen. "Aber mit wesentlich geringeren Streuverlusten", meint Conzelmann.

Der digitale Vertrag als neues Feature

Umgekehrt können sich Unternehmen im ersten Schritt kostenlos die Profile der Freiberufler ansehen. Kommt es dann zu einem Auftrag, werden 9,90 Euro Vermittlungsgebühr an die Plattform fällig. Neu im Portfolio sind Projektausschreibungen, auf die sich die Freiberufler bewerben können. Hierfür müssen die Firmen 99 Euro bezahlen. Das nächste, neue Feature ist laut Conzelmann bereits in Vorbereitung: digitale Verträge. Auf der Basis eines Standardvertrags, der rechtlich problematische Regelungen vermeidet, können schnell und einfach Verträge für die Zusammenarbeit zwischen Freelancer und Unternehmen erstellt und digital signiert werden.

Ihre Meinung ist gefragt!

"Wir wollen die Kontrolle über die Geschäftsbeziehungen an die zurückgeben, die sie haben müssen, die Freiberufler und die Anwenderfirmen", erklärt Conzelmann. Er plädiert außerdem für mehr Transparenz in der Preisbildung: "Inwiefern sind Provisionen von gut einem Fünftel des Projektwerts für die tatsächlich erbrachte Vermittlungsleistung gerechtfertigt?" Vor allem auch vor dem Hintergrund, dass die finale Auswahl erst recht der Auftraggeber treffen muss. (hk)