Web

Crowdsourcing im Web

Japanische Verbraucher entwerfen neue Lebensmittel selbst

28.11.2008
Von pte pte
In Japan gehen Lebensmittelhersteller neue Wege bei der Produktentwicklung: Sie lassen potenzielle Kunden bei der Erfindung von Nahrungsmitteln mitentscheiden.

Am Lebensmittelmarkt in Japan zeichnet sich derzeit ein Trend ab, der das Phänomen des sogenannten "Crowdsourcing" in einer völlig neuen Dimension Wirklichkeit werden lässt. Wie das US-Branchenmagazin "Advertising Age" berichtet, geht nämlich eine zunehmende Zahl der entsprechenden Unternehmen im Internet auf Ideensuche für neue Produkte, Werbeslogans und -lables. Die Konzerne setzen in diesem Zusammenhang vor allem auf soziale Web-Communities, die sich zum kommunikativen Austausch verschiedener Ideen und Vorschläge besonders gut eignen und über eine in der Regel sehr große Mitgliederzahl verfügen.

Jüngstes Beispiel für diese verfolgte Strategie ist eine Kooperation zwischen dem japanischen Getränkehersteller Calpis und dem in Japan äußerst populären Social Network "Mixi". Im Rahmen der Partnerschaft wurden Nutzer der Netz-Community dazu aufgefordert, ihre persönlichen Vorschläge für Geschmacksrichtung, Verpackungsdesign und Werbegestaltung für eine neue Fruchtdrink-Reihe des Lebensmittelkonzerns abzugeben. Resultat der Aktion ist ein Fruchtsaftgetränk, das sich aus einem Mix der Geschmäcker Apfel, Birne, Mandarine und Banane zusammensetzt.

"Unter dem Begriff 'Crowdsourcing' kann ein Ansatz verstanden werden, bei dem das gesammelte Wissen der Masse im Internet für die Lösung konkreter unternehmerischer Aufgaben und Probleme eingesetzt wird", erklärt Markus Hübner, Webexperte und Geschäftsführer der Brand Management Agentur Brandflow, im Gespräch mit pressetext. Vom Prinzip her sei der Ansatz eigentlich nicht ganz neu. "Vor allem kleinere Familienbetriebe nutzen schon seit langem diese Möglichkeit, um Produkte gemeinsam mit ihren Kunden entwickeln zu können", schildert Hübner. Im heutigen Web-2.0-Zeitalter habe die Crowdsourcing-Strategie aber noch einmal deutlich an Bedeutung gewonnen. "Im digitalen Zeitalter lässt sich das kollektive Wissen bedeutend schneller abfragen. Die Mehrheit der Unternehmen realisiert das unglaubliche Potenzial, das in dieser Hinsicht in den Web-Communities steckt, allerdings erst jetzt", merkt Hübner an.

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