IT-Branche predigt den Digital Lifestyle

11.01.2006
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Wolfgang Herrmann ist Editorial Manager CIO Magazin bei IDG Business Media. Zuvor war er unter anderem Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO und Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel.

Google kontert

Um das Abspielen von Videos auf portablen Geräten zu ermöglichen, offeriert der Softwaremulti künftig den Abo-Dienst "Vongo". Die Plattform soll noch in diesem Jahr zunächst in den USA an den Start gehen. Microsofts vielleicht gefährlichster Konkurrent konterte prompt: Unter dem Namen "Google Videostore" präsentierte der Suchmaschinenbetreiber eine Vertriebsplattform für digitale Videoinhalte. Sie erlaubt es Kunden, Videos von CBS Broadcasting und der amerikanischen Basketballliga NBA über die Website zu laden. Dabei agiert Videostore wie ein Marktplatz: Google tritt nicht als Wiederverkäufer auf, sondern betreibt eine Plattform, über die Inhalteanbieter ihre Produkte zum Download oder zum Verleih feilbieten können. Mit "Google Video Player" stellte das Unternehmen zudem eine Software vor, mit der Kunden die Videos am Rechner abspielen können.

Sauer aufstoßen dürfte Microsoft die Softwaresammlung "Google Pack", die sich Anwender kostenlos von Google-Servern laden können. Sie umfasst unter anderem den Open-Source-Browser "Firefox", Symantecs "Norton Antivirus", das PDF-Anzeigeprogramm "Adobe Reader", den "Real Player" von Real Networks und den Instant-Messaging-Client "Trillian" von Cerulean Studios. Hinzu kommt der Spyware-Scanner "Ad-Aware" von Lavasoft.

Messesplitter

  • Ein Internet-Telefon der besonderen Art präsentierte das Luxemburger Unternehmen Skype gemeinsam mit dem Netzausrüster Netgear. Das Gerät lässt sich unabhängig von einem PC über den drahtlosen Funkstandard Wifi entweder zu Hause oder über öffentliche Hotspots nutzen.

  • Hewlett-Packard zeigte in Las Vegas sieben neue Digitalkameras. Das Topmodell "Photosmart R927" bietet 8,2 Megapixel, ein Drei-Zoll-Display und ein dreifaches optisches Zoom. Die Kameras sollen zwischen Februar und April auf den Markt kommen.

  • Der finnische Mobilfunkkonzern Nokia präsentierte drei neue Bluetooth-Headsets, darunter das nur neun Gramm schwere "BH-800" mit optionalem Ohrbügel. Es bietet bis zu sechs Stunden Sprechzeit, 160 Stunden Standby und ermöglicht Sprachwahl. Auch Jabra zeigte mit dem "JX10" ein besonders kleines Headset mit 200 Stunden Standby-Zeit, das sich via USB am PC wieder aufladen lässt.

  • Aufmerksamkeit erregte Motorola mit seinem Musik-Handy "ROKR E2". Statt der iTunes-Software aus dem erfolglosen Vorgängermodell "E1" setzt der US-Hersteller mit dem neuen Modell auf den eigenen Musikservice "iRadio". Dabei handelt es sich um einen nur in den USA verfügbaren Radio-Abonnement-Dienst mit 435 werbefreien Kanälen. Diese werden auf dem Mobiltelefon empfangen und bei Bedarf via Bluetooth auch ans Autoradio oder die heimische Stereoanlage weitergereicht.

  • Dem explodierenden Speicherbedarf in der digitalen Unterhaltung trug Iomega mit einer ganzen Reihe externer Festplatten Rechnung. Die "Minimax"-Harddiks etwa haben Platz für 160 oder 250 GB. Sie sind mit jeweils drei Firewire- und USB-Ports ausgerüstet und auch mit Apples Mac Mini kompatibel.

Yahoo öffnet neues Portal

Im erbitterten Kampf um Online-Nutzer meldete sich auch Yahoo lautstark zu Wort. "Das Internet besteht nicht nur aus Web-Seiten oder einer Arbeitsplatzoberfläche", verkündete CEO Terry Semel. Vielmehr biete das World Wide Web eine Infrastruktur, mit deren Hilfe verschiedenste Arten von Kommunikation und Unterhaltung betrieben und jegliche Art von Daten verbreitet werden könnten. In diese Richtung zielt das neue Angebot "Yahoo Go". Nutzer sollen damit von verschiedenen Endgeräten aus auf zentral im Netz gespeicherte persönliche Daten wie Fotos, Adressbücher oder E-Mails zugreifen können. Das Go-Portal erkenne automatisch, auf welchem Gerät die Inhalte angezeigt werden sollen. Bislang bietet Yahoo Varianten für den PC ("Go Desktop"), Mobiltelefone ("Go Mobile") und Fernsehgeräte ("Go TV") an.