DIND-Studie

Home-Office bedroht Mittelstand?

09.08.2022
Von 
Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting sowie Social Media im Berufsleben.
Drei Viertel der deutschen mittelständischen Unternehmen sind unzufrieden, wie die Arbeit im Home-Office läuft, so eine aktuelle Studie.
Viele Arbeitgeber üben Kritk am Home-Office-Konzept und bezweifeln die höhere Produktivität.
Viele Arbeitgeber üben Kritk am Home-Office-Konzept und bezweifeln die höhere Produktivität.
Foto: Evgeniia Freeman - shutterstock.com

Eine Studie des Deutschen Innovationsinstituts für Nachhaltigkeit und Digitalisierung (DIND) untersuchte die Gründe für die problematische Einschätzung der Arbeit im Home-Office: Nur eine Minderheit von 14 Prozent der befragten Chefinnen und Chefs bewertet diese Arbeit als produktiver, wenn sie nicht im Büro stattfindet. Und 71 Prozent beklagen eine geringere Kreativität bei Teams, die über verschiedene Orte verteilt sind. Produkt- und Prozessinnovationen würden so erschwert.

"Weniger Kreativität im Home-Office bedroht die Innovationskraft des deutschen Mittelstands", warnt DIND-Geschäftsführer Marc Wittbrock. "Wir sind auf die Ideen unserer Menschen angewiesen, um unseren Wohlstand langfristig zu sichern", betont Wittbrock.

Verstärkte IT-Investitionen geplant

Unternehmer reagieren bereits auf diese Herausforderungen durch neue Formen des Arbeitens: Laut Studie planen gut drei Viertel der Befragten in den nächsten ein bis zwei Jahren konkrete Investitionen in ihre IT-Ausstattung, die für Mobile Work unerlässlich ist. Unter den genannten Lösungen finden sich vor allem der verstärkte Einsatz von Cloud-Technologie sowie von Programmen, die die Kommunikation und Kollaboration von vernetzten Teams untereinander erleichtern. So sollen die negativen Folgen von Home-Office aufgefangen werden, an dem 86 Prozent der befragten Geschäftsführer festhalten wollen: Sie fürchten angesichts des herrschenden Fachkräftemangels offenbar, andernfalls im Wettbewerb um junge Talente zurückzufallen.

Zur Studie
Für die Trendstudie "Die Zukunft des Arbeitens" hat das DIND in den Monaten Mai und Juni 2022 insgesamt 2767 Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer vorwiegend kleinerer und mittelgroßer Unternehmen (KMU) zu ihren Erfahrungen mit Home-Office und digitaler Transformation befragt. Neben den Auswirkungen neuer Formen des Arbeitens bewerteten sie auch die IT-Ausstattung ihres Unternehmens im Rahmen eines Online-Fragebogens und nahmen zu ihren konkreten Investitionsplänen im Digitalbereich Stellung. Die vollständige Fassung kann unter hier abgerufen werden.