Gründerseminare schulen am Bedarf vorbei

08.07.2004
Von Magdalena Schupelius
In Deutschland boomt die Ausbildungsbranche für Unternehmensgründer. Bei den Gründungsquoten aber liegt die Bundesrepublik weltweit im unteren Drittel. Zu ängstlich und weniger risikobereit als ihre europäischen Nachbarn seien die Deutschen, sagen Experten und fordern, dass der Unternehmergeist künftig bereits an Schulen und Hochschulen geweckt wird. Denn allein mit der Vermittlung betriebswirtschaftlicher Grundlagen ist es nicht getan.

Erich Sixt fing mit nur einem Leihwagen an, Bill Gates in einer Garage. Dass sie für ihre Erfolge jemals ein Gründerseminar in Anspruch genommen hätten, ist nicht überliefert. Vielleicht gab es schlichtweg keines in ihrer Nähe. Wer heute in Deutschland ein Unternehmen gründet, hat dieses Problem nicht, egal, wo er sich aufhält. Die Bildungsbranche für potenzielle Gründer hierzulande boomt wie nie zuvor. Rund 100 Hochschulinitiativen zur Förderung von Existenzgründungen, mehr als 300 öffentliche Programme und schier unzählige private Seminaranbieter, Volkshochschulprogramme und Unternehmensinitiativen konkurrieren miteinander. Während es noch 1998 bundesweit keinen einzigen Gründerlehrstuhl an einer Universität gab, werden heute schon 51 gezählt.

Absolventen und künftige Gründer sind mit dem Lehrangebot an Hochschulen nicht zufrieden, wenn es um den Start in die Selbständigkeit geht. Das diffuse Angebot schreckt eher ab und die Erwartungen der Seminarteilnehmer sind völlig unterschiedlich. (Foto: Joachim Wendler)
Absolventen und künftige Gründer sind mit dem Lehrangebot an Hochschulen nicht zufrieden, wenn es um den Start in die Selbständigkeit geht. Das diffuse Angebot schreckt eher ab und die Erwartungen der Seminarteilnehmer sind völlig unterschiedlich. (Foto: Joachim Wendler)

 

 

 

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